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Schaltzentrale am Bahnhof Weilheim: Fahrdienstleiter Marco Schachtschabel – hier mit Carola Lülsdorf – ist einer von 15 Mitarbeitern, die im Weilheimer Stellwerk den Bahnverkehr südlich von Tutzing steuern. 

Tutzing-Kochel wird mitbetreut

Stellwerk Weilheim wird erneut erweitert

Das neue elektronische Stellwerk im Weilheimer Bahnhof ist erst vor gut einem Jahr in Betrieb gegangen. Trotzdem wird jetzt schon wieder erweitert.

Weilheim –  Das Stellwerk im oberen Stockwerk in dem markanten Bauwerk nördlich des Empfangsgebäudes, das für das „Regionalnetz Karwendel“ und somit die Bahnstrecken südlich von Tutzing und für die Strecke nach Oberammergau zuständig ist, bekommt einen Ableger.

Ein Stockwerk darunter wird gerade die Einrichtung eines weiteren Stellwerks vorbereitet, das Ende 2018 in Betrieb gehen soll. Von ihm aus wird dann der Betrieb auf der Strecke von Tutzing nach Kochel gesteuert, die derzeit umgerüstet wird. Die elektronischen Stellwerke sind die dritte Generation der Bahntechnik. Ursprünglich wurden Weichen, Signale und Schranken mit Hebeln und Kurbeln über Seilzüge bedient. Danach wurde auf elektro-mechanischen Betrieb umgestellt und die Anlagen über Schalter bedient. Bei den elektronischen Stellwerken werden alle wichtigen Anlagen in ihrem aktuellen Zustand auf einem Bildschirm angezeigt. Bedient werden sie per Mausklick. Weilheim gewinnt laut Carola Lülsdorf, die bei der „DB Netz AG“ als Leiterin für das „Regionalnetz Karwendel“ zuständig ist, mit der Einrichtung des neuen Stellwerks weiter an Bedeutung als zentraler Knotenpunkt.

Bereits jetzt herrscht hier rund um die Uhr Betrieb. Zwar gibt es zwischen dem letzten ankommenden Personenzug und dem ersten abfahrenden eine Lücke von rund drei Stunden, diese wird aber für Vorbereitungsarbeiten genutzt, sodass auch in dieser Zeit das Stellwerk besetzt sein muss. So werden zum Beispiel die Triebwagen, die mit Dieselmotoren fahren, zum Auftanken zur Tankstelle auf der Westseite des Bahnhofs gefahren.

Außerdem fährt nachts noch ein Güterzug auf dem Weg von München nach Italien durch den Weilheimer Bahnhof, in dessen Stellwerk 15 Mitarbeiter im Schichtbetrieb an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr im Einsatz sind. Das „Regionalnetz Karwendel“ dient laut Lülsdorf überwiegend dem Personenverkehr. Nur im Süden spielt der Güterverkehr noch eine größere Rolle. Dort fahren österreichische Güterzüge vom Zementwerk in Vils auf dem Weg nach Innsbruck im Korridorverkehr durch Deutschland.

Bahnsprecher Bernd Honerkamp nennt Zahlen: „Vom Fahrdienstleiter im Stellwerk Weilheim werden 188 Signale und 67 Weichen gestellt und 30 Bahnübergänge überwacht.“ An Werktagen fahren zwischen München und Garmisch-Partenkirchen 141 Züge, zwischen Geltendorf und Weilheim 52 Züge, zwischen Weilheim und Schongau 49 Züge und zwischen Murnau und Oberammergau 40 Züge. Hinzu kommen künftig noch 55 Züge zwischen Tutzing und Kochel, für die derzeit das zweite Stellwerk gebaut wird. Laut Honerkamp betragen die Gesamtinvestitionen für die beiden Stellwerke für das Werdenfelsnetz und die Kochelseebahn „jeweils rund 20 Millionen Euro“.

Alfred Schubert

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