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Wegen Grippewelle in München: Landkreis-Krankenhäuser sind voll

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Von: Wolfgang Schörner, Boris Forstner

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Auch im Weilheimer Krankenhaus, hier der neue Anbau, sind alle Betten belegt. © Archiv Ruder

Wegen der akuten Grippewelle können viele Kliniken in München aktuell keine Patienten aufnehmen. Das hat auch Auswirkungen auf die Krankenhäuser im Landkreis Weilheim-Schongau - und zwar massive.

Landkreis – Nicht das Boot ist voll, sondern die Krankenhäuser im Landkreis Weilheim-Schongau. Die Kliniken in Weilheim, Penzberg und Schongau sind am Ende ihrer Kapazitäten. Kluge Funktionäre reden von zu vielen Klinikbetten, doch die Lage im Großraum München ist derzeit dramatisch: Viele Kliniken sind teils hoffnungslos überfüllt und müssen einen Aufnahmestopp für diverse Abteilungen ausrufen, was für Patienten lange Transportwege zur Folge hat. Auch die Kliniken der Krankenhaus GmbH in Weilheim und Schongau spüren dieses Phänomen: „Beide Häuser sind voll“, sagt Krankenhaus-Sprecherin Isa Berndt. Sogar die zwei Lehrzimmer der Pflegeschule werden als Patientenzimmer genutzt, um alle unterbringen zu können – der praktische Unterricht fällt derzeit also aus oder muss direkt am Bewohner erbracht werden.

Im Winter sei die Auslastung stets höher als im Sommer, da einige Operationen sich im Sommer nicht anbieten, so Berndt, die die höhere Auslastung im Vergleich zur Vergangenheit auch mit dem verbesserten Leistungsangebot erklärt. Dazu kommt die Grippewelle, die auch am Landkreis nicht vorbeigegangen ist. „Unsere Stationen sind meist interdisziplinär, deswegen betrifft es alle Stationen. Insbesondere die ,Innere Medizin’ und ,Intensivmedizin’ sind aber voll ausgelastet“, so Berndt. Patienten, die für Weilheim oder Schongau vorgesehen waren, mussten aber noch nie woanders hingeschickt werden. Umgekehrt komme es aber ab und zu vor, dass andere Kliniken Patienten in den Landkreis schicken – derzeit vor allem aus München-Großhadern. In den heimischen Krankenhäusern selbst gebe es kaum Möglichkeiten, die Auslastung zu erhöhen. „Selten wird ein Patient in ein Zweibettzimmer dazugeschoben“, sagt Berndt. Eine volle Auslastung der vorhandenen Betten sei momentan aber gar nicht möglich, da sich zum Beispiel in Weilheim derzeit 13 Patienten in Isolierung befinden – was bedeutet, dass ein Zwei- nur als Einbettzimmer genutzt werden kann. „Das gilt auch in Schongau, wo von 180 Betten 163 belegt sind, es also nur theoretisch Kapazitäten gibt“, sagte Berndt.

Voll belegt ist derzeit auch die 100-Betten-Klinik in Penzberg. „Wir versuchen trotzdem, Patienten aufzunehmen“, sagt Ärztlicher Direktor Dr. Florian Brändle. Problematisch wird es allerdings bei hochinfektiösen Patienten, die wegen der Ansteckungsgefahr in Einzelzimmern isoliert werden müssen. Man habe anderen Krankenhäusern und den Rettungsdiensten schon signalisieren müssen, dass man dafür keinen Platz mehr habe, so Brändle.

Momentan gibt es im Penzberger Krankenhaus rund zehn solcher Isolationsfälle. Diese Patienten leiden unter Influenza und Durchfallerkrankungen. Auf die Frage, ob es im umgekehrten Fall bereits Anfragen anderer Kliniken gab, in Penzberg Patienten aufzunehmen, antwortete Brändle, dass dies generell immer wieder vorkomme. Momentan ist ihm zufolge die Lage überall wegen der Influenza angespannt. „Man sieht, dass die Krankenhäuser in Zeiten, in denen viel los ist, an ihre Grenzen stoßen“, so Brändle. Seine Schlussfolgerung: „Wir haben nicht zu viele Krankenhäuser.“

bo/wos

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