Der Inzidenzwert näherte sich in den vergangenen Tagen immer mehr der 100er-Marke. Heute könnte sie bereits überschritten werden.
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Der Inzidenzwert näherte sich in den vergangenen Tagen immer mehr der 100er-Marke. Heute könnte sie bereits überschritten werden.

Corona-Pandemie

Was passiert bei der „Notbremse“?

  • Sebastian Tauchnitz
    vonSebastian Tauchnitz
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Die Infektionszahlen im Landkreis Weilheim-Schongau nehmen in den letzten Tagen immer mehr zu, der Inzidenzwert nähert sich der kritischen Marke von 100. Dann greift die Notbremse. Wir erklären, was das für das Leben im Landkreis konkret bedeuten würde.

Landkreis – In den vergangenen drei Tagen kletterte der Inzidenzwert im Landkreis von etwa 70 auf 80 auf 90,1. Die dritte Welle ist offenkundig angekommen im Landkreis und insbesondere die Gewerbetreibenden schauen mit großer Sorge auf diesen Wert.

„Wenn der Inzidenzwert an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100 liegt, bleibt uns nichts anderes übrig, als die Notbremse zu ziehen“, sagt Landrätin Andrea Jochner-Weiß im Gespräch mit der Heimatzeitung. Das hätte massive Auswirkungen auf das öffentliche Leben.

Der Einzelhandel

Greift die „Notbremse“, erlässt der Landkreis eine Allgemeinverfügung, die veröffentlicht werden muss. Das bedeutet für den Einzelhandel ganz konkret, dass von „Click & Meet“ – also Einkaufen mit vorheriger Terminvergabe und Erfassung der Kundendaten – wieder auf „Click & Collect“ umgestellt werden müsste. Will meinen: Die Geschäfte müssten wieder schließen. Es dürfte nur noch Ware abgeholt werden, die zuvor telefonisch oder online bestellt wurde. Den Laden betreten dürften Kunden dann nicht mehr. Zumindest bis zum 12. April. Dann gilt nämlich die Neuregelung, dann heißt es: Bei einem Inzidenzwert zwischen 100 und 200 ist wieder „Click & Meet“ möglich, einkaufen darf dann im Geschäft aber nur derjenige, der einen Termin vereinbart hat und einen tagaktuellen Schnelltest vorweisen darf.

Schlimmstenfalls würden die Läden im Landkreis also erst schließen, um dann am 12. April wieder zu öffnen. Nicht betroffen von dieser Regelung wären Friseurgeschäfte sowie Buchläden und Gartenmärkte.

Büchereien und Museen

Wird die Notbremse aktiviert, müssten die Museen und Büchereien im Landkreis wieder schließen.

Schulen

Steigt der Inzidenzwert an drei Tagen hintereinander über 100, findet Präsenzunterricht nur noch für die Abschlussklassen statt, sofern ein Mindestabstand von 1,50 Metern zwischen den einzelnen Schülern einhalten werden kann. Sollte sich das nicht umsetzen lassen, müssen nach Aussage von Landrätin Andrea Jochner-Weiß auch diese Schüler in den Wechselunterricht.

Schnelltests

Ein negativer und tagaktueller Schnelltest wird also in Zukunft noch viel wichtiger als jetzt. Reichen dafür die bestehenden Kapazitäten im Landkreis Weilheim-Schongau aus? „Wir haben Anfang der Woche die Zusage des Freistaats bekommen, dass das BRK sämtliche Kosten, die durch die für die Bürger kostenlosen Schnelltests entstehen, direkt bei der Regierung abrechnen kann. Dadurch ist es möglich geworden, das BRK damit zu beauftragen, Gratis-Testungen vorzunehmen“, so Jochner-Weiß. Zuvor hatte der Landkreis auf eigenes Risiko das BRK beauftragt, diese Sonderregelung aber vorerst auf anderthalb Wochen befristet (wir berichteten).

Das bedeutet ganz konkret, dass auch in Zukunft täglich kostenlose Schnelltests beim BRK möglich sind. In wechselnden Orten – jeweils im Osten, Westen und der Mitte des Landkreises. Die Termine finden sich unter www.kvweilheim-schongau.brk.de. Dort muss man sich auch anmelden.

Das BRK habe mittlerweile 80 Leute geschult und sei dadurch in der Lage, sehr flexibel zu reagieren, lobte die Landrätin. Sie versprach zu prüfen, ob, falls das nötig sein wird, zumindest in den „Einkaufsstädten“ Weilheim, Schongau und Penzberg ein tägliches Schnelltestangebot in den Innenstädten etabliert werden kann.

Dann würde man sich also im Vorfeld einen Termin in allen Läden reservieren, die man an diesem Tag besuchen möchte, danach zum Schnelltest gehen und könnte halbwegs normal seine Einkäufe erledigen. „Sollte das BRK das personell nicht allein stemmen können, würden wir bei Bedarf einen weiteren Dienstleister hinzuziehen“, so Andrea Jochner-Weiß.

Sie verwies zudem auch darauf, dass seit einigen Tagen auch an der zentralen Teststation auf dem Weilheimer Volksfestplatz, die von der Krankenhaus Weilheim-Schongau GmbH betrieben wird, kostenlose Schnelltests angeboten werden. „Das läuft parallel zu den PCR-Tests, die weiterhin angeboten werden“, so die Landrätin. Sie wies aber auch noch einmal darauf hin, dass pro Bürger nur ein Schnelltest pro Woche kostenlos sei. Wer öfter getestet werden wolle, müsse die Kosten selbst tragen oder sich Selbsttests im Einzelhandel besorgen.

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