Zwei Frauen stecken hinter den „Verborgenen Engeln“: Angelika Flock (l.) und Sabine Hermann.  

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„Verborgene Engel“ als Helfer in der Not

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Seit zwölf Jahren unterstützen die „Verborgenen Engel“ Menschen in Not. Im Interview erzählen Angelika Flock und Sabine Hermann, wer und was dahintersteckt.

Weilheim – Wenn Menschen Gutes tun wollen, indem sie an wohltätige Einrichtungen spenden, dann tauchen in letzter Zeit immer wieder die „Verborgenen Engel“ auf. Mal dürfen sie sich über 500 Euro freuen, mal über mehr. Doch wer sind eigentlich die „Verborgenen Engel“ und wie wirken sie? Die Heimatzeitung ging der Frage nach. Angelika Flock beantwortet die Fragen in Abstimmung mit Sabine Hermann, denn die „Verborgenen Engel“ gäbe es ohne die jeweils andere nicht.

Wer verbirgt sich hinter den „Verborgenen Engeln“?

Das sind wir beide, Sabine Hermann und Angelika Flock. Bei Großaktionen wie unserer jährlichen Weihnachtsaktion werden wir von einer kleinen „Engel-Armada“ unterstützt. Das heißt, rund 20 Frauen helfen mit, Weihnachtswünsche von jährlich rund 100 bedürftigen Kindern aus Weilheim und näherer Umgebung zu erfüllen. Neu im Team ist Kirchenpfleger Hubert Lauter, der in regelmäßigen Abständen die Kassenprüfung vornimmt.

Warum und wann wurden die „Verborgenen Engel“ gegründet?

Die „Verborgenen Engel“ wirken seit zwölf Jahren. Viele Gespräche beispielsweise mit Beschäftigten von Kindertagesstätten oder Mitarbeitern des Jugendamtes, vor allem aber viele persönliche Gespräche haben uns gezeigt, und zeigen uns, dass auch in unserer Stadt Not herrscht, vor allem dann, wenn jemand wegen geringer Einnahmen durch das soziale Netz fällt. Es gibt viel versteckte Armut, die uns besonders berührt.

Wie helfen Sie?

Wir helfen völlig unbürokratisch, direkt und diskret. Seit Anbeginn dürfen bedürftige Kinder in der Adventszeit an die „Verborgenen Engel“ einen Herzenswunsch richten und wir versuchen, diesen zu erfüllen. Die Freude bei den Kindern ist groß! Seitdem uns Spenden zufließen, was erst seit rund drei Jahren geschieht, können wir auch andere Projekte in Angriff nehmen, zum Beispiel die Unterstützung bei Klassenfahrten, bei Freizeit-Aktivitäten, bei Tanz- und Musikunterricht, bei Theaterbesuchen oder auch beim Erwerb eines Moped-Führerscheins. Wir freuen uns aber auch, wenn mit unserer Hilfe Familien gemeinsam Pizza essen gehen; wir helfen mit, wenn Kleidung oder Schuhe benötigt werden. Zudem haben wir unsere jährliche Schulranzen-Aktion, bei der wir zukünftige Erstklässler bei der Beschaffung von Ranzen und Schulbedarf unterstützen. Dies ist nur eine Auswahl der vielen kleinen und größeren Hilfestellungen, die wir leisten.

Was bedeutet es Ihnen, ein „Verborgener Engel“ zu sein?

Eine gute Frage. Darüber haben wir so noch nicht nachgedacht. Wir haben das Bedürfnis gesehen und einfach gemacht – und das machen wir bis heute. Das Wissen darum, dass wir Menschen eine Last abnehmen und auch Freude bereiten können, bekräftigt uns in dem, was wir seit zwölf Jahren tun. Und das tun wir am liebsten im Verborgenen. Es war uns nie ein Anliegen, „öffentlich“ zu werden. Aber irgendwann hat uns die Journaille entdeckt und uns aus der „Verborgenheit“ geholt, was natürlich den positiven Effekt der Spendenzuweisungen hat. Dadurch werden uns noch etliche weitere Unterstützungsmöglichkeiten eröffnet. Unser großes Anliegen ist es, weiterhin unbürokratisch und sofort helfen zu können. Und zwar jedem und jeder, der oder die zu uns kommt.

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