Ein unzulässiger Baumbeschnitt erzürnte Weilheims Bauausschuss.
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Ein unzulässiger Baumbeschnitt erzürnte Weilheims Bauausschuss.

Bauausschuss ist erzürnt

Weilheim: Anwohner kappen städtischen Baum - Stadt reagiert mit Härte

  • Magnus Reitinger
    VonMagnus Reitinger
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„Regelrecht verstümmelt“ wurde laut Stadtbauamt ein städtischer Baum an der Sonnwendstraße im Weilheimer Süden. Und zwar, wie Nachforschungen ergaben, von Anwohnern. Fassungslos zeigte sich gestern der Bauausschuss des Stadtrates – und reagierte mit Härte.

Weilheim – Baumpflegern der Stadtwerke war vergangenen Oktober aufgefallen, dass Unbekannte einen Feldahorn im öffentlichen „Straßenbegleitgrün“ an der Sonnwendstraße „unsachgemäß zurückgeschnitten“ hatten. Und zwar so sehr, dass dieser „nicht ohne größeren und langwierigen Pflegeaufwand“ erhalten werden könnte. Unter anderem sei der Leittrieb abgeschnitten und der Baum damit „regelrecht verstümmelt“ worden, schilderte Manfred Stork, Leiter der städtischen Bauverwaltung, in der Bauausschuss-Sitzung am Dienstag den Vorfall. Das bedeute: „Dieser Baum wird nie mehr ordentlich wachsen, er ist kaputt.“

Stadt fordert