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Über 300 Zuhörer folgten dem Vortrag von Birgit Kelle, die den Kindergärten den Kampf ansagte und forderte, Frauen sollen zu Hause bleiben.

„Alles im Wandel - Nix is fix?!“

Kontroverser Vortrag: Plädoyer für das konservative Familienbild

Die Buchautorin Birgit Kelle sprach im Weilheimer „Haus der Begegnung“ über den Wandel des Familienbildes.

Weilheim – „Alles im Wandel – Nix is fix?!“ ist das Thema der diesjährigen „Glaubensfragen“. Zum zweiten Vortrag „Familie, was bleibt, wenn sie geht?“ lud die Pfarreiengemeinschaft jetzt ins „Haus der Begegnung“ ein. Gekommen waren rund 300 Zuhörer.

Kinder werden immer früher aus der Familie herausgenommen, warum wird die Arbeit in der Familie schlechter gemacht und die Familie weiter zurückgedrängt? Diese Fragen versuchte Birgit Kelle zu beantworten. Die Referentin ist Mutter von vier Kindern, in zahlreichen Frauen- und Familienverbänden engagiert und trat als Expertin zum Themenkomplex „Gender“ auf.

Die 42-Jährige schreibt auch für zahlreiche Print- und Onine-Medien und ist Autorin dreier Bücher, ihr neuestes Werk erschien im Juli 2017. Der Titel des Buches: „Muttertier. Eine Ansage“. „Wir brauchen die Frauen“ war der Tenor des Abends, der sich durch den gesamten Vortrag von Birgit Kelle zog. Sie ist der Überzeugung, dass die Normalfamilie – Vater, Mutter, Kind – auch derzeit kein Auslauf-, sondern ein Erfolgsmodell ist.

Noch heute leben laut ihrer Aussage rund 80 Prozent der Kinder bei den leiblichen Eltern. Doch was passiert, wenn Familien verschwinden? Das Thema sei seit gut 50 Jahren aktuell und ein schleichender Prozess. Denn die Zahl der Alleinerziehenden, Geschiedenen und Regenbogenfamilien wachse ständig.

Hier sei die Politik gefordert. Familie müsse im politischen Bewusstsein Thema sein, so Kelle. Es werde viel über Kinderrechte geredet, doch die Familienpolitik trage dazu bei, dass Familien zehren, Frauen und Familien geraten unter einen neuen Druck.

„Als Hausfrau und Mutter ist man nicht mehr adäquat, der Beruf der Mutter wird ausgeklammert. Mütter, die noch Zeit haben für ihre Kinder, gehören zur Avantgarde“, so Kelle. „Doch die junge Generation wünscht sich eine intakte Familie, will Kinder bekommen. Wir sind eine Nation von Spießern, doch das garantiert auch Stabilität“, ist Kelle überzeugt.

Sie legte nach: Die Zahl der Kindergartenplätze steige stetig an, führte die Referentin an. Nur 30 Prozent aller Familien hätte einen Betreuungsbedarf für Kinder unter drei Jahren – angeboten würden aber 100 Prozent.

Da der Bedarf aber nicht gebraucht würde und ein Betreuungsplatz 1200 Euro koste, könnte dieses Geld in die Familien fließen, damit sie ihre Kinder zuhause betreuen können.

Von Inge Beutler

Nächster Termin der „Glaubensfragen“:

Am Montag, 14. Mai, spricht Dr. Jörg Bremer über „Papst Franzsikus – Aufbruch oder Verunsicherung“. Beginn ist um 20 Uhr im „Haus der Begegnung“.

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