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Süße Babys mit dem Geburtsort Weilheim im Pass, das wird es drei Monate lang nicht mehr geben. 

Krankenhaus Weilheim

Von Geburtshilfe-Schließung kalt erwischt

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Die vorübergehende Schließung der Geburtshilfe im Weilheimer Krankenhaus vom 1. Oktober bis 31. Dezember hat Frauen kalt erwischt.  Weilheims Bürgermeister Markus Loth (BfW) sieht derweil „keinen Grund zur Panik“

von Brigitte Gretschmann

Weilheim –   Loth  geht fest davon aus, dass die Schließung nur vorübergehend ist. Dass das Hebammen-Problem so akut sei, habe ihn allerdings schon überrascht. Loth, der auch im Aufsichtsrat der Krankenhaus GmbH ist, sagte: „Wir tun alles dafür, dass die Geburtshilfe ab 1. Januar wieder geöffnet wird“.

Überrascht von der dreimonatigen Schließung wurde auch das Klinikum in Starnberg, das eine beliebte Anlaufstelle für werdende Eltern aus dem Landkreis We

ilheim-Schongau ist, Er habe davon aus der Presse erfahren, sagte gestern Dr. Thomas Weiler, Vorsitzender der Geschäftsführung. Weiler hofft, dass möglichst viele Frauen, die in den nächsten drei Monaten in Weilheim entbinden wollten, in das Krankenhaus nach Schongau gehen. Denn durch die Schließung von Entbindungsstationen sei die Situation in Oberbayern ohnehin bereits „sehr angespannt“, was auch das Klinikum Starnberg zu spüren bekomme. Im vergangenen Jahr wurden dort rund 2700 Kinder geboren, darunter 260 aus dem Raum Weilheim-Schongau. Heuer, so Weiler, seien es schon „über 200 Geburten mehr als im vergangenen Jahr“. In Starnberg arbeiten 23 Hebammen, alle freiberuflich.

Laut Isa Berndt, Sprecherin der Krankenhaus GmbH Weilheim-Schongau, wurde die Leitung des Klinikums Garmisch-Partenkirchen, mit dem die Krankenhaus GmbH einen Kooperationsvertrag zur Betreuung von Neugeborenen hat, „sofort informiert“. Rund 20 Frauen aus Weilheim mit einem Geburtstermin bis Mitte Oktober haben sich ihren Worten nach schon in Schongau gemeldet. Die Neugeborenenstation Schongau verfügt über 13 Betten. Das Ärzteteam umfasst drei Belegärzte und acht Hebammen. „Die Kolleginnen hier in Schongau haben sich bereits auf die neue Situation eingestellt und sehen sie als Herausforderung“, so Isa Berndt. „Wir versuchen, unser Bestes zu geben“, bekräftigte Daniela Schregle bei einer kleinen Krisensitzung im Schongauer Kreißsaal. Jede Zwölf-Stunden-Schicht müsse doppelt abgedeckt werden. Die Hebammen rechnen für Schongau während der Zeit der Schließung in Weilheim mit 20 bis 30 Geburten pro Monat mehr. In Schongau kamen allein im August und September fast 100 Kinder zur Welt.

Wie groß Unruhe und Ärger bei werdenden Eltern über die Schließung ist, zeigt ein Blick in die sozialen Medien. „Wahnsinn! Vor allem im Winter nach Schongau fahren. Das kann in der Nacht schon gefährlich sein. Da schneits mehr als bei uns. Hoffentlich wartet der Schnee bis Januar“, schreibt eine Userin. „Oje, habt ihr in dieser Zeit Termin???“, fragt eine andere in die Runde, worauf sie als Antwort erhält: „Ja, leider. Ich war erst letzte Woche zur Geburtsanmeldung. Kein Mensch hat was gesagt“.

Info

Mütter, die ihre Entbindung in Weilheim geplant hatten und nach Schongau ausweichen möchten, sollen sich im Kreißsaal unter Telfon 08861/215130 anzumelden. Werdende Mütter, die in schon Richtung Kreißsaal unterwegs sind, werden gebeten, sich ebenfalls unter dieser Nummer zu melden.

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