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Abfahrt zu Demo: Mehr als 400 Radler protestierten gestern auf Einladung der Bürgerinitiativen „Heimat 2030“ und Marnbach/Deuten hausen gegen oberirdische Umfahrungen und forderten „zukunftsweisende Konzepte“. 

Weilheim

Über 400 Radler protestieren gegen Umfahrung

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Der Protest gegen eine oberirdische Umfahrung Weilheims hält an: Über 400 Bürger beteiligten sich an einer Radldemo und forderten „zukunftsweisende Konzepte“.

Weilheim – Das Radfahren, so rief Mitinitiator Ullrich Klinkicht am Ziel, dem Deutenhausener Mayr-Hof, unter Beifall, „müsste in Weilheim eigentlich der Individualverkehr Nummer eins sein“. Seine Forderung nach einem ernsthaften Radverkehrskonzept für die Kreisstadt hatte die lange Radl-Schlange dorthin eindrucksvoll unterstrichen: Gut 400 Radler machten sich am Sonntagmittag vom Marienplatz in einer Schleife durch die Innenstadt nach Deutenhausen auf. Gesichert wurde die ungewöhnliche Demonstration – die fünfte Großveranstaltung der Umfahrungsgegner binnen 15 Monaten – von der Polizei. Sie bescheinigte am Ende einen „perfekten“ Ablauf und zählte „an die 500 Teilnehmer“. Auf dem Weg waren noch einige hinzugekommen.

Radl-Demo gegen Umfahrung Weilheim: Naturzerstörung ist zu hoher Preis

Auf dem Bauernhof empfingen die Teilnehmer neue Transparente der Bürgerinitiative (BI) Marnbach/Deutenhausen: „Innenstadt entlasten, dafür Dörfer belasten? Nicht mit uns!“. Dass laut Verkehrsgutachten trotz Umfahrung auch in der Innenstadt 80 Prozent des Autoverkehrs bleiben würden, betonte Karin Knöthig (BI „Heimat 2030“): Die Naturzerstörung wäre dafür ein zu hoher Preis, sagte sie und appellierte an die Weilheimer, ihre eigene Mobilität zu verändern: „Dann brauchen wir vielleicht gar keine zusätzliche Autobahn direkt an Weilheim vorbei.“

Marnbachs BI-Sprecher Josef Niedermaier wandte sich „gegen jede Ostumfahrung“. Weil beispielsweise Lkw auf diesem Weg Maut sparen könnten, würde dies für Marnbach/Deutenhausen zusätzlichen Verkehr bedeuten, warnte er. Und als Komplett-Tunnel werde eine ortsnahe Ostumgehung gewiss nicht finanziert: „Das heißt, das wird ein offener Graben.“ Niedermaiers Fazit: „Wir müssen diesen Irrsinn verhindern!“

Über 400 Radler protestieren gegen Umfahrung

Dass der zunehmende Flächenfraß für Bauern auch eine Existenzfrage sei, erklärte Hans Seemüller, dessen Hof im Süden Weilheims direkt an der B2 steht. „Wir haben nur Stau, wenn Schule ist“, stellte er fest – was die Ampel am Gymnasium verschärft habe. Das aber sei ohne Umgehungsstraße zu lösen. Seemüller: „Ich bin eigentlich gegen jegliche Art von Umfahrung. Aber wenn es unbedingt sein muss und die Mehrheit das will, dann nur mit einem Tunnel.“

Radl-Demo gegen Umfahrung Weilheim: „Entlastungsgleis statt Entlastungsstraße“

Umrahmt von eigenen Folksongs von Christoph Ulrich & Friends, sprachen auf dem Mayr-Hof zudem Jan Spiegler („Fridays for future“), Thomas Vijverberg (Bund Naturschutz) sowie Thorsten Schmidt, Vorsitzender des Kleingartenvereins am Gögerl, dessen 200 Mitglieder von einer ortsnahen Ostumgehung direkt betroffen wären. Dennoch sei der Verein nicht zu den Themenabenden des Staatlichen Bauamts eingeladen worden, monierte Schmidt. Und Norbert Moy („Pro Bahn“) forderte, die 35 Millionen Euro, die für die günstigste Umfahrung veranschlagt sind, in ein zweites Gleis auf der Bahnstrecke Weilheim-Mittenwald zu stecken: „Entlastungsgleis statt Entlastungsstraße“.

mr

Lesen Sie auch: Umfahrung Weilheim: Viele Fragen an Gutachter Kurzak

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