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Der Angeklagte schaute sich illegale Kinderpornos im Internet an - hier ein Symbolbild.

Mildes Urteil nach Geständnis

„Was für ein Schwein ich bin“: 20-Jähriger schaute sich Kinderpornos im Internet an 

Ein 20-jähriger Weilheimer musste sich wegen des Besitzes von kinderpornografischen Bildern vor dem Amtsgericht Weilheim verantworten.

Weilheim „Ja, ich möchte Angaben zur Sache machen“, sagte der junge Mann beim Prozess. Und er schilderte zunächst sein äußerst schlechtes Verhältnis zu seinem Vater, die Trennung seiner Eltern, die ständigen Wohnungswechsel. 

Er wolle damit nicht seine Tat entschuldigen, nur die Hintergründe erklären, warum er 2017 so viel Alkohol und Drogen zu sich nahm, so der Angeklagte. „Es ist einfach widerlich, was ich da im Rausch gemacht habe“, sagte er überzeugend.

Er hatte sich damals im Internet normale Pornoseiten angeschaut, dann öffnete sich aber auch ein sogenanntes Pop-up Fenster – und mit einem Klick darauf gelangte der junge Mann auf eine illegale Seite, von der er sich fünf kinderpornografischen Bilder auf seinen Computer lud.

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Da diese Seiten überwacht werden, konnten die Ermittler die Spur zu seinem Computer zurückverfolgen. „Hinter jedem dieser Bilder steht auch ein Missbrauch. Keines dieser Kinder macht das freiwillig“, sagte die Vorsitzende Jugendrichterin Claudia von Hirschfeld.

Der junge Mann war vollkommen einsichtig. Er weinte, als er schilderte, wie die Polizei ihn nach einer Durchsuchung seines Zimmers vor den Augen seiner jüngeren Geschwister abführte. Er habe sich unglaublich geschämt, so der Angeklagte. Freiwillig begab er sich zu einer dreimonatigen Therapie in die Mangfallklinik und anschließend noch zu vielen weiteren Beratungen in die Psychiatrische Tagesklinik in Peißenberg.

Kinderporno-Prozess in Weilheim: „Ich hatte das Gefühl, jeder sieht mir an, dass ich ein Schwein bin“

Mit Hilfe von Psychologen versuchte er, seine Tat aufzuarbeiten. Er hatte massive Panikattacken, wollte nicht mehr aus dem Haus gehen. „Ich hatte das Gefühl, jeder sieht mir an, was für ein Schwein ich bin“, erklärte er noch immer ganz erschüttert. Seinen exzessiven Drogenkonsum hat er auch mit Hilfe von Therapien eingestellt.

Der Staatsanwalt verurteilte zwar die Tat auf das Schärfste. „Ich nehme Ihnen die Reue aber ab“, sagte und plädierte für einen Freizeitarrest. Der Vertreter der Jugendgerichtshilfe schlug eine Teilnahme am Projekt „Krass“ vor, das im Weilheimer Jugendhaus „Come in“ angeboten wird. Hier sollen Jugendliche vom Gericht verhängte Sozialstunden in Form von kreativer Arbeit ableisten.

Kinderporno-Prozess in Weilheim: Verwarnung und 48 Sozialstunden

Von Hirschfeld verhängte schließlich eine Verwarnung und 48 Sozialstunden im Projekt „Krass“. Außerdem muss der junge Mann 600 Euro an die „Brücke Oberland“ zahlen. „Sie haben sich mit der Tat intensiv auseinandergesetzt. Das kommt nicht so oft vor“, sagte von Hirschfeld.

Sie war der Ansicht, dass das Beratungsthema zur Genüge ausgeschöpft wurde durch die vielen freiwilligen Therapien, die der junge Mann durchlaufen hatte. „Sie waren sehr reflektiert und Sie sollen sich nicht weiter verteufeln“, sagte sie. Es sei nun wichtig, alles abzuschließen und nach vorne zu schauen. 

VON REGINA WAHL-GEIGER

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