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Gestern ist der Hubschrauber am Sportplatz am Zotzenmühlweg gelandet, bald ist dies nicht mehr möglich. Der Platz entspricht nicht mehr den Vorschriften . 

Wegen EU-Vorgaben

Neuer Platz für Rettungshelikopter

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Der Hubschrauberlandeplatz am  Zotzenmühlweg entspricht nicht mehr den EU-Vorgaben. Im Bereich der Südspange wurde ein neuer Standort gefunden.

Weilheim – Die Krankenhaus GmbH will im April kommenden Jahres in Weilheim eine neue Landemöglichkeit für Rettungshubschrauber in Betrieb nehmen. Bislang steuerten die Piloten den Sportplatz am Zotzenmühlweg an. Doch dieser erfüllt nicht mehr die EU-Vorgaben für „Public Interest Sites (PIS), wie solche Landestellen nun von den Genehmigungsbehörden offiziell eingestuft werden. Ein neuer Standort ist gefunden, teilt die GmbH auf Nachfrage mit: im Bereich der Südspange.

Schärfere Vorgaben aus Brüssel für derartige PIS-Plätze hatten die Krankenhaus GmbH zum Handeln gezwungen. Diese verlangen zum Beispiel eine Sicherheitszone, neue Kennzeichnungen für Ein- und Abflugsrichtungen und Brandschutz, optimierte Beleuchtung sowie Positionslichter auf den Gebäuden.

In Schongau reichte ein Umbau der Anlage auf dem Klinikgelände. Diese geht am Montag in Betrieb, teilt GmbH-Bauleiter Lothar Ragaller mit. Während der Bauzeit konnte der Hubschrauberlandeplatz der Schongauer Feuerwehr genutzt werden. In Weilheim dagegen kam der Sportplatz am Zotzenmühlweg nicht mehr in Frage. Seit 2010 wird die Sportstätte des TSV und des SVL als Landestelle genutzt. Ein Vertrag regelt dies – sogar, dass bei einer Landung der Schiedsrichter das Spiel unterbricht.

20 bis 30 Landungen jährlich gibt es am Zotzenmühlweg, sagt Ragaller. Doch die Situation vor Ort entspricht nicht mehr den Vorschriften für einen Hubschrauberbetrieb, so der Bauleiter – Flutlicht- und Fahnenmasten sowie Fußballtore stören. Zudem hätte sogar der Anstoßpunkt asphaltiert werden müssen.

Seit Jahresbeginn hat die GmbH nun nach einer geeigneten Alternative gesucht. Die Planung hat ein spezialisiertes Ingenieurbüro aus Wessobrunn übernommen, das erfahrene Piloten mit ins Boot geholt hat.

Der gefundene Standort an der Südspange ist so gut wie fix. Die letzten Gespräche mit den Grundbesitzern laufen, Weilheims Bauausschuss hat bereits die Bauvoranfrage abgesegnet. Kommende Woche will die GmbH den Bauantrag einreichen. Der PIS-Platz soll wegen des Anflugwinkels der Hubschrauber rund 80 Meter von der Straße entfernt errichtet werden. „Er liegt weit genug weg von der Bebauung“, sagt Ragaller. Das Feld ist 22 mal 22 Meter groß, die befestigte Fläche misst 15 mal 15 Meter. Dazu kommt ein Holzhäuschen für den Feuerlöscher und ein etwa ein Meter hoher Schutzzaun. Neun LED-Scheinwerfer leuchten den Platz aus, vier weitere Bodenfluter sind vorgesehen.

Dazu soll möglichst wenig in die Landschaft eingegriffen werden. Die Scheinwerfer strahlen laut Bauleiter nicht in Richtung Stadtrand. Außerdem sei die Landestelle sowieso „nicht stark frequentiert“ – Ragaller rechnet mit ein bis zwei Landungen monatlich. In erster Linie, wenn Patienten verlegt werden müssten. Die Anlage sei nötig, sagt er: „Das ist zu unser aller Wohl.“

Geplant ist die Fertigstellung bis 1. April 2018 – vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. Konkrete Kosten liegen noch nicht auf dem Tisch. Der Bauleiter schätzt sie auf maximal 100 000 bis 150 000 Euro. Einen großen Posten nimmt die Stromversorgung ein, weil extra eine Leitung verlegt werden muss. Allerdings stehen für das Bauvorhaben Zuschüsse im Raum.

Vor dem Sportplatz am Zotzenmühlweg hatte die Krankenhaus GmbH von 1995 bis 2010 einen Landeplatz an der B 2, am südlichen Ortseingang Weilheims, genutzt. Doch dort hatte sich Kritik der Anwohner geregt, auch wollte die Feuerwehr nicht bei Nachteinsätzen für die Beleuchtung sorgen.

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