Auf dieser Wiese an der Deutenhausener Straße ist der Neubau des Autoahauses MedeleSchäfer geplant, zwischen Wiesenweg und Baustoffhandel Renner. Im Hintergrund ist das Sportgelände am Zotzenmühlweg zu sehen.
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Auf dieser Wiese an der Deutenhausener Straße ist der Neubau des Autoahauses MedeleSchäfer geplant, zwischen Wiesenweg und Baustoffhandel Renner. Im Hintergrund ist das Sportgelände am Zotzenmühlweg zu sehen.

Kritik an Neubauplänen von MedeleSchäfer

Umfahrung Weilheim: Stünde das Autohaus dem Tunnel im Weg?

  • Magnus Reitinger
    vonMagnus Reitinger
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Der Weg scheint frei für die Neubaupläne des Autohauses MedeleSchäfer am Ostrand von Weilheim. Doch im Stadtrat gab es jetzt erneut Kritik an dem Projekt – und Zweifel, ob ein Ost-Tunnel als Umfahrung Weilheim dann überhaupt noch möglich wäre.

Weilheim – Gleich zwei grundlegende Entscheidungen hatte Weilheims Stadtrat in seiner Mai-Sitzung für das künftige, rund 20.000 Quadratmeter große Autohaus-Areal auf dem Feld zwischen Wiesenweg und Baustoffhandel Renner zu treffen. In der ersten ging es um die dafür nötige Flächennutzungsplan-Änderung – die nun mit sechs Gegenstimmen endgültig beschlossen wurde. Neue inhaltliche Einwände waren in der Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung nicht erhoben worden. Stadtratsmitglied Ullrich Klinkicht (Weilheim Miteinander) wunderte sich allerdings, dass die Regierung von Oberbayern das Gebiet nun für nicht mehr so ökologisch wertvoll hält wie in früheren Schreiben. Die Regierung habe ihre Stellungnahme „überdacht“, erklärte Manfred Stork seitens des Stadtbauamtes: Sie sei „zuerst von einer wahnsinnig artenreichen Vielfalt ausgegangen, die es so dort nicht gibt“. Auch Klaus Gast (CSU), Ortsreferent des Stadtrates für Deutenhausen/Marnbach, trug die Flächennutzungsplan-Änderung mit, betonte aber, dass er die „zukünftige gewerbliche Entwicklung nicht im Osten Weilheims sehe“.

Entscheidung gegen Tiefgarage „womöglich auf falscher Grundlage getroffen worden“

Mehr Pfeffer lag in der zweiten Entscheidung, die den konkreten Bebauungsplan „Gewerbegebiet nördlich der Deutenhausener Straße“ betrifft. Hier brachte die Tatsache, dass das Staatliche Bauamt neuerdings einen Ost-Tunnel als Umfahrungs-Variante prüft, neue Zweifel ins Spiel – auch im Blick darauf, dass der Stadtrat im Februar auf die Forderung verzichtet hatte, dass MedeleSchaefer eine Tiefgarage für Mitarbeiter-Stellplätze bauen muss. Die würde dort im Grundwasser stehen, hatte es im Februar geheißen, und würde für die Autohausbetreiber deshalb „zu hohe Mehrkosten“ bedeuten. Klinkicht wollte nun wissen, ob die Stadtverwaltung bei dieser Entscheidung schon von den Plänen für einen Ost-Tunnel wusste. „Nein“, antwortete Bürgermeister Markus Loth (BfW): „Aber das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.“

Laut Grünen-Sprecher Manuel Neulinger ist danach noch eine Stellungnahme zu Tage getreten, „dass eine Tiefgarage dort wohl doch nicht so schwierig wäre“. Deshalb sei die Entscheidung im Stadtrat „womöglich auf einer falschen Grundlage getroffen worden“. Loth konterte, es sei bei der Tiefgaragen-Ablehnung weniger um die bauliche Schwierigkeit gegangen, sondern darum, dem Bauwerber in einem bereits laufenden Verfahren nicht eine solche Änderung aufzudrücken: „Da ist eine gewisse Verlässlichkeit nötig.“ Claus Reindl (BfW) spitzte das Thema zu einer Frage an die Stadtratskollegen zu: „Wollen Sie erreichen, dass dieser Betrieb sich jetzt doch noch umorientieren und nach einem anderen Standort suchen muss?“

Ortsnahe Ostumfahrung durch Neubau „erschwert, aber nicht unmöglich“

Fragen hatte freilich auch die „Gegenseite“: „Ist es geprüft, dass die neue Tunnelvariante trotz des Medele-Baus möglich wäre?“, wollte Neulinger wissen – und fügte hinzu, dass er sich die Vereinbarkeit „nur schwer vorstellen“ könne. Das Staatliche Bauamt, erinnerte Stadtbaumeisterin Andrea Roppelt-Sommer, habe im Verfahren ja geschrieben, dass eine ortsnahe Ostumfahrung durch die Autohaus-Pläne „erschwert, aber nicht unmöglich“ wird. Von einem Tunnel sei damals allerdings noch keine Rede gewesen. Gleichwohl sei es nicht Aufgabe der Stadt, neuerlich eine Stellungnahme des Staatlichen Bauamts einzuholen.

Für Rüdiger Imgart (AfD) muss indes dringend geklärt werden, ob mit dem geplanten Autohaus-Neubau „die Tunnelvariante Ost nicht unmöglich wird“. Imgart war eines von zehn Stadtratsmitgliedern, die gegen den Bebauungsplan stimmten – neben Klinkicht, Romana Asam (FW), den beiden ÖDP-Stadträten und sämtlichen Grünen-Vertretern außer Alfred Honisch. Die Mehrheit segnete den Bebauungsplan jedoch in der vorliegenden Form ab. Mit kleineren Änderungen –die aber keine Grundzüge betreffen – wird dieser nun erneut einen Monat lang öffentlich ausgelegt.

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