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Vier Frauen, ein Team: vorne von links: Birgitta Christ und Rautgunde Lammerer, hinten von links: Ulrike Leimig und Angelika Flock. 

Vor 25 Jahren gegründet

Trommeln für das „Netz gegen sexuelle Gewalt“ 

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Vor 25 Jahren wurde das „Netz gegen sexuelle Gewalt“  gegründet. Der Verein hofft für seine Beratungsstelle  auf finanzielle Förderung durch Sponsoren und die Kommunalpolitik.

Weilheim – Über sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche wurde vor 25 Jahre noch nicht viel gesprochen, aber sie war da. Auch im Landkreis, auch in Weilheim. Mitarbeiter von Ämtern und Erziehungsberatungsstellen, aber auch von Kindergärten und Horten waren damit konfrontiert. Heute gibt in Weilheim an der Theatergasse eine Beratungsstelle des „Netz gegen sexuelle Gewalt“. Damit deren Arbeit weiter laufen kann, braucht sie aber finanzielle Hilfe, auch von der Kommunalpolitik, so Dr. Rautgunde Lammerer, die Vorsitzende des Vereins.

Der Verein „Netz gegen sexuelle Gewalt“ wurde vor 25 Jahren gegründet. Volker ter Haseborg vom Jugendamt des Landkreises, Michael Kosler vom Franziskushort, Hermann Seel von der Erziehungsberatungsstelle, Gottfried Koppold von der Kinderhilfe und Birgitta Christ vom Gesundheitsamt gehörten zu den Gründungsmitgliedern. Ihr Ziel war „Beratungsstellen zum Thema sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche weiterzubilden, die Öffentlichkeit für dieses Thema zu sensibilisieren und Betroffene zu unterstützen“, so Lammerer in einem Rückblick auf die vergangenen 25 Jahre.

Der Verein wurde vielfältig aktiv: Am Gesundheitsamt wurde eine Infostelle zum Thema „sexueller Missbrauch“ eingerichtet, zur Unterstützung von Beratungsstellen, Schulsozialarbeit und Polizei nahm eine Planungsgruppe ihre Arbeit auf. Auch eine Selbsthilfegruppe für Frauen, die in ihrer Kindheit und Jugend von sexueller Gewalt betroffen waren, wurde gegründet. Zudem wurde 2003 ein Videovernehmungszimmer in Murnau

eingerichtet – „mit finanzieller Hilfe des ,Zontaclubs’ Garmisch und tatkräftiger Unterstützung der Polizei“.

Zwei Stiftungen als Geldgeber Der 

Der Verein hat eine durchaus bewegte Geschichte. „Birgitta Christ hat den Verein bis Ende 2013 21 Jahre mit großem Engagement durch Höhen und Tiefen geführt und mehrfach dafür sorgen müssen, dass die Vorstandschaft für sein Bestehen auch ausreichte“, berichtet Lammerer. Christ war es auch, die Ende 2013 den Anstoß gab, mit Hilfe von Kerstin Hemme Stiftungsgelder zu akquirieren, um „als Krönung unserer Arbeit eine spezialisierte Fachberatungsstelle für Kinder, Jugendliche und Heranwachsende bis 27 Jahren gründen zu können“.

Inzwischen leitet Hemme diese Stelle, unterstützt von einer weiteren Beraterin und einer Verwaltungskraft. Gefördert wird die Arbeit nun im dritten Jahr von zwei Stiftungen. „Wir hoffen sehr, dass die nächsten Jahre finanziell zu stemmen sind“, so Lammerer. Hauptaufgabe des Vereins werde es sein, „über Öffentlichkeitsarbeit Sponsoren für unsere Beratungsstelle zu finden und Politiker auf kommunaler Ebene zu einer öffentlichen Förderung der Beratungsstelle zu bewegen“.

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