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Im Bereich dieses Wehrs am Stadtbach soll eine Wasserkraftanlage entstehen. Außerdem ist eine Sanierung des Abschnitts zwischen Vereinsheim und Bärenmühle fällig. 

Hochwassergefahr

Stadtbach in Weilheim muss saniert werden

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Weilheims Stadtbach ist zwischen Trachtenvereinsheim und Bärenmühle in so schlechtem Zustand, dass bei Hochwasser Gefahr droht. Das hat die „Weilheimer Agenda 21“ vor Monaten angemahnt. Nun laufen zumindest Planungen für eine Sanierung. Und auch ein weiteres Wasserrad soll dort entstehen.

Weilheim – „Bedingt durch den Klimawandel hat die Gefahr durch Starkregenereignisse in den letzten Jahren deutlich zugenommen“, schrieb Dr. Stefan Emeis, Sprecher des Agenda-Arbeitskreises „Energie und Klimaschutz“, im August 2018 an Weilheims Bürgermeister Markus Loth und die Stadträte: „Um solche plötzlich auftretenden Wassermassen gefahrlos für die Bevölkerung abzuleiten, ist ein einwandfreier baulicher Zustand der Gewässer im Stadtgebiet eine wesentliche Voraussetzung.“

Doch der sei im genannten Abschnitt des Stadtbachs keineswegs mehr gegeben, konstatierte Emeis: „Verfaulte Holzpfosten und -planken könnten im Hochwasserfall in den Bach stürzen und vom Bach bei Hochwasser mitgeführtes Material blockieren und somit zu ungewollten Aufstauungen führen, die wiederum ein Austreten des Wassers aus dem eigentlichen Bachbett zur Folge hätten und die Anlieger schädigen könnten.“ Eine Sanierung des Stadtbachs oberhalb des Vereinsheims sei deshalb geboten.

Noch fehlt eine wasserrechtliche Genehmigung

Peter Müller, Vorstand der Stadtwerke Weilheim, bekräftigt Emeis’ Befund auf Anfrage unserer Zeitung: Der Verbau des Stadtbachs sei in diesem Bereich über 30 Jahre alt und „immer wieder notdürftig geflickt“ worden; eine Sanierung sei nötig, und es gebe seitens der Stadt inzwischen auch „eine Ausarbeitung“ dafür. Das bestätigt Manfred Stork, Leiter der Bauverwaltung im Weilheimer Rathaus: „Wir sind an der Planung.“ Ob heuer bereits mit der Instandsetzung begonnen werde, stehe aber noch nicht fest. Zunächst brauche es eine wasserrechtliche Genehmigung.

Eine solche ist auch für ein Projekt nötig, das die Stadtwerke bereits seit Jahren verfolgen: ein zweites Wasserrad im Stadtbach, und zwar – zusätzlich zum bestehenden Wasserrad beim ehemaligen Preisinger-Anwesen – direkt oberhalb des Vereinsheims, anstelle des dortigen Wehrs. Der Antrag dafür liegt seit längerem schon beim Landratsamt. Doch das Verfahren hakt laut Müller an der Beurteilung der Situation vor Ort: Das Wasserwirtschaftsamt (WWA) als Fachbehörde sei bisher der Ansicht, ein Wasserrad würde den Abfluss im Falle eines Hochwassers verschlechtern. Dagegen würde das Wasser nach Einschätzung der Stadtwerke sogar besser abfließen, sagt Müller; auch die TU München sehe das so und unterstütze den Antrag inzwischen.

Agenda 21 wirbt für zweites Wasserrad

Noch im Januar 2018 soll es ein klärendes Gespräch zwischen WWA und Stadtwerken geben, dann könnte das Genehmigungsverfahren weitergehen und das Projekt spätestens 2020 realisiert werden. Ein entsprechender Pachtvertrag mit der Stadt ist Müller zufolge bereits aufgesetzt. Anders als beim Preisinger-Anwesen (die dortige Wasserkraftanlage „Stadtmühle“ ging 2016 in Betrieb) soll das Wasserrad beim Trachtenvereinsheim („Seemühle“) unter Wasser installiert werden: Das Wasser würde dort über das einen bis eineinhalb Meter große Rad laufen.

Nach Meinung des Agenda-Arbeitskreises ist dieses Wasserrad nicht nur wegen des Ertrages von 30 000 Kilowattstunden jährlich wichtig, sondern vor allem, weil es „öffentlich gut sichtbar ist und damit der Bevölkerung demonstriert, dass der Stadt Weilheim Fragen der nachhaltigen Energieversorgung wichtig sind“. „Darzustellen, dass man mit einem solchen Rad Energie erzeugen kann“, das ist auch für Stadtwerke-Chef Müller der Haupt-Sinn einer solchen Anlage am Stadtbach. Außerdem sei das in Weilheim der einzige noch mögliche Standort, nachdem an der Ammer keine Wasserkraftanlage gestattet wurde: „Damit wären wir in Weilheim in Sachen ,Wasserkraft’ dann durch“, so Müller.

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