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Kajakfahrer durchfuhren die für Boote angelegte Passage.
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Ministerin Ulrike  Scharf kam mit einem Elektroboot über den Ochsenbach zur Ammer. Mit ihm Boot saßen (v.l.) Flußmeister Stefan Kotz, WWA-Leiter Roland Kriegsch und Adi Fastner für die Fischer.
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Kleinlebewesen, Wasser und Totholz schütteten symbolisch in die Ammer, von links: Andrea Jochner-Weiß, Weilheims Bürgermeister Markus Loth, Ulrike Scharf, Wielenbachs Bürgermeister Korbinian Steigenberger, Harald Kühn (MdL) und Bernhard Küster.
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Umweltministerin Scharf eröffnet umgebautes Grundwehr

Wieder ein Stück mehr Natürlichkeit

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Am Umbau des Grundwehrs III an der Ammer bei Unterhausen schieden sich die Geister. Ökologische Interessen standen ökonomischen gegenüber. Zwei Jahre lang wurde nun gebaut, am heutigen Donnerstag eröffnete Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf das umgebaute Grundwehr – als naturnahe flache Rampe ohne Wasserkraftnutzung.

Weilheim – Dort, wo heute  Ulrike Scharf stand, stand an einem kalten Wintertag im Januar 2010 ihr Vorgänger Markus Söder. Hinter ihm stürzte die Ammer über das 1,60 Meter hohe und rund 100 Jahre alte Grundwehr III, vor ihm standen Vertreter der Ammer-Allianz, die ihm 8000 Unterschriften für eine Renaturierung der Ammer ohne Wasserkraft übergaben. Als Scharf gestern bei strahlendem Sonnenschein an der Ammer war, rauschte diese in einem leichten Bogen breit über eine rund 150 Meter lange Rampe. Doch im Zug des zweijährigen Umbaues wurde nicht nur der Flusslauf in einen natürlich-durchgängigen Zustand zurückversetzt, der es Fischen ermöglicht, wieder flussaufwärts zum Laichen zu wandern. Wie Roland Kriegsch, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Weilheim, sagte, wurde darüber hinaus der Ochsenbach, ein Altarm der Ammer, wieder an den Fluss angeschlossen, der Hochwasserschutz etwas verbessert und die Vernässung der Auen durch Abflachen des Ufers erreicht. Das Wasserwirtschaftsamt habe fast alle Arbeiten „schlüsselfertig“ selbst erledigt, nur Wassersteine und Baggerarbeiten hätten zugekauft werden müssen. Insgesamt belaufen sich die Kosten des Umbaus auf gut 2,1 Millionen Euro, die der Freistaat voll übernahm.

Scharf erinnerte daran, dass viele Flüsse für die Holztrift und den Hochwasserschutz ausgebaut worden seien, das Grundwehr III sei nur ein Beispiel dafür. Die Ammer sei aber vergleichsweise „glimpflich davongekommen“. „Die Ammer ist ein ökologisches Juwel mit einem herausragenden Artenreichtum“, stellte die Umweltministerin fest. Dank der modernen Bauweise könnten die Fische auch bei wenig Wasser wandern, Naturfreunde fänden ein „natürliches und strukturiertes Gewässer“ vor, und die Bootsfahrer könnten wieder sicher den Höhenunterschied überwinden, strich sie heraus. Seit 2001 investierte der Freistaat sieben Millionen Euro in den Umbau von fünf Bauwerken in der Ammer.

Laut Scharf gab es vier Anträge für Wasserkraftwerke an Stelle des Grundwehrs III. Sie seien jedoch alle vom Landratsamt abgelehnt worden, was nachvollziehbar sei, denn „der Flusslauf ist ein besonders sensibles Gebiet“. Scharf sieht aber durchaus eine Zukunft für die Wasserkraft in Bayern, „hier an der Ammer wäre der Preis dafür aber zu hoch gewesen“. Die Durchgängigkeit der Ammer sei Teil der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Der Fluss soll sich „zu einem weitgehend renaturierten und vollständig durchgehenden Gewässer entwickeln“. Als nächstes sollen das Peißenberger und das Oderdinger Wehr umgebaut werden.

Als „großen Tag für alle, die die Ammer lieben“, bezeichnete Landrätin Andrea Jochner die Einweihung des umgebauten Grundwehrs. Immerhin sei die Ammer europaweit ein Referenzfluss. Den kirchlichen Segen erteilten der evangelische Dekan Axel Piper und der katholische Pfarrer Engelbert Birkle, wobei Piper sagte: „Wir segnen nicht die Sohlgleite, sondern ein Stück von Gottes Schöpfung“. Für die Ammer-Allianz bedankte sich Bernhard Küster, dass der Umbau des Grundwehrs III ökologisch erfolgt sei.

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