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Symbolische Lebensmittelkontrolle im „Rewe-Markt“ in Weilheim (von links) Olivier Stier, Martin Geisenberger, Dr. Konrad Renner und Marktleiter Andreas Klöble.

Mehr Arbeit und zu wenig Personal

Verbraucherschutz im Landkreis „am Anschlag“

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Erhöhter Dokumentationsaufwand, noch mehr zu kontrollierende Betriebe und zu wenig Personal: Die Lage am Amt für Tiermedizin und Verbraucherschutz am Landratsamt blieb auch 2017 angespannt. Laut Dr. Konrad Renner, der die Abteilung leitet, ist sein Team „am Anschlag.“

Weilheim – Wie die alljährlich von Renner herausgegebene Statistik zeigt, kontrollierte das Amt trotz der schwierigen Personalsituation mehr Betriebe als im Vorjahr (2016: 833; 2017:884). Dadurch, dass sich die Anzahl der im Landkreis ansässigen Betriebe vergrößert hat (von 2313 auf 2341), würde auch der Bedarf an Kontrollen weiter zunehmen. Das sei aktuell aber fast nicht mehr zu bewältigen.

Neben Gaststätten, Molkereien und Supermärkten zählen auch Textil- und Spielzeughersteller zu den 2341 Betrieben in der Region, die vom Verbraucherschutz überprüft werden. Olivier Stier und Martin Geisenberger, die in der Behörde im Qualitätsmanagement und in der Lebensmittelüberwachung tätig sind, sind gerade in diesen Bereichen häufig mit Rückrufkontrollen beschäftigt. „Vor allem in der Spielzeugbranche ist es aber besser geworden“, erklärt Stier.

Im Vergleich zu 2016 kam es im Zuge der gesamten Überprüfungen zu keinen Betriebsschließungen. Allerdings wurden fünf Mal Bußgelder aufgrund „gravierender Hygienemängel“ verhängt, auch die Zahl der „Allgemeinen Belehrungen“ nahm zu. Insgesamt sei die Lage im Landkreis aber „entspannt“, betonte Renner.

Neben den internen Sorgen aufgrund des Mitarbeitermangels sieht er seine Behörde im kommenden Jahr vor allem durch die Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest vor Herausforderungen gestellt. Um die Einschleppung der Seuche zu verhindern, seien Präventivmaßnahmen nötig.

„Noch viel wichtiger als die intensive Bejagung von Schwarzwild ist es, die Leute darüber aufzuklären, dass keine Küchen- oder Essensabfälle in der Landschaft entsorgt werden dürfen“, erklärt Renner. Nur so könne verhindert werden, dass Wildschweine zu Überträgern werden. Um die Verbraucher weiter zu sensibilisieren, müsse die Initiative von der Behörde ausgehen – beispielsweise in Form von Infoveranstaltungen. Doch auch dafür sei Zeit und Personal nötig.

Marion Neumann

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