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Bot beste Unterhaltung: Siegfried Rauch las Valentin-Texte und erzählte Anekdoten aus seinem Schauspielerleben. 

Vortragsreihe in Weilheim

Heiteres „Lesepause“-Ende mit Siegfried Rauch

Zum Abschluss der Reihe „Lesepause“ gab es einen besonderen Vorleser. Schauspieler Siegfried Rauch erzählte Anekdoten aus seinem Leben.

Weilheim – Beinahe hätte das Unwetter am Sonntag der Weilheimer „Lesepause“ ein jähes Ende bereitet. Kurzerhand musste die Lesung des Schauspielers Siegfried Rauch vom Kirchplatz ins Pfarrheim „Miteinander“ verlegt werden. Getreu dem Spruch von Karl Valentin – „I freu mi, wenn’s regnet, denn wenn i mi nicht freu, regnets auch“ – begann Rauch mit einer viertel Stunde Verspätung den überaus heiteren Abend. „Da hab’ ich noch gar nicht angefangen, und schon gibt’s Applaus“, sagte der ehemalige „Traumschiff-Kapitän“, der in Untersöchering lebt.

Er erzählte Begebenheiten aus seinem Schauspielerleben. „Das ist schon ein komischer Beruf. Da bin ich kein Kapitän, muss aber so lügen, dass man es glaubt.“ Das mit dem Lügen sei so eine Sache, die Schauspieler könnten das perfekt, im Gegensatz zu den Politikern, „die lügen schlecht“, sagte er humorvoll. Witzig auch die Begegnung mit einer alten Dame, die meinte: „Sie kenn’ ich doch, sind sie nicht der Thomas Gottschalk?“ Seinerzeit wurde er einmal als Fremdgänger beschimpft: „Ich drehte einen Film mit Maria Schell, musste einen Seitensprung mimen, was mir in dem Ort viel Ärger einbrachte“. Als ein Produzent ihn fragte, ob er reiten kann, „sagte ich ja“. Und so musste Rauch mal mit Cowboys reiten, mal in Mexico mit einem wilden Pferd einen Fluss durchqueren. Einmal bewahrt ihn seine Frau Karin vor Schlimmerem. Sein Rat: „Es ist immer gut, wenn man den Ehefrauen folgt.“

Gar nicht mehr aus dem Lachen heraus kamen die Besucher, als Rauch Geschichten seines Lieblingskomikers Karl Valentin vortrug. Der Besuch beim Arzt mit der Magenverstimmung, der Hauskauf oder die Geschichte von den Semmelnknödeln – das alles trug er mit gekonnter Mimik vor. Und nach jeder Episode meinte er zu Musiker Michael Schuster, der ihn auf dem Akkordeon begleitetete: „Jetzt spiel’ ma wieder a Stückerl“. Es war ein vergnüglicher Abend, der die Besucher guter Stimmung entließ. Schade, dass die „Lesepause“ zu Ende ist.

Inge Beutler

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