Zu einer etwas anderen Pop-Band gehören auch etwas andere Künstlerfotos: (v.l.) Markus Acher, Cico Beck und Micha Acher in aller Bewegungsunschärfe.
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Zu einer etwas anderen Pop-Band gehören auch etwas andere Künstlerfotos: (v.l.) Markus Acher, Cico Beck und Micha Acher in aller Bewegungsunschärfe.

Stimmen zum neuen Album „Vertigo Days“

Weilheim als „Mekka der deutschen Popmusik“: So wird „The Notwist“ in der Presse gerühmt

  • Magnus Reitinger
    vonMagnus Reitinger
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Kaum eine große Zeitung, kaum ein Kulturmagazin im Radio oder Fernsehen, das dieser Tage nicht über „The Notwist“ berichtet hätte. Das neue Album der Band aus Weilheim wird überwiegend hymnisch gelobt – und Weilheim selbst schon mal zum „Mekka der deutschen Popmusik“ erklärt.

Weilheim – Es ist nun wahrlich keine Hitparaden-Musik, was „The Notwist“ auf dem vor fünf Wochen erschienenen Album „Vertigo Days“ präsentiert. Und doch landete das Werk – wie sämtliche Platten der Weilheimer Band seit 1998 – in der Hitparade: Anfang Februar stieg es auf Platz 5 der deutschen Album-Charts ein, das ist die bisher beste Platzierung überhaupt von „The Notwist“. Dazu kommen Platz 17 in Österreich (Ö3 Austria Top 40) und Platz 22 in der Schweizer Hitparade. Zu verdanken sind diese Ergebnisse gewiss auch den zahlreichen Berichten in Zeitungen, Radio- und Fernsehsendungen: Von der „FAZ“ über „Spiegel“ und „Zeit“ bis zum Kulturmagazin im „Ersten“ – hier eine Auswahl von Stimmen zu „Vertigo Days“:


Frankfurter Allgemeine Zeitung: „Es ist das ruhigste Album der Band seit ,Neon Golden’ geworden – abgeklärt und reif. Und vor allem seiner Sache extrem sicher. Markus und Micha Acher sind längst einem Stadium entwachsen, in dem sie jemandem etwas beweisen müssten. Doch ihr eigener musikalischer Anspruch ist so hoch, dass sie immer wieder nach Fortentwicklung ihres Konzepts suchen. Und das Publikum geht dankbar mit. (...) The Notwist bilden längst ihre eigene Klasse, die nicht klingt ,wie’, sondern in der andere manchmal klingen wie sie.“


dpa: „Da werden wieder alle Noise-Register gezogen, Gleise und Telefone besungen – bis sich die Soundcollagen in Wohlgefallen auflösen und Platz für melodiöse Indiepopsongs machen. Dieses Wechselspiel, diese stetige Suche nach Harmonie in einer chaotischen Klangwelt ist es, was The Notwists Musik ausmacht.“

Deutschlandfunk Kultur: „Auch wenn die Songs von Notwist oft ähnlich klingen und immer wieder dieselben Wörter eine Rolle spielen – auch auf ihrem neunten Album zeigten sie noch immer große Lust auf Neues.“


Musikexpress: „The Notwist klingen 2021 frischer und begeisterter als je zuvor. Von überall her klingelt, klöppelt und klatscht es, neue Räume und Ebenen öffnen sich, es ist toll. (...) Nach über dreißig Jahren Bandgeschichte machen The Notwist tatsächlich alles richtig: Sie gehen aus sich heraus und weisen damit über sich hinaus.“


Berliner Zeitung: „,Vertigo Days’ trägt die Hörer durch den Strudel des letzten Jahres, in eine schmerzlich gedämpfte Dunkelheit. Sie schließt uns indes nicht ein, sondern findet immer auch eine Öffnung, ein warmes Schimmern, ein sägender Trotz, oder das schaukelnd ins Freie strebende Gebläse, mit der am Ende das Album wie das Leben in die nächste Runde geht.“

