v
+
Anstelle eines bereits abgerissenen Lagergebäudes an der Schützenstraße 13 ist ein vierstöckiges Mehrfamilienhaus geplant.

Neue Mehrfamilienhäuser

Weilheim: An der Schützenstraße wird kräftig gebaut

  • Magnus Reitinger
    vonMagnus Reitinger
    schließen

Große Bauvorhaben an der Schützenstraße: Ein Neubau mit fünf Wohneinheiten ist neben dem Kino geplant. Und sogar 16 Wohnungen sollen in einem neuen Mehrfamilienhaus an der Bahnlinie entstehen. Der Bauausschuss des Stadtrates hat bereits einhellig zugestimmt.

Weilheim – Gleich zwei Neubauprojekte an der gerade mal rund 400 Meter langen Schützenstraße hat Weilheims Bauausschuss in seiner ersten Sitzung des Jahres 2021 abgesegnet. Und mit der geplanten neuen Wohnanlage am Schießstattweg 3 – wo 15 weitere Wohnungen entstehen sollen – wurde in dieser Sitzung sogar noch über ein drittes Projekt entschieden, das in unmittelbarer Nähe liegt.

Selbst das kleinste dieser drei Vorhaben hat schon eine beachtliche Größe: Fünf Wohnungen plus Gewerbeflächen sollen im deutlich höheren Neubau entstehen, der anstelle des jetzigen Hauses neben dem Starlight-Kino geplant ist (siehe Kasten unten). Und gleich um dreimal so viele Wohnungen geht es auf dem Grundstück Schützenstraße 13, das direkt am Bahndamm liegt: Das einstige Schreinerei-Lager auf diesem Areal wurde bereits abgerissen, an seiner Stelle soll ein vierstöckiges Mehrfamilienhaus mit 16 Wohneinheiten und Tiefgarage errichtet werden.

Dieser Neubau wird inclusive Nebengebäude rund 42 Meter lang, 12 Meter breit und knapp 12 Meter hoch, so die vorgelegte Planung. Die oberste Etage ist als (zurückgesetztes) Staffelgeschoss mit Flachdach vorgesehen. Die erforderlichen Autostellplätze sind teils in der Tiefgarage, teils oberirdisch dargestellt – mit verkehrlicher Erschließung über die Giesinger Straße. Als Lärmschutz sei zur Bahnseite ein so genannter Laubengang vorgesehen, erklärte das Stadtbauamt.

Dem „Antrag auf Vorbescheid“ für das Projekt hat der Bauausschuss in seiner Sitzung einmütig zugestimmt. Bezüglich seiner Situierung, Größe und Höhe füge sich der geplante Neubau ein, sagte Bürgermeister Markus Loth (BfW). Allerdings sei die Planung in der Bauverwaltung „intensiv diskutiert“ und teils auch kritisch beurteilt worden, wie es hieß. Details seien ohnehin noch mit dem Landratsamt abzuklären, sagte Loth und empfahl Zustimmung zu dem Vorbescheidsantrag.

Obligatorisch ist die Empfehlung der Stadt, ein Gründach anzulegen und für die Heizung regenerative Energien zu nutzen. Horst Martin (SPD) äußerte zudem den Wunsch, zwischen Bahndamm und Neubau solle ein Durchgang zur öffentlichen Nutzung freigegeben werden. Das könne die Stadt aber nicht fordern, betonte Loth. Auch sei ein Weg dort „eigentlich nicht notwendig“.

Für Überraschung beim ein oder anderen Ausschussmitglied sorgte die Auskunft, dass die städtische Regelung zur „sozialgerechten Bodennutzung“ (SoBoN) in diesem Fall nicht greife. Die Vorgabe, dass bei größeren Bauprojekten ein Teil der Wohnungen sozial vergünstigt abgegeben werden muss, könne man nur bei Bebauungsplänen regeln, erklärte das Stadtbauamt. Für das fragliche Grundstück besteht jedoch kein Bebauungsplan, es handle sich um eine Baulücke, die gemäß Paragraf 34 des Baugesetzbuches bebaut werden dürfe.

Auch interessant: Hundepension im Trifthof geplant

Mehr Baurecht direkt neben dem Kino

Ein Wohn- und Geschäftshaus mit gewerblicher Nutzung im Erdgeschoss und insgesamt fünf Wohnungen in den weiteren Etagen soll anstelle des alten Gebäudes an der Schützenstraße 6, direkt neben dem Starlight-Kino, entstehen. Die dafür nötigen Bebauungsplan-Änderungen hat der Bauausschuss des Stadtrates in seiner Januar-Sitzung einstimmig abgesegnet: Unter anderem darf das Dachgeschoss unter dem Satteldach als zusätzliches, viertes Vollgeschoss ausgebildet werden. Auch eine Wiederkehr wird straßenseitig zugelassen und der Bauraum in Richtung Norden erweitert. Beseitigt ist der Knackpunkt, der im November noch zur Ablehnung des Projekts geführt hatte: Damals war von sechs Wohneinheiten die Rede, dafür hätte die Bauwerberin gemäß städtischer Satzung eine Tiefgarage errichten müssen. Nun hat sie laut Stadtbauamt schriftlich erklärt, maximal fünf Wohnungen zu schaffen. Dafür ist keine Tiefgarage vorgeschrieben. Die nötigen Autostellplätze können zumeist im Hof nachgewiesen werden – mit Zufahrt von der Münchener Straße über die Cordongasse. Die Stadt nimmt in die Bebauungsplan-Änderung aber dennoch die Möglichkeit einer Tiefgarage auf: „Vielleicht kommt doch irgendwann einmal der Wunsch auf“, erklärte Bürgermeister Markus Loth, „dann haben wir’s gleich erledigt“. Generell begrüßte der Rathaus-Chef die Neubaupläne für dieses Grundstück: „Es ist gut, wenn die Situation dort geordnet wird. Das bestehende Gebäude ist keine Schönheit.“

mr

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare