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Drei Jugendliche ziehen randalierend durch Weilheim: Deshalb rückt Polizei mit acht Streifen an

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Von: Boris Forstner, Veronika Mahnkopf

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Die Jugendlichen flippten auch in den Polizeiautos noch völlig aus - Fußtritte gegen die Scheibe inklusive. © Polizei Weilheim

Eine Spur der Verwüstung haben drei junge Randalierer am Mittwochabend in Weilheim hinterlassen. Acht Streifenwagen waren im Einsatz. Warum der Einsatz so viele Kräfte band, erklärt jetzt die Polizei.

Update, 26. Oktober 2018:

Zwei Tage nach der Randale-Tour dreier Jugendlicher in Weilheim ist das Entsetzen über so viel Aggression noch groß. Wie kann es sein, dass zwei junge Männer (15 und 18) und ein Mädchen (15) derart ausrasten und in der Färbergasse Autos beschädigen und Zeugen schlagen - und dann auch brutal auf Polizisten losgehen? Und das alles offenbar aus heiterem Himmel.

So viel steht fest: Einer der Drei, so Harald Bauer, Chef der Weilheimer Polizeiinspektion, war "erheblich alkoholisiert", sprich hatte über ein Promille. Was Drogen angeht, stehe das Ergebnis noch aus. "Doch das Verhalten spricht für berauschende Mittel", sagt Bauer. Ein unbeschriebenes Blatt sind die Drei - alle sind übrigens Deutsche - auch nicht. Bauer: "Sie sind wegen einschlägiger Delikte bekannt - Körperverletzung, Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz."

Randale in Weilheim: Sieben Autos und zwei Polizeifahrzeuge beschädigt

Sieben Privatautos - alle in der Färbergasse geparkt - hat das Trio beschädigt, Seitenspiegel abgetreten, Türen eingedellt. Eventuell melden sich noch weitere Geschädigte. Dazu kommen zwei Polizeifahrzeuge, die nun kaputt sind. Bei einem hat ein Randalierer die Innenverkleidung beschädigt, beim anderen den Feuerlöscher herausgerissen. "Insgesamt entstanden an dem Abend Schäden von mehreren tausend Euro." Wer dafür aufkomme, kann Bauer nicht sagen. "Grundsätzlich ist aber der Verursacher haftbar - wenn er zahlen kann."

Viel schlimmer ist aber, dass sich die Aggression der Drei auch gegen Menschen richtete. Ein Anwohner hatte das Trio bei der Polizei gemeldet und dafür Schläge kassiert. Außerdem verletzten die Burschen und das Mädchen drei Polizisten. Sie erlitten Prellungen und Abschürfungen. "Sie ließen sich ambulant im Krankenhaus behandeln. Heute geht es ihnen soweit gut."

Acht Streifen im Einsatz gegen Randalierer in Weilheim: Das war der Grund

Für Verwunderung sorgte die Tatsache, dass es acht Streifenwagen brauchte, offenbar um den Dreien Herr zu werden. Bauer klärt auf: "Man darf nicht denken, dass da alle Polizisten mit der Überwältigung der Jugendlichen beschäftigt waren." Zunächst sei eine Streife in die Färbergasse gefahren, aufgrund der zahlreichen Beschädigungen habe man aber Verstärkung gebraucht. Letztlich waren drei Weilheimer Streifen, ein Fahrzeug der Weilheimer Kripo, ein Hundeführer, zwei aus Murnau und eine aus Penzberg im Einsatz - sei es zur Aufnahme der Schäden an den Autos, zur Sachbearbeitung und Spurensicherung und natürlich auch wegen der drei Jugendlichen. "Sie mussten natürlich alle einzeln tarnsportiert werden. Und auch die Unterbringung in der Zelle bindet Kräfte."

Diese konnten alle Drei noch in der Nacht wieder verlassen. Freiheitsbeschränkende Maßnahmen seien angesichts der Taten nicht erforderlich gewesen. Allerdings: Früher oder später werden die Burschen und das Mädchen sich vor einem Gericht für die Randale- und Gewalt-Tour verantworten müssen.

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Erstmeldung, 25. Oktober 2018:

Weilheim - Ein Anwohner meldete am Mittwochabend gegen 21.50 Uhr der Polizei, dass drei Jugendliche durch die Färbergasse ziehen und wahllos auf Fahrzeuge einschlagen und treten. Seinen Anruf musste der Anwohner jedoch teuer bezahlen: Das Trio - eine 15-Jährige, ein 15- und ein 18-Jähriger- schlug auf den Mann ein, er erlitt Hautabschürfungen an Händen und Beinen. Als die ersten Streifenfahrzeuge eintrafen, widersetzten sich die bereits polizeibekannten Jugendlichen der Festnahme, schlugen und traten auf die Beamten ein, außerdem wurden die Polizisten bespuckt und sogar gebissen. 

Erst mit Einsatz von acht Streifenfahrzeugen mit entsprechendem Personal gelang es, die drei festzunehmen. Nicht nur die drei Jugendlichen wurden dabei verletzt, auch drei Polizeibeamte erlitten leichte Blessuren.

Mama und Bruder holen die Minderjährigen ab

Doch wer dachte, dass sich die Lage damit beruhigt hat, wurde schnell eines Gegenteils belehrt. Als die drei mit den Dienstfahrzeugen zur Weilheimer Inspektion gebracht werden sollten, beschädigten zwei der Randalierer durch Treten zwei Dienstfahrzeuge. In einem Fahrzeug wurde durch die 15-Jährige der montierte Feuerlöscher abgetreten. Der 18-Jährige trat in einem anderen Polizeiwagen gegen alles Mögliche und beschädigte die Innenverkleidung des Fahrzeugs. Die Höhe des Sachschadens an den Polizeifahrzeugen ist derzeit noch nicht bekannt.

Letztlich müssen sich die drei, die alle aus dem Raum Weilheim stammen, wegen mehrerer Straftaten, unter anderem tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, mehrfacher Sachbeschädigung, Bedrohung und Körperverletzung verantworten. Die 15-Jährige wurde in die Obhut der Mutter gegeben. Der 15-Jährige wurde von seinem erwachsenen Bruder abgeholt. Der 18-Jährige wurde in den Morgenstunden von der Inspektion entlassen.

Möglicherweise noch mehr beschädigte Autos

Bei den sichtlich beschädigten Fahrzeugen wurden durch die Beamten entsprechende Hinweiszettel angebracht. Weitere Fahrzeughalter, deren Pkw zur Tatzeit in der Färbergasse oder der unmittelbaren Umgebung abgestellt waren und beschädigt wurden, werden gebeten sich bei der Polizeiinspektion Weilheim zu melden.

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