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43 Absolventen der Berufsschule Weilheim sind Staatspreisträger.

455 Absolventen konnten feiern

Abschluss an der Berufsschule Weilheim: Am Ende sind alle Sieger

Und ab ins Berufsleben! Bei der Abschlussfeier der Staatlichen Berufsschule Weilheim standen 455 Absolventen auf der Verabschiedungsliste. Der Jahrgang bot zum Teil herausragende Leistungen. 

Weilheim – Neun der Prüflinge schlossen mit der Traumnote von 1,0 ab. Wenn sich die positive Tendenz bezüglich der Einser-Notendurchschnitte weiter verfestigt, dann muss die Berufsschule künftig ihr Ehrungsbudget kräftig aufstocken. Sage und schreibe 43 Absolventen wurden in verschiedenen Leistungskategorien mit Staatspreisen respektive mit Staatspreisurkunden ausgezeichnet. 

Zehn Entlassschüler bekamen obendrein einen mit je 75 Euro dotierten Geldpreis. Das überstieg den Ehrungsetat der Schule, so dass der Landkreis noch einmal Finanzmittel nachschießen musste. Doch „Sieger“, wie es der stellvertretende Schulleiter, Knut Seelos, in seiner Rede formulierte, waren am Donnerstagvormittag alle 455 Absolventen. 4

Ihnen wurden „rosige Zeiten“ (Jens Wucherpfennig, IHK-Weilheim) und „gute Karten im Wettbewerb um künftige Arbeits- oder Studienplätze“ (Seelos) vorhergesagt – auch den schwächeren Schülern: „Die Vier ist die Eins des kleinen Mannes – so ging es jedenfalls mir“, scherzte Karl-Heinz Grehl, der es trotz mäßiger Noten immerhin zum Diplom-Sicherheitsingenieur und Vize-Landrat gebracht hat: „Macht euch also keine Sorgen. Auch ich verdiene inzwischen gutes Geld“, beruhigte Grehl die Absolventen.

 „Allerdings ist auch noch kein Meister vom Himmel gefallen“, bemühte Seelos ein altes Sprichwort. Fleiß und Engagement seien die Basis für eine erfolgreiche Berufskarriere: „Sie werden sich also immer wieder weiterbilden müssen, weil die Zeit nicht stehen bleibt, die Technik und Forschung rasend fortschreitet und sich Bedürfnisse und der Geschmack der Leute ändert.“

Verabschiedung an der Berufsschule Weilheim: „Ihr müsst also schon am Ball bleiben“

Auch Wucherpfennig beschwor das „lebenslange Lernen“. Experten würden voraussagen, dass die Menschen in 30 Jahren aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung zu 50 Prozent in Berufen arbeiten werden, die es heute noch gar nicht gibt: „Ihr müsst also schon am Ball bleiben“, appellierte Wucherpfennig an die Absolventen.

Für die Berufsschule Weilheim gibt es große Pläne: 

Berufsschule Weilheim: Der Gigant an der B2 wächst 

Eine sehr politische Rede an seine „lieben Kolleginnen und Kollegen“ hielt Kreishandwerksmeister Stefan Zirngibl. „Wir Deutschen sind schon ein komisches Volk“, konstatierte der CSU-Stadtrat. So würde man die Atomkraftwerke abschalten, bevor man die Energiewende gemeistert habe, die „Fridays for Future“-Bewegung würde zur Regelarbeitszeit demonstrieren und sich in den Ferien am Flughafen-Terminal treffen, die Gesellschaft werde älter und älter, aber länger arbeiten wolle keiner, und die Autoindustrie werde verteufelt, obwohl jeder siebte Arbeitsplatz an der Branche hängen würde.

 Was Zirngibl damit sagen wollte? Die Absolventen sollten seiner Meinung nach nicht zu „notorischen Fortschrittsverweigerern“ und „Nein-Sagern“ werden: „Ihr Lieblingswort muss ,Ja‘ lauten“, so Zirngibl in seinem gesellschaftspolitischen Schnellkurs. Den Absolventen attestierte er für die Zukunft, „alle Möglichkeiten“ zu haben: „Morgen um 7 Uhr ist Arbeitsantritt, liebe Kollegen“, schloss Zirngibl seine Rede. Gut möglich, dass die Mehrzahl der in Feierlaune befindlichen Absolventen zu diesem Aufruf des Kreishandwerksmeisters „Nein“ sagte.

Von den Anlagenmechanikern bis zu den Zimmerern

Die 455 Absolventen erwarben ihre Abschlüsse in den Bereichen Anlagenmechaniker – Sanitär-, Heizungs-, Klimatechnik (51), Bauten- und Objektbeschichter (2), Feinwerkmechaniker – Maschinenbau (25), Industriemechaniker (26), Kfz-Mechatroniker – Pkw-Technik (40), Land- und Baumaschinenmechatroniker (22), Landwirt (21), Maler und Lackierer – Gestaltung/Instandhaltung (23), Maurer (20), Metallbauer – Konstruktionstechnik (33), Stanz- und Umformmechaniker (3), Tischler (51), Werkzeugmechaniker (36), Zerspanungsmechaniker (33) und Zimmerer (69).

Bernhard Jepsen 

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