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Die Bauern in der Region hoffen auf Regen.

Landwirtschaft

Trockenheit macht Bauern Sorgen - auch im Landkreis

Die Trockenheit macht den Bauern Sorgen. Auf Regen hoffen vor allem die Waldbauern.

Landkreis – „Wir sind es schon gewohnt“, so Bernhard Heger zur aktuellen Trockenheit, „in den letzten Jahren war es auch sehr knapp“, wobei es starke regionale Unterschiede gebe. Beim Regen am Ostermontag hätte ein Kollege in Pähl nur zwei Millimeter Niederschlag gemessen, in Peißenberg seien es sieben Millimeter gewesen „und in Böbing sicher mehr als zehn Millimeter“.

Der BDM-Vertreter

Die Unterschiede könne er von seinem hoch gelegenen Hof, von dem aus er einen Blick auf den Ammersee und in Richtung Berge hat, selbst sehen. „Als Bauer muss man mit den natürlichen Gegebenheiten leben“, so der Peißenberger Landwirt, der sich im „Bund Deutscher Milchviehhalter“ (BDM) für den Berufsstand engagiert.

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Nachtfröste bremsen Vegitation

Derzeit liegt nach seiner Einschätzung die Vegetation in ihrer Entwicklung um „eine Woche bis anderthalb Wochen zurück“. Dies liege aber nicht nur an der Trockenheit, sondern auch an den Nachtfrösten, die es vor Ostern und mehrmals auch in der Woche danach gegeben hat. Das Gras leide unter diesem Frost, aber noch würden sich die Probleme „im Rahmen halten“. Heger: „Wir brauchen derzeit nicht zu jammern, aber wir warten auf Regen.“ Die Entscheidung, ob es kritisch werde, werde erst „in den nächsten Wochen“ fallen. Mehr Sorgen macht Heger die Agrarpolitik. Die Corona-Krise habe den Milchmarkt durcheinander gebracht und es sei eine Reduzierung der Milchmenge erforderlich. 

Der Bauernverband-Vertreter

Der Kreisobmann des Bauernverbands, Wolfgang Scholz, sieht das Problem der Trockenheit für die Bauern auch. Vor allem die Kollegen in der Münchner Schotterebene seien betroffen, „ganz schlimm ist es in Unterfranken und auf den Sandböden in Mittelfranken“.

Dagegen sei „unser Landstrich gottgesegnet“, stellt er fest, weil die schweren Böden das Wasser besser halten. Das Grünland entwickle sich zwar langsamer, es gebe aber noch keine großen Schäden. Wie sehr das Wasser fehlt, habe der kurze Regen vor einigen Tagen gezeigt: „Am nächsten Tag war alles grün.“

Wald macht mehr Sorgen

Mehr Sorgen macht Scholz der Wald. Er hat Tannen gepflanzt und ist in der Woche danach „schon dreimal rausgefahren, um zu gießen“. Anders würden die Tannen, in die er viel Zeit und Geld gesteckt hat, wahrscheinlich nicht überleben.

So wie Scholz geht es allen Waldbauern, wie Klaus Deibel feststellt: „Vor allem die Neuanpflanzungen haben Probleme mit dem Wassermangel.“ Nach den Sturm- und Käferkalamitäten sind betroffene Flächen wieder aufgeforstet worden.

Junge Bäume leiden

„Auf den Freiflächen sind die jungen Bäume jetzt der prallen Sonne ausgesetzt“, so der Geschäftsführer der „Waldbesitzer-Vereinigung Weilheim“, im schlimmsten Fall sei „die Arbeit umsonst gewesen“. Jetzt bräuchten die Bäume dringend Wasser, das aber aufgrund des trockenen Winters nicht im Boden ist und mangels Regen auch nicht nachkommt.

Auch die großen Bäume haben laut Deibel Probleme. Durch die Stürme sind sie gelockert worden, „wie ein Zahn, der locker ist und noch im Kiefer hängt“ würden viele dastehen. Sie bräuchten Wasser, um wieder fest zu wurzeln. Hinzu komme, dass sie aufgrund der Trockenheit wenig widerstandsfähig gegen den Borkenkäfer seien. Dieser sei zwar im Moment wegen der kalten Nächte „noch sehr ruhig“, was auch die Funde in den Monitoring-Fallen belegten, die überwinterten Käfer seien aber bereits ausgeflogen.

Alfred Schubert

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