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Der Gründungsvorstand von „Nie wieder!“: (v.l.) Doro Sührig, Harald Effhauser, Marie-Luise Barthel und Dominik Streit.

Vorstand will „Nein“ sagen können

Durch Information der Bürger eine hohe Wahlbeteiligung erreichen und so die Demokratie fördern. Das ist eines der wesentlichen Ziele, die sich ein Verein gesetzt hat, der jetzt im „Dachsbräu“ gegründet wurde.

Weilheim – Eingeladen hatten Dominik Streit und Doro Sührig, die den Feiertag der Wiedervereinigung bewusst als symbolisches Datum gewählt hatten, wie Streit erklärte.

Zur Gründungsversammlung waren 24 Interessenten gekommen. Die von den Initiatoren vorbereitete Satzung des Vereins „Nie wieder! Gemeinsam gegen Rechts im Landkreis Weilheim-Schongau“ wurde in einigen Punten von der Versammlung geändert. So wird die Mitgliederversammlung nicht „in der Regel“, sondern „mindestens“ einmal im Jahr tagen. Sie wird auch entscheiden, ob der Vorstand eine „Doppelspitze“ bekommt. Zu einer längeren Diskussion führte der Passus über den Beitritt zum Verein. Vorgesehen war, dass der Vorstand über einen Beitrittsantrag entscheidet. Wie Streit und Sührig erklärten, will sich der Vorstand vor einer Aufnahme von Mitgliedern über diese informieren. Dies soll nur über öffentlich zugängliche Quellen wie etwa Profile in sozialen Medien erfolgen. Einige der Anwesenden sahen dies als zu starke Kontrolle.

Die Initiatioren halten diese Bestimmung aber für notwendig, da sonst die Gefahr bestehe, dass Personen beitreten, die dem Verein schaden wollen. Streit: „Wir wollen notfalls ‘nein’ sagen.“ Diese Erklärung akzeptierten die Anwesenden und stimmten geschlossen für die Satzung. Für die Mitgliedschaft wurden jährliche Mindestbeiträge festgelegt. Natürliche Personen zahlen 30 Euro, juristische Personen 100 Euro. Für Personen ohne Erwerbs- oder vergleichbares Einkommen wurde ein Euro pro Jahr als symbolischer Beitrag festgelegt. Dem stimmte die Versammlung geschlossen zu. Einstimmig wurde auch der Vorstand gewählt. Der Weil-heimer Bankangestellte Dominik Streit und die Weilheimerin Doro Sührig, die als Referentin des Grünen-Landtagsabgeordneten Andreas Krahl arbeitet, bilden die Doppelspitze. Die Weilheimer Auszubildende Marie-Luise Barthel ist stellvertretende Vorsitzende, der Hohenpeißenberger Rentner Harald Effhausen Kassier. Kassenprüfer sind der Huglfinger Bürgermeister Bernhard Kamhuber und der Huglfinger Rentner Wolfgang Greza.

Als erste Aktionen sind laut Streit Vorträge über den Nationalsozialismus und das KZ Dachau geplant. Zudem werde der Verein zur Teilnahme an Wahlen aufrufen. Interessenten können Anfragen an „info@niewieder-wm.de“ stellen. Die Website „niewieder-wm.de“ geht laut Streit demnächst online.

Alfred Schubert

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