+
Nichts geht mehr: Der Sprungturm wurde im September 2019 gesperrt.

Landratsamt entscheidet

Warten auf Sanierung: Weilheimer Hallenbad bleibt weiter zu

  • Andreas Baar
    vonAndreas Baar
    schließen

Das landkreiseigene Hallenbad in Weilheim bleibt weiter geschlossen – obwohl es nach der Corona-Zwangspause wieder erlaubt wäre. Das Landratsamt nennt logistische Gründe. Außerdem steht eine große Sanierung an.

Weilheim – Das 48 Jahre alte Weilheimer Hallenbad treibt seinem Besitzer, dem Landkreis, seit Jahren wegen des Sanierungsbedarfs die Sorgenfalten in die Stirn. Dann kam auch noch die Corona-bedingte Schließung dazwischen. Seit 22. Juni dürfen Frei- und Hallenbäder im Freistaat wieder öffnen – doch die Einrichtung an der Jahnstraße bleibt zu. Man sei bei der Sanierung „weiter unterwegs“, begründete Kreiskämmerer Norbert Merk im Kreisausschuss die Verlängerung. Im günstigsten Fall soll das Bad zum 1. Oktober der Öffentlichkeit wieder zur Verfügung stehen.

Schäden am Sprungturm

In den Sommerferien – das Hallenbad ist in diesen Wochen traditionell geschlossen – steht eine groß angelegte Sanierung an. Wie berichtet, braucht es Instandhaltungs- und Sanierungsarbeiten. Unter anderem muss ein neuer Sprungturm her. Im September vergangenen Jahres hatte der Landkreis den Turm wegen Schäden im und am Stahlbeton gesperrt. Ebenfalls geschlossen wurde einer der drei Duschbereiche aus dem Jahr 1976. Die dortigen Installationen weisen Mängel auf. Um genug Spielraum für die Arbeiten zu haben, hatte die Kreisbehörde bereits die turnusgemäßen Deckenuntersuchungen aus den Sommer- in die Faschingsferien verlegt.

Kurzzeit-Betrieb lohnt nicht

Das Landratsamt wollte jetzt keine Öffnung über das Knie brechen – und lässt den Betrieb ruhen. Bis zu den Sommerferien würde eh kein Schulschwimmen mehr stattfinden, erklärt Merk auf Nachfrage. Zudem würde eine Wiederinbetriebnahme circa zwei Wochen beanspruchen und das Bad ohnehin am 25. Juli für die jährliche Revision geschlossen. Merk: „Eine Öffnung für lediglich zwei bis drei Wochen hätte keinen Sinn gemacht und wäre auch wirtschaftlich nicht vertretbar gewesen.“

Viel zu tun in Ferien

In den Sommerferien ist genug zu tun. Diverse Betonsanierungsarbeiten finden im Untergeschoss statt. Diese sind, wenn alles planmäßig verläuft, bis Mitte September terminiert. Danach kann mit der Wiederinbetriebnahme des Hallenbads – unter anderem Befüllen des Beckens und Aufheizen – begonnen werden. „Allerdings kommen nun noch zusätzliche Anforderungen aufgrund von Corona hinzu“, teilt Merk mit. Der Landkreis muss die Erneuerung der Umkleiden und Spinde umplanen, um die Abstandsregeln einzuhalten. Dafür soll auch der Kassenbereich verlegt werden. Die Bauverwaltung arbeite „mit Hochdruck“ an Planung und Ausschreibung, heißt es.

Neuer Sprungturm

Im gleichen Aufwasch wird der Sprungturm zurückgebaut und durch einen Drei-Meter-Turm ersetzt. „Eine Sanierung macht aus wirtschaftlichen Gründen keinen Sinn“, so der Kreiskämmerer. Die Anlage ist bereits bestellt, aber wegen der langen Lieferzeiten wird sie laut Merk jedoch voraussichtlich erst nach den Faschingsferien 2021 zur Verfügung stehen.

Eine Million Euro stehen bereit

Für die dringendsten Sanierungsarbeiten sind im Kreishaushalt rund eine Million Euro vorgesehen. Der größte Brocken sind Betonsanierung und Turmrückbau (300.000 Euro). Auf der Liste stehen neue Umkleiden und Spinde (100.000 Euro), der Ersatzsprungturm (45.000), die Schadensbehebung an Dach und Fassade (80.000), neue Fliesen (30.000) sowie immerhin 245.000 Euro für diverse Kleinmaßnahmen und als Reserve. Bei Bedarf stehen 150.000 Euro für die Badewassertechnik bereit.

Politische Debatte nötig

Bei all den Posten „handelt es sich nur um die dringendsten Maßnahmen, um den Betrieb des Bades zunächst aufrecht zu erhalten“, betont der Kreiskämmerer. Norbert Merk macht deutlich: Das 1972 errichtete Bad weist zahlreiche weitere Schäden auf, „die nur im Rahmen einer umfassenden Generalsanierung beziehungsweise durch einen Ersatzneubau behoben werden können“. Dafür sei jedoch „dringend eine politische Diskussion erforderlich“, verlautet aus dem Landratsamt.


Lesen Sie auch: Weilheimer Hallenbad schon wieder zu - Decke wird untersucht.

Mehr zum Thema: Schäden im Weilheimer Hallenbad: Landkreis sperrt Sprungturm und Duschen.

Ebenfalls interessant: Pläne für Vorplatz: „Grünes Herz“ beim Penzberger Familienbad.

 

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Müllverbrennung in Altenstadt: Sogar in Fürth wird protestiert
Die Umweltinitiative Pfaffenwinkel (UIP) richtet sich auf ein volles Haus ein: Am morgigen Dienstag gründet die UIP in Peiting die Aktionsgemeinschaft gegen …
Müllverbrennung in Altenstadt: Sogar in Fürth wird protestiert
Eine Souffleuse packt aus
Großer Auftritt einer Frau, die sonst nur unter der Bühne sitzt und flüstert: Im Solo-Stück „Anna sagt was“ redet die Souffleuse Tacheles – was bestens ankam bei der …
Eine Souffleuse packt aus
„Sogar für den Hund wurde gesorgt“
Seit Juli 2019 hat die Krankenhaus GmbH mehr als 130 neue Pflegekräfte in ihren beiden Häusern in Weilheim und Schongau eingestellt. Mit Radiowerbung, ausgefallenen …
„Sogar für den Hund wurde gesorgt“
300 Besucher bei „Friedensfest“
Etwa 300 Menschen aus dem Oberland haben sich am Samstag auf dem Volksfestplatz in Peißenberg versammelt, um gegen die Corona-Beschränkungen und für ihre Grundrechte zu …
300 Besucher bei „Friedensfest“

Kommentare