Der frischgebackene Bundestagskandidat Arnold Reuss zwischen den Landtagsabgeordneten Florian Streibl (Kreisvorsitzender Garmisch-Partenkirchen) und Susann Enders (Kreisvorsitzende Weilheim-Schongau).
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Der frischgebackene Bundestagskandidat Arnold Reuss zwischen den Landtagsabgeordneten Florian Streibl (Kreisvorsitzender Garmisch-Partenkirchen) und Susann Enders (Kreisvorsitzende Weilheim-Schongau).

Arnold Reuss (38) aus Weilheim tritt für die Freien Wähler an

Vom Neumitglied zum Bundestagskandidaten für die Freien Wähler: „Ich habe nichts zu verlieren“

  • Boris Forstner
    vonBoris Forstner
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Mit einem Politik-Neuling gehen die Freien Wähler in die Bundestagswahl am 26. September: Arnold Reuss aus Weilheim will mithelfen, dass die Freien Wähler, die in Bayern längst etabliert und in der Landesregierung sind, auch den Sprung nach Berlin schaffen.

Landkreis – Erst seit November ist Reuss Mitglied bei den Freien Wählern. „Ich war schon immer ein politisch interessierter Mensch, hatte aber noch keine Heimat gefunden“, sagt der 38-Jährige. Die fand er schließlich bei den FW, bei denen er sich immer schon gedacht hatte, sie könnten etwas für ihn sein, „weil sie für mich schon immer ein Garant für pragmatische, ideologiefreie und bürgernahe Politik im kommunalen Bereich sind“. Die Kontaktaufnahme war so einfach wie kurios: Die Vize-Kreisvorsitzende Romana Asam ist seine Nachbarin, „und ich habe von mir aus gesagt: Ich würde gerne bei euch mitmachen“, sagt Reuss schmunzelnd.

In vier Monaten vom Neumitglied zum Bundestagskandidaten

Da lehnt natürlich keine Partei ab. Reuss brachte sich interessiert ein und rückte plötzlich ganz nach vorne, als ein Kandidat für die Bundestagswahl gesucht wurde und niemand von sich aus Interesse zeigte. Denn 2017 waren die Freien Wähler im Wahlkreis Weilheim, der auch den Landkreis Garmisch-Partenkirchen umfasst, gar nicht angetreten – das sollte sich nicht wiederholen. „Ich habe es nicht darauf angelegt, aber als von Asam und der Landtagsabgeordneten und Kreisvorsitzenden Susann Enders die Anfrage kam, ob ich kandidieren will, habe ich gesagt: Ich traue es mir zu und probiere es“, sagt Reuss. In vier Monaten vom Neumitglied zum Bundestagskandidaten – viel schneller geht nicht.

Reuss kam schon im ersten Lebensjahr nach Weilheim

Geboren in Rumänien, kam Reuss schon im ersten Lebensjahr nach Weilheim und ist seitdem, mit kurzer Studien-Unterbrechung, der Kreisstadt treu geblieben. Reuss arbeitet als Fachangestellter in einer Münchner Patentanwaltskanzlei, war lange Jahre ehrenamtlich bei der evangelischen Kirche in Weilheim engagiert und musiziert gerne, er war unter anderem in der Bigband des Weilheimer Gymnasiums dabei. Reuss ist ledig, „privat und beruflich passt es derzeit – und ich habe nichts zu verlieren“, sagt er optimistisch..

Einstimmig wurde Reuss bei der Aufstellungsversammlung, die unter strengem Hygienekonzept in der Weilheimer Stadthalle stattfand, nominiert. Enders gab sich optimistisch: „Bei einem Einzug der Freien Wähler in den Bundestag besteht jetzt endlich die Möglichkeit auf eine bürgerliche Koalition nach bayerischem Vorbild, für ganz Deutschland.“

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