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Jana Krämer, Geschäftsführerin des VdK. 

„Der Sozialstaat wird immer strenger“

VdK-Chefin: Warum sich unser Verband plötzlich nicht mehr vor Mitgliedern retten kann

Jana Krämer, VdK-Chefin der die Landkreise Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen, freut sich über einen Mitgliederboom - dafür fehlen ihr viele Ehrenamtliche. Ein Interview.

Darüber und über den Aktionstag am 21. Juni sprach Johannes Thoma mit Geschäftsführerin Jana Krämer.

Was sind die wichtigste Aufgaben des Sozialverbandes?

Krämer: Unser Grundsatz lautet „Vor Ort Solidargemeinschaft leben“. Wichtig ist neben der Rechtsberatung das ehrenamtliche Engagement der Ortsverbände, die sich um unsere Mitglieder kümmern, etwa mit Krankenbesuchen, Stammtischen oder Ausflügen. Das schafft Mitgliederbindung.

Wo gibt es die meisten Schwierigkeiten?

Krämer: Bei unserer Rechtsberatung geht es viel um die Themen „Altersarmut“, „bezahlbaren Wohnraum“ oder „Erwerbsminderungsrente“. Da kämpfen wir für unsere Mitglieder. Leider haben wir immer größere Schwierigkeiten, in den Ortsverbänden Nachfolger in der Vorstandschaft zu finden. Derzeit sind wir in Schwabbruck und Pähl gänzlich ohne Vorstand, auch in Raisting sind wir wieder auf der Suche.

Ist die Überalterung das größte Problem dabei?

Krämer: Ja, sicher, aber es gibt auch positive Beispiele: In Peiting, der Ortsverband zählt rund 590 Mitglieder, haben wir eine jüngere Vorstandschaft gefunden, die sehr aktiv ist und kürzlich die 70-Jahr-Feier organisiert hat. Grundsätzlich ist es schwierig, eine Vorstandschaft zu finden. Deshalb raten wir unseren Vorsitzenden immer, sich frühzeitig um einen Nachfolger zu kümmern. Liegt eine Vorstandschaft erst einmal brach, ist es schwierig, eine neue aufzubauen.

Wie sieht die Mitgliederentwicklung beim VdK-Oberland aus?

Krämer: Die ist total positiv, wir haben seit 2014 einen Nettozuwachs von 1000 Mitgliedern und stehen jetzt bei 11 080 in den beiden Landkreisen. Das Durchschnittsalter der Neumitglieder dürfte bei 50 Jahren liegen.

Worauf ist das zurückzuführen?

Krämer: Ich denke, der Sozialstaat wird immer strenger. Zudem gibt es im Sozialbereich immer neue Gesetze, wie jüngst in der Pflege. Da alles zu verstehen, ist sehr kompliziert, da können wir helfen.

Sie planen eine bayernweite Aktionswoche. Was ist im Landkreis geboten?

Krämer: Wir wollen auf uns aufmerksam machen und zeigen, was wir zu bieten haben. In Weilheim bieten wir am 21. Juni in unserer Geschäftsstelle ein vielfältiges Programm zur Seniorengesundheit. Am Freitag, 22. Juni, sind wir mit einem Infostand am Stadtplatz in Penzberg vertreten.

Interview: Johannes Thoma

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