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Dieser Baum im Weilheimer Krankenhausgarten brach entzwei. 

Unwetter über Weilheim

30 Minuten Gewitter, 40 Alarme

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Das Unwetter am Sonntagabend zog in nur etwa 30 Minuten über Polling und Weilheim, aber es brachte den dortigen Feuerwehren eine Menge Arbeit. Umgestürzte Bäume, abgerissene Äste und vollgelaufene Keller – die freiwilligen Helfer waren stundenlang im Einsatz.

Landkreis – Gegen 19 Uhr zog die Gewitterzelle von Schongau und Peiting kommend an Hohenpeißenberg vorbei hinunter zur Kreisstadt und weiter in Richtung Starnberger See. Etwa 30 Minuten tobte sich das Unwetter aus. „Es war sehr lokal“, sagt Alfred Messmer, Wetterbeobachter beim Deutschen Wetterdienst auf dem Hohen Peißenberg. Auf dem Berg selbst sei das Gewitter nicht allzu stark gewesen. Die Experten maßen dort Windstärke 8 in Böen und einen Niederschlag von 8,8 Liter pro Quadratmeter. Anders sah es in Peiting mit 20 Litern und im Raum Weilheim mit 15 bis 20 Litern Niederschlag auf den Quadratmeter aus.

Allein in Polling wurden der Feuerwehr 22 Einsatzstellen gemeldet. Um 20 Uhr ging der Alarm los. „Wir haben viel zu tun gehabt“, bilanzierte Kommandant Sebastian Boscolo gestern. Im ganzen Ortsbereich kümmerten sich die Helfer um umgestürzte Bäume. Teilweise hingen einige Exemplare im Tiefenbach, was zu einem Rückstau führte. Außerdem wurden zwei Keller ausgepumpt. Am Sorgenkind Russengraben ließ die Wehr die Hochwasserpumpe laufen. Insgesamt war um die 25 Aktive bis gegen Mitternacht im Einsatz.

In Weilheim war gegen 19.30 Uhr Alarm. Laut Kommandant Konrad Bischel halfen hier rund 25 Aktive bis gegen 1 Uhr an etwa 20 Einsatzstellen. Im ganzen Stadtgebiet, vor allem aber im Süden, lagen Bäume über Fahrbahnen und stand Wasser in Kellern. Betroffen sei vor allem ein Sportgeschäft an der Schmiedstraße gewesen, wo Wasser von der Fußgängerzone aus in den Laden lief und herausgepumpt werden musste. In Deutenhausen fiel ein Baum auf ein Hausdach. Zum Glück hielten sich keine Personen im Gebäude auf. Nach Rücksprache mit dem Hausbesitzer wurde auf eine sofortige Bergung des Baums verzichtet. Ebenfalls mit dem Wegräumen wurde auf dem Krankenhausgelände gewartet: Am provisorischen Parkplatz an der Südseite hatte der starke Wind einen Baum abgerissen. Es habe jedoch keine unmittelbare Gefahr bestanden, so Kommandant Bischel. Eine Firma sollte gestern zum Aufräumen anrücken.

Unwetter über Polling und Weilheim: Bilder

Glimpflich lief es in anderen Orten ab: In Peißenberg rückte die Feuerwehr laut Kommandant Michael Schleich lediglich zu einem in die Ammer gestürzten Baum aus. In Hohenpeißenberg meldete Kommandant Matthias Steiner gar keinen Einsatz. Bei der Weilheimer Polizei waren laut stellvertretendem Inspektionsleiter Bernd Schewe zwar 18 Meldungen aufgelaufen, „es war aber nicht polizeirelevantes dabei“.

Von 19.42 bis 19.50 Uhr kam es in einigen Gemeinden rund um die Kreisstadt zu einem Stromausfall. Laut „Bayernwerk“ waren Teile von Weilheim, Marnbach, Polling, Eberfing, Iffeldorf, Seeshaupt, Antdorf und Seeshaupt betroffen. „Mit Schaltmaßnahmen wurde die Störung aber schnell behoben“, teilte Pressesprecher Maximilian Zängl auf Anfrage mit.

In Schongau rückte die Feuerwehr zu rund 20 Einsatzstellen aus. 45 Aktive waren gut vier Stunden im Einsatz. Unterhalb der Stadtmauer am Maxtor drohte ein beschädigter Baum die Straße zu blockieren. An der Friedrich-Ebert-Straße bestand die Gefahr, dass die Dachplatten eines Wohnhauses zu Boden stürzen. Daher sperrte die Feuerwehr den Bereich ab.

andreas baar

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