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Das Gymnasium Weilheim war Gastgeber bei der LEV-Versammlung. Das Bild zeigt v.l.: Schulleiterin Beate Sitek, Minister Michael Piazolo, Susanne Arndt (LEV-Vorsitzende), Landrätin Andrea Jochner-Weiß und 3. Bürgermeisterin Angelika Flock.

Versammlung der Landes-Eltern-Vereinigung

Kultusminister in Weilheim: „Zurück zum G9“ als neue Chance

Die aktuellen Schülerdemos waren genauso ein Thema wie das „G9“, als am Wochenende am Gymnasium Weilheim die 69. Mitgliederversammlung der Landes-Eltern-Vereinigung abgehalten wurde.

Weilheim – Rund 150 Mitglieder der Landes-Eltern-Vereinigung (LEV) der Gymnasien in Bayern waren ins Gymnasium gekommen. Der Bayerische Staatsminister für Unterricht und Kultus, Michael Piazolo, sprach bei der Auftaktveranstaltung über aktuelle schulpolitische Entwicklungen.

Laut Piazolo wird das Wissen der Menschen trotz aller Digitalisierung „auch weiterhin von Bedeutung sein“. Wichtig sei auch in Zukunft die Kompetenz, das Wissen selbstständig anzuwenden und zu erweitern. In diesem Sinne sei es das Ziel des Kultusministeriums, die Qualität der bayerischen Gymnasien nicht nur zu halten, sondern weiter auszubauen.

Piazolo ging auch auf die Schülerdemonstrationen ein, die derzeit unter dem Motto „Fridays for future“ veranstaltet werden. Einerseits seien sie „Ausdruck des politischen Engagements“, andererseits hätten wir „aber auch eine Schulpflicht“. Er begrüße „jede Initiative, die in der unterrichtsfreien Zeit stattfindet“. Denn auch freitags würde unterrichtet, und den Unterricht bräuchten die Schüler, um voranzukommen.

Zum „G9“ meint Piazolo, er sei „froh, dass wir wieder zum neunjährigen Gymnasium gefunden haben“. Die zusätzliche Zeit biete neue Chancen, die für mehr Flexibilität genutzt werden könne. Auf die Frage eines Besuchers, was gegen den Lehrermangel gemacht werde, sagte der Minister, dass geplant sei, in den nächsten fünf Jahren 5000 neue Lehrerstellen zu schaffen. Den Islamunterricht will Piazolo als vergleichenden Unterricht, nicht zur Religionseinübung, weiterführen. Dafür gab es Applaus.

Die übermäßige Förderung von Mädchen an Schulen beklagte eine Teilnehmerin aus Dachau. Das Problem sieht Piazolo auch. Es könne dadurch gelöst werden, dass mehr Männer als Lehrkräfte eingestellt werden.

Zur Einführung von Technik im Unterricht sagte Piazolo: „Ein guter Unterricht mit Tafel und Kreide ist mir lieber als ein schlechter mit Whiteboard.“

Ein Vater aus dem Augsburger Raum sieht es als Ungerechtigkeit an, dass er 7000 Euro Fahrkosten für seine Kinder übernehmen musste, weil sie nicht das nächstgelegene Gymnasium, sondern ein nach seiner Ansicht besseres besuchten. Er habe die Fahrtkosten ganz selbst zahlen müssen. Gerechter sei es, wenn die Eltern bei erhöhten Fahrkosten nur die Mehrkosten selbst tragen müssten. Auch Landrätin Andrea Jochner-Weiß hält dies für sinnvoll. Piazolo versicherte: „Das Thema wird nicht ruhen.“

Der Landkreis als Bildungsstandort

Jochner-Weiß stellte in ihrem Grußwort den Gästen, die aus ganz Bayern angereist waren, den Landkreis vor. Dieser sei vor allem bekannt wegen des Radoms, der Wieskirche und des Buchheim-Museums. Weniger bekannt sei, dass er auch ein „großartiger Bildungsstandort“ sei. Es gebe 17 weiterführende Schulen, darunter drei Gymnasien, in die viel investiert werde. Als Beispiele nannte sie das Weilheimer Gymnasium, in dessen Sanierung der Landkreis 21 Millionen Euro steckt, und den Neubau der Berufsschule für 70 Millionen Euro. Weilheims dritte Bürgermeisterin Angelika Flock sieht eine immer wichtiger werdende Aufgabe der Schulen darin, Werteerziehung zu leisten. Tolerant zu sein und Menschenrechte zu achten, sei wichtig. Flock liegt damit auf einer Linie mit Direktorin Beate Sitek, die ebenfalls die Bedeutung der Werteerziehung bei der Persönlichkeitsbildung betonte.

Am Nachmittag sprach Ministerialrat Ulrich Seiser dann über Islamunterricht an bayerischen Schulen. Am Sonntag standen Vereins-Formalia auf der Tagesordnung.

Alfred Schubert

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