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In Warnwesten sind die Schüler unterwegs, wenn sie (wie in dieser nachgestellten Szene) die Flugblätter überreichen. Mit im Bild sind (hinten, v. l.) Georg Off, Guido Grosam (Geschäftsführer der Kreisverkehrswacht), Andreas Wunder und die Realschullehrerin Karin Fritsch. 

Verkehrssicherheit in der Stadt

Realschüler bitten: „Geh weida, steig ab!“

Sie engagieren sich schon als Schülerlotsen. Trotzdem haben neun Schüler und Schülerinnen der Weilheimer Realschule noch eine weitere Aufgabe in der Verkehrssicherung übernommen.

Weilheim –  Sie arbeiten in einer Projektgruppe mit, die Radfahrer darauf aufmerksam macht, welche Gefahren entstehen können, wenn sie in der Fußgängerzone oder auf Gehsteigen radeln. Von Januar bis Juni sprechen sie im Rahmen der von Weilheims BfW-Stadträtin und Seniorenreferentin Brigitte Holeczek initiierten und von Stadt und Kreiswacht unterstützten Aktion „Geh weida, steig ab!“ in der Fußgängerzone und an anderen besonders kritischen Punkten in der Innenstadt Radfahrer direkt an.

Zur Halbzeit zogen die vier Schüler und fünf Schülerinnen Bilanz. Zusammen haben sie in 14 Einsätzen – zweimal wöchentlich, außer in den Ferien – gut 110 Stunden damit verbracht, Verkehrsteilnehmer, die im Fußgängerbereich verbotenerweise radeln, anzusprechen und ihnen ein Faltblatt zu geben, mit dem für „ein gutes Miteinander von Fußgängern und Radfahrern“ geworben wird.

Einmal im Monat treffen sich die Schülerlotsen zudem im „Café Bauerngirgl“, um ihre Erfahrungen zu besprechen und die Statistik auszuwerten, für die einer der Realschüler eigens eine App fürs Smartphone geschrieben hat. Eines hat die Auswertung bisher schon gezeigt: Ältere Radfahrer seien weniger einsichtig als die jüngeren. Dies liegt nach Einschätzung der Realschüler vermutlich daran, dass sich ältere Menschen von jüngeren nicht gern was sagen lassen wollen. Eine Schülerin berichtete, dass ihr auch schon einmal der Vogel gezeigt wurde. Sehr viele der Bürger, die trotz Verbots im Fußgängerbereich radeln, seien aber einsichtig und würden nach dem Gespräch nicht mehr aufsteigen, sondern ihr Rad schieben. In der Weilheimer Fußgängerzone ist das Radfahren laut Andreas Wunder von Ordnungsamt der Stadt nur von 22 bis 6 Uhr erlaubt. Aber auch in dieser Zeit müssten die Radfahrer Rücksicht auf Fußgänger nehmen.

Eintrag ins Zeugnis

Laut Georg Off, Vorsitzender der Kreisverkehrswacht, richtet sich die Aktion „Geh weida, steig ab!“ nicht gegen Radfahrer. Die Kreisverkehrswacht setze sich sogar für das Radfahren in der Stadt ein. Allerdings sollte dabei immer Rücksicht auf Fußgänger genommen werden, insbesondere auf ältere Menschen, die oft nicht schnell genug ausweichen können.

Für die jungen Verkehrswächter lohnt sich die Arbeit auch. Sie bekommen einen Vermerk im Zeugnis, der ihnen bei einer späteren Bewerbung nützlich sein kann, weil er bürgerschaftliches Engagement belegt.

Alfred Schubert

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