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Die Kollegin braucht sich nicht zu sorgen: Ihre Berechtigung, ein „Kraftfahrzeug mit Verbrennungsmaschine der Klasse drei“ zu führen, ist immerhin noch bis zum 31. Januar 2033 gültig. 

EU-Neuregelung

Wann muss mein Führerschein umgetauscht werden?

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Gnadenfrist für den geliebten alten Führerschein. Zwar müssen die grauen und rosafarbenen Dokumente laut einer EU-Vorschrift umgetauscht werden, die Fristen dafür sind allerdings großzügig bemessen.

Landkreis – Wer seinen aktuellen Führerschein vor dem 19. Januar 2013 bekommen hat, der kann sich Zeit lassen. Seit diesem Tag ist, wie Landkreis-Sprecher Hans Rehbehn auf Anfrage der Heimatzeitung mitteilte, die Gültigkeit der ausgestellten Führerscheine auf 15 Jahre befristet. „Die Befristung bezieht sich nur auf das Führerscheindokument und nicht auf einzelne Fahrerlaubnisklassen“, erläutert Rehbehn.

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass nach momentaner Rechtslage alle vor dem genannten Stichtag ausgestellten Führerscheine (sowohl alte Papierführerscheine als auch alte Kartenführerscheine) bis allerspätestens zum 19. Januar 2033 umzutauschen sind. „Eine Empfehlung des Verkehrsausschusses, wonach der Umtausch gestaffelt vonstatten gehen soll, wurde bislang nicht umgesetzt“, erläutert der Pressesprecher des Landratsamtes weiter. Derzeit tauchen immer mal wieder Aufstellungen im Internet auf, in denen aufgeführt ist, bis wann welcher Führerschein umgetauscht werden muss – zuerst die grauen, dann die rosafarbenen, schließlich auch die Kartenführerscheine. Diese Angaben entbehren allerdings bislang jeder Grundlage.

Wer jetzt dennoch nicht bis Januar 2033 warten möchte und gleich einen neuen Kartenführerschein beantragen will, der kann das laut Rehbehn persönlich bei der Führerscheinstelle in Weilheim oder Schongau erledigen. „Mitzubringen sind ein aktuelles biometrisches Passbild (nicht älter als ein Jahr), der bisherige Führerschein sowie ein Ausweisdokument“, erklärt der Pressesprecher. Sollte es sich nur um einen Umtausch handeln – also keine zusätzliche Verlängerung des Lkw-Führerscheins oder Ähnliches – ist eine Gebühr in Höhe von 29 Euro zu entrichten. Der neue Kartenführerschein werde dann direkt per Einschreiben von der Bundesdruckerei zugestellt und müsse nicht mehr bei der Führerscheinstelle abgeholt werden.

Frisurentechnische Jugendsünden können endlich behoben werden

Eines muss allerdings dabei beachtet werden: Die Führerscheine, die jetzt ausgestellt werden, sind nur noch 15 Jahre lang gültig. Man müsste also im Jahr 2033 schon wieder einen neuen beantragen. Oder man behält einfach doch seinen alten Führerschein weiter – und tauscht ihn dann ebenfalls im Jahr 2033 um, spart sich aber 29 Euro und den Weg zur Führerscheinstelle.

Ein Grund, vielleicht doch vorfristig den Führerschein wechseln zu wollen, ist für viele das Foto, dass das meist deutlich jüngere Selbst mit meist ausgefallenen Frisuren zeigt. So mancher geniert sich dann doch ein wenig, auf Verlangen das Dokument mit dem Bild zu präsentieren. Wer nun allerdings fürchtet, diesen vielleicht peinlichen, aber nostalgischen Zeitzeugen zu verlieren, wenn er einen neuen Führerschein beantragt, den kann Rehbehn beruhigen: „Die alten Führerscheine können entwertet und mit nach Hause genommen werden.“

Darüber, ob und gegebenenfalls wie die Besitzer alter Führerscheine auf die bevorstehende Umtauschpflicht hingewiesen werden sollen, ist übrigens noch nicht entschieden: „Ein Anschreiben seitens der Führerscheinstelle ist nicht geplant. Es wurde auch noch kein Bußgeldtatbestand festgelegt“, sagt Rehbehn.

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