Nach Skandal-Verleihung: Musikpreis Echo wird abgeschafft

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Spenden für das Bürgerheim sammeln, das ist die Leidenschaft von Elisabeth Klopfer (vorn r.). Mit auf dem Bild (v.l.): Eugen Tenhumberg, Sabine Clukas, Rainer Schweiger und Spender Christian Doneck, der im April 2017 ein mit 700 Euro gefülltes Sparschwein übergab. 

Was macht eigentlich ... Elisabeth Klopfer?

Mit 65 war noch lange nicht Schluss

Die ehemalige CSU-Stadträtin Elisabeth Klopfer (81) macht sich für das Bürgerheim stark und will dort auch einziehen.

Weilheim – Daran, wie sie in die Politik gekommen ist, erinnert sich Elisabeth Klopfer noch ganz genau: „Der Bürgermeister hat mich gefragt, ob ich nicht für die CSU kandidieren will.“ Sie habe zugestimmt, um der Partei zu helfen, die Liste voll zu bekommen. Mit ihrem schlechten Listenplatz habe sie nicht damit gerechnet, gewählt zu werden, so die gebürtige Weilheimerin. Aber es kam ganz anders: „Ich war bekannt wie ein bunter Hund – und wurde in den Stadtrat gewählt.“ Das war 1990, und der Bürgermeister, der sie überredete, war Klaus Rawe (CSU).

Bei der Feier zum 60-jährigen Bestehen der CSU in Weilheim wurde Elisabeth Klopfer (3.v.l.) im November 2006 für 30-jährige Mitgliedschaft geehrt. Mit auf dem Foto sind (v.l.) Peter Goedicke, Manfred Wilms, Erwin Weiß, Renate Dodell und Elisabeth Bachlatko. 

Im Stadtrat war sie dann Referentin für das Bürgerheim. Zwei Amtsperioden übte sie diese Aufgabe aus, bis sie sich im Alter von 65 Jahren entschieden hat, damit aufzuhören.

Das war aber nicht das Ende ihres Engagements für die Senioren, sondern erst der richtige Anfang. Peter Bruchner, der damalige Leiter des Bürgerheims hat sie gefragt, „ob ich bereit wäre, einen gemeinnützigen Verein zu gründen, der Spendenquittungen ausstellen kann, die dem Spender einen Steuervorteil bringen“. Das Bürgerheim durfte dies aufgrund der Rechtslage nicht machen. „Ich habe gleich Bekannte angerufen, um Gründungsmitglieder für den Verein zu finden“, so Klopfer. Ein paar hätten abgesagt, „die meisten haben aber mitgemacht.“ Mit 17 Gründern startete der „Förderkreis für das Städtische Bürgerheim Weilheim i. OB.“ im Sommer 2002. Klopfer wurde zur Vorsitzenden gewählt – und ist es noch heute, wobei der Verein inzwischen rund 200 Mitglieder hat. „Rund 300 000 Euro sind schon zusammengekommen“, so die 81-Jährige, der im Gespräch die Begeisterung für ihre Arbeit anzusehen ist. Der Mitgliedsbeitrag von zwölf Euro pro Jahr macht dabei nur einen kleinen Teil der Einnahmen aus, der größte Teil kommt laut Klopfer aus Spenden. Die Vereinsgründung habe sich also gelohnt, ist sie stolz.

Mit dem gesammelten Geld kauft der Verein die Dinge, die von den Kassen nicht bezahlt werden. „Es geht uns darum, den Bewohnern das Leben angenehmer zu machen“, so Klopfer. Die Anschaffungen „als Luxus zu bezeichnen“, werde der Sache nicht gerecht. Es seien nur die Dinge, die vor allem pflegebedürftige Menschen brauchten. Denn jeder Mensch solle gut leben können, fordert die Vorsitzende des Förderkreises. Die Liste der Anschaffungen, die sie aus ihren Unterlagen holt, umfasst 16 Positionen – von Rollstühlen über eine Badewanne mit seitlichem Einstieg und Terrassenausstattung bis zu Bäumen im Garten reicht die Aufzählung. „Wir denken dabei auch an das Pflegepersonal“, ergänzt sie, „die Aufstehhilfe, die wir bezahlt haben, erleichtert nicht nur den Bewohnern das Aufstehen, sondern auch den Pflegekräften die Arbeit.“

Wichtig ist Klopfer, dass das Geld des Vereins sinnvoll verwendet wird. So gebe es keinen Vereinsausflug, dafür aber Informationsarbeit, um neue Mitglieder zu gewinnen. Dafür zu arbeiten, dazu ist Klopfer auch in fortgeschrittenem Alter bereit. „Ich bin’s gewohnt zu arbeiten“, sagt sie. „In der Bäckerei und dem Café der Familie hatten wir eine Sieben-Tage-Woche.“ Dem Bürgerheim will sie in jedem Fall treu bleiben – später einmal auch als Bewohnerin. 

Alfred Schubert

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