ARD-Kulturmagazin „titel thesen temperamente“: „Sie schreiben seit 1989 Musikgeschichte und haben das oberbayerische Weilheim zum Mekka der deutschen Popmusik gemacht: die Indie-Band ,The Notwist’. (...) ,Vertigo Days’ überschreitet musikalisch und künstlerisch Grenzen, verbindet Privates mit globalen Zusammenhängen und erzählt nicht zuletzt von den Unwägbarkeiten in Zeiten der Pandemie.“

Die Zeit: „Zwei Dinge sind sofort klar, wenn Markus Acher seine Stimme erhebt. Eigentlich sollte dieser Mann nicht singen, und schon gar nicht auf Englisch. Zumindest nicht, wenn man gängige Kategorien anlegt. Aber warum sollte man das tun? Seit 30 Jahren ist Achers Band The Notwist eben für die ungängigen Kategorien in der deutschen Elektro-, Indie- und Art-Pop-Musik zuständig. Genauso lange singt Acher auch schon auf Englisch, mit Murmelstimme, Schluder-Th und eigenwilliger Syntax. Zur Gründerzeit von The Notwist war das Standard. Die Gruppe aus der oberbayerischen Kreisstadt Weilheim ist mit US-amerikanischem Hardcorepunk aufgewachsen. Unvorstellbar damals, solche Musik auf Deutsch zu machen.“


Bayern 2-„Zündfunk“: „Die Acher-Brüder sind ein Glücksfall für die Musikszene. Mit einem Horizont, den man sonst meist vergeblich sucht. The Notwist laufen dem Zeitgeist nicht hinterher, sie prägen ihn mit. Und sind längst zu einem Exportschlager geworden: von Weilheim bis Berghain!“


Augsburger Allgemeine: „Vor 30 Jahren begann ihr Aufstieg zur einflussreichsten aller deutschen Gruppen. Jetzt liefern The Notwist ein neues Trost-Meisterwerk in schwindelerregenden Zeiten.“

Plattentests.de: „Wenn im abschließenden ,Into love again’ der Bogen zum Beginn gespannt wird, bleibt kein Auge trocken. Kein Nackenhaar, das sich nicht aufstellt. ,Neon Golden’ mag sicherlich immer noch das unangefochtene Referenzwerk der Band sein. Die Nerds und Bescheidwisser werden weiterhin ,Shrink’ als das Opus Magnum begreifen. Aber ,Vertigo days’ wird das Album sein, das die größte Kohärenz, die mächtigste Binnenspannung aufweist. Von vorne bis hinten sitzt hier alles an der richtigen Stelle. Wie bei einem hell leuchtenden Sternbild in einer klaren Nacht.“

Der Spiegel: „Der moderne Krautrock von The Notwist war immer schon perfekt für lange, melancholisch verdöste Transitpassagen geeignet: Von Weilheim aus, der Heimat des Kollektivs um die Gebrüder Acher, ist ja alles weit entfernt. Für ,Vertigo Days’ wurde nun zumindest virtuell der musikalische Radius mit Gästen wie Angel Bat Dawid und Juana Molina global erweitert. Ein molliger Flow durch diese Eiszeit.“

Visions: „Auf ,Vertigo Days’ geht es häufig um Kontraste – zwischen Hell und Dunkel, Tag und Nacht, Hitze und Kälte. In ,Into The Ice Age’ gelingt es Acher etwa in wenigen dürren Zeilen die Klimakatastrophe zu adressieren und zugleich unsere zunehmende Unfähigkeit, nicht zuerst an uns selbst zu denken. Das folgende ,Oh Sweet Fire’ setzt dazu den Kontrapunkt auf einem Album, dessen volle Größe es noch zu erfassen gilt. Meisterhaft.“


SRF (Schweizer Radio und Fernsehen): „Abwechslungsreich, unvorhersehbar und teilweise anstrengend ist ,Vertigo Days’ ein Zeitzeugnis, das den Zusammenhalt beschwört und das Chaos als Lebensumstand akzeptiert.“

Lesen Sie hier Neues über eine aufstrebende Band, die ebenfalls viel Bezug zu Weilheim hat.
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