Böbing: Tödlicher Unfall an Neujahr - 18-Jähriger kracht mit Ford in Baumgruppe
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Ein 18-Jähriger kam am frühen Neujahrsmorgen 2020 im Landkreis Weilheim-Schongau ums Leben.

Verkehrsbilanz 2020

Weniger Tote, mehr Verletzte im Straßenverkehr

  • vonKatrin Kleinschmidt
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Im Rahmen einer Pressekonferenz wurde jetzt die Verkehrsunfallstatistik für den Landkreis Weilheim-Schongau vorgestellt. Es ereigneten sich - auch aufgrund der Corona-Krise - deutlich weniger Unfälle. Und doch ist jeder einzelne einer zuviel.

Landkreis – Fünf Menschen sind bei Verkehrsunfällen im Landkreis im vergangenen Jahr gestorben. „Immer noch fünf zu viel, keine Frage“, sagte Landrätin Andrea Jochner-Weiß dazu. Trotz allem ist diese Zahl statistisch gesehen gut: „Weniger Verkehrstote hatten wir noch nie“, erklärte Robert Kopp, Leiter des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, als er im Landratsamt die Verkehrsbilanz für 2020 vorlegte.

In den vergangenen zehn Jahren war 2013 der traurige Höhepunkt, als 19 Menschen ums Leben kamen.

Auch bei der Gesamtzahl der Unfälle war 2020 im Vergleich seit 2011 das beste Jahr: 3344 Mal krachte es. Einen Wermutstropfen gibt es aber: Mit 740 Verletzten waren 55 Menschen mehr als noch 2019 betroffen. „Im Vergleich der letzten zehn Jahre ist das aber der zweitbeste Wert“, relativierte Kopp.

Alles in allem blickt der Polizeipräsident „wirklich zufrieden“ auf die Bilanz. Die sei zum Teil auch der Corona-Pandemie geschuldet. Durch Homeoffice und weniger Fernreisen „wurde die Mobilität geringer“, sagte der Polizeipräsident. Allerdings „drängte es sich im Ausflugsverkehr dann auch wieder“.

Noch immer der Hauptgrund für Unfälle mit Verletzten ist zu hohe Geschwindigkeit. „Darauf müssen wir weiter achten“, sagte Kopp – deshalb beteiligte sich der Freistaat zuletzt ja auch wieder am „Blitzermarathon“. Im Landkreis gab es 2020 insgesamt 230 Unfälle, die auf zu schnelles Fahren zurückzuführen waren – damit stand schnelles Fahren nur auf Platz vier der Unfallursachen. Doch es führte trotzdem zu den meisten Verletzten: 147 Menschen überstanden die Zusammenstöße nicht unbeschadet. Zum Vergleich: 756 Mal krachte es nach Fehlern beim Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren. Dabei wurden 108 Menschen verletzt – und niemand getötet. Anders als bei überhöhter Geschwindigkeit: Bei zwei von fünf Unfällen mit Toten war dies einer der Gründe.

Die anderen waren zu gringer Sicherheitsabstand oder die „falsche Fahrbahnbenutzung“, wie es im Bericht heißt – einer der Unfallbeteiligten war also in den Gegenverkehr geraten. Unter den fünf Toten waren zwei Auto-, zwei Motorrad- und ein Kleinkraftradfahrer.

Fußgänger oder Radfahrer kamen 2020 im Landkreis nicht ums Leben. Ein Trend, den Jochner-Weiß und Kopp gern weiter beobachten möchten. Diese Verkehrsteilnehmer seien wie Motorradfahrer „besonders ungeschützt“ und damit bei Unfällen gefährdet, schwer verletzt zu werden. „Das Tragen eines Fahrradhelms ist deshalb sehr sinnvoll“, betonte der Polizeipräsident. „Das wird leider vor allem von älteren Radfahrern vernachlässigt.“ 2020 zum Glück ohne schlimme Folgen.

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