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Geschenke und gute Worte gab es für Regina Sieh und ihren Nachfolger Lars Ba umann. 

Wechsel am Amtsgericht Weilheim: „Das war Sieh, jetzt kommt er“

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Ziemlich handlungsunfähig muss die Bayerische Justiz kürzlich gewesen sein. Viele Juristen kamen zu einer Feierstunde anlässlich des Direktorenwechsels am Amtsgericht nach Weilheim. Regina Sieh wurde verabschiedet, Lars Baumann begrüßt.

Weilheim – Thomas Engel, der Präsident des Landgerichts München, brauchte eine Weile, bis er all die Gäste begrüßt hatte, die es am Mittwochnachmittag ins „Haus der Begegnung“ zu einer Feierstunde nach Weilheim geschafft hatten. Anlass für dieses Treffen der zahlreichen Richter, Juristen, Lokalpolitiker und Polizisten von Rang und Namen war die Verabschiedung von Regina Sieh, die rund drei Jahre die Direktorin des Amtsgerichts Weilheim gewesen ist, und die Amtseinführung ihres Nachfolgers, Lars Baumann, der zum 1. April seinen Dienst angetreten hat. Sieh ist als Leitende Oberstaatsanwältin zur jüngst wieder eingeführten Generalstaatsanwaltschaft nach München gewechselt.

Damit krönt die dreifache Mutter eine juristische Laufbahn, die der Präsident des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs und der Oberlandesgerichts München, Peter Küspert, in seiner Rede würdigte: Sieh ist in Frankfurt geboren und hat in München Rechtswissenschaften studiert und dort auch beide Staatsexamen abgelegt. Im Jahr 1984 begann sie als Staatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft München II zu arbeiten. Nachdem sie nach nach der Geburt des dritten Kindes eine kurze Pause gemacht hatte, kehrte sie als Richterin zurück, wo sie „mit ihrem hohen fachlichen Niveau überzeugte“, wie Küspert sagte. 

Renommee über Deutschland hinaus erworben

Weil es sie immer wieder zur Strafverfolgung zurückgezogen habe, übte sie in diesem Bereich verschiedene Tätigkeiten aus: In der Zeit, in der sie sich vor allem mit Wirtschaftsstraftaten befasste, in die auch Weltkonzerne verwickelt waren, habe sie sich mit ihrer Souveränität „Renommee über Deutschland hinaus“ erworben, sagte Küspert. Kollegen und Mitarbeiter – auch die in Weilheim – hätten ihre zupackende und kollegiale Art geschätzt.

Ihr Nachfolger, der promovierte Jurist Lars Baumann, hat ebenfalls sowohl als Richter und Staatsanwalt Erfahrungen gesammelt und war bereits stellvertretender Amtsgerichtsdirektor in Aichach. Baumann verstehe es zu motivieren, indem er Vorbild sei, „dabei sind seine souveräne Gelassenheit und sein feiner Humor hilfreich“, sagte Küspert. Nachdem auch Landrätin Andrea Jochner-Weiß, der Weilheimer Bürgermeister Markus Loth und die Anwältin Veronika Seidler – „Das war Sieh, jetzt kommt er, Lars Baumann“ – Grußworte gesprochen hatten, kamen noch die Hauptpersonen selber zu Wort: Sie verabschiede sich mit einem lachenden und einem weinenden Auge aus Weilheim, sagte Sieh: „Lachend, weil mir die Aufgaben bei der Staatsanwaltschaft schon immer liegen.“ Dennoch falle ihr der Abschied vom Amtsgericht Weilheim und seinen Mitarbeitern schwer. „Es war eine sehr schöne Zeit hier.“

Er wolle den Weg, den seine Vorgängerin im Bezug auf die Öffnung des Gerichts eingeschlagen habe, fortführen, so Baumann. Die vielfältigen Aufgaben seien nur mit „guten, engagierten Mitarbeitern“ zu bewältigen, die es in Weilheim gebe. „Nur dann kann ein Amtsgericht funktionieren.“

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Neue Herausforderung für Direktorin des Weilheimer Amtsgerichts

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