Die Ehrenamtlichen der Sicherheitswacht Weilheim Gerold Grimm (mitte) und Melchior Berger (r.) besprechen den Dienst vor Beginn noch mit den Beamten der Polizeiinspektion Weilheim in der Dienststelle – hier mit Polizeihauptkommissar Karsten Klement im Sommer 2019.
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Die Ehrenamtlichen der Sicherheitswacht Weilheim Gerold Grimm (mitte) und Melchior Berger (r.) besprechen den Dienst vor Beginn noch mit den Beamten der Polizeiinspektion Weilheim in der Dienststelle – hier mit Polizeihauptkommissar Karsten Klement im Sommer 2019.

Sicherheitswacht in Weilheim

Vermittler zwischen Polizei und Bürgern

  • Franziska Florian
    vonFranziska Florian
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„Ich habe ein Helfersyndrom“ sagt Gerold Grimm über sich selbst. Das hat ihn dazu gebracht, bei der Sicherheitswacht (SiWa) in Weilheim mitzuarbeiten. Und besonders freut ihn, dass die Sicherheitswacht so schnell von den Bürgern akzeptiert wurde.

Weilheim – Nur ganz selten sind es besonders aufregende Einsätze, die die Sicherheitswacht in Weilheim hat. „Ich sehe unseren Teil der Arbeit eher darin, Bewusstsein zu schaffen, dass es bestimmte Regeln gibt“, sagt Gerold Grimm. Die Sicherheitswacht sei der Vermittler zwischen den Bürgern und der Polizei.

Aufklärung sei dabei sehr entscheidend. Es gehe nicht darum, gleich jeden durch die Polizei anzeigen zu lassen, der einen Verstoß begangen hat. „Wenn man natürlich jemand zum dritten Mal trifft und er immer wieder uneinsichtig ist, dann muss man auch die Konsequenzen in Form einer Anzeige ziehen“, sagt der 63-Jährige.

Grimm war jahrelang stellvertretender Leiter des Bauamtes im Peißenberger Rathaus. Seit Juli 2019 ist er in Altersteilzeit und hat dadurch mehr Zeit für die Sicherheitswacht, der er bereits im März 2019 beigetreten ist. Eine Schicht dauert etwa drei Stunden, auf 15 Stunden kommt Grimm im Durchschnitt pro Monat. „Das variiert aber immer je nach Jahreszeit.“ Im Sommer sei es freilich mehr, als bei eisigen Temperaturen und starkem Wind im Winter. Vor allem, weil im Sommer auch mehr draußen los ist. „Man kennt die Hotspots, wo beispielsweise viel Müll rumliegt, ja mittlerweile“. Und die sind bei jedem Rundgang natürlich Pflicht.

Besonders gut gefällt es Grimm, wenn der Frühling in Weilheim einzieht und bei der Streife durch die Stadt die ersten warmen Sonnenstrahlen rauskommen. Auch wegen des Draußenseins hat sich Grimm für den Dienst bei der Sicherheitswacht entschieden. Und natürlich, weil er selbst mal Polizist werden wollte. „Wer wollte das als kleiner Junge nicht?“, fragt er rhetorisch und lacht. Grimm hat sich sogar mal bei der Bereitschaftspolizei beworben, ließ es aber dann doch bleiben und entschied sich für ein ehrenamtliches Engagement bei der Feuerwehr.

Dazu kommt, dass er in seiner Altersteilzeit nicht nur rumsitzen wollte. „Ich wollte zwar wieder etwas machen, aber nichts festes“, sagt Grimm. Also keinen Job, bei dem er beispielsweise jeden Montag, Mittwoch und Donnerstag feste Arbeitszeiten hätte. Eine andere ehrenamtliche Tätigkeit als die bei der Feuerwehr Peißenberg – Grimm wohnt in der Marktgemeinde – habe er sich vorgestellt. Und so kam er als Peißenberger zur Sicherheitswacht Weilheim. Seine Sicherheitswacht-Streife geht er hauptsächlich auch dort. „Das hat sich damals so eingependelt und läuft seitdem sehr gut“, erzählt Grimm.

In Weilheim von einem Ort zum anderen zu kommen, dauert zu Fuß etwas. Deshalb ist Grimm der Polizeiinspektion (PI) Weilheim sehr dankbar, dass sie seit vergangenem Jahr zwei Dienstfahrräder haben. „Das erleichtert es natürlich sehr.“ Wenn die Polizei die Mitglieder der Sicherheitswacht um Unterstützung bittet, sind diese viel schneller am Ort des Geschehens. „Vorher musste uns immer jemand abholen, das war schon aufwendig“, erzählt Grimm. Die Zusammenarbeit mit der Polizei in Weilheim sei hervorragend „und wir haben ein sehr gutes Verhältnis“.

Negative Kommentare oder Reaktionen auf seine Tätigkeit bei der Sicherheitswacht hat der Peißenberger noch nicht bekommen, obwohl er am Anfang schon die Befürchtung hatte, dass dieses Engagement nicht gut ankommt. Aber das Gegenteil war der Fall: „Ich war angenehm überrascht, wie positiv die Leute reagiert haben und wie schnell man als Sicherheitswacht zum Stadtbild gehört hat.“ Das liegt laut Grimm aber auch an der Art und Weise, wie man mit den Menschen umgeht, die man trifft. „Wir machen auch mal Späße mit den Jugendlichen oder Älteren“, sagt er.

In Zeiten der Ausgangssperre war Grimm mit seinen Kollegen zur Kontrolle der Maßnahmen unterwegs. „Wir haben zwei- bis dreimal kontrolliert, aber die Leute waren sehr diszipliniert und keiner war unterwegs. Das war fast ein bisschen gespenstisch“, erklärt er. Die Disziplin der Bevölkerung sei „respektabel und gigantisch“ gewesen.

Ein Beispiel für den üblichen Ablauf der Streife ist der Kontrollgang zu Spielplätzen oder anderen beliebten Orten. Am 20. Juni 2020 hatten unbekannte Täter am Spielplatz in der Murnauer Straße in Weilheim „mehrere Holzlatten eines Spielgeräts mutwillig herausgerissen“, berichtet Polizeihauptkommissar Tobias Neuner, der für die Sicherheitswacht in der Kreisstadt zuständig ist. „Durch die schnelle Feststellung dieser Beschädigung durch die Sicherheitswacht, konnte das Spielgerät durch die Mitarbeiter des Betriebshofes der Stadt Weilheim rechtzeitig abgesichert werden.“

Die Sicherheitswacht leiste sowohl in Weilheim als auch in Peißenberg einen wertvollen Beitrag, „um das Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung zu stärken,“ so Neuner. Insgesamt 1295 Einsatzstunden leisteten die Mitglieder der Sicherheitswachten Weilheim und Peißenberg im Jahr 2020. Und es werden bei Grimm und seinen Kollegen wohl noch viele weitere folgen.

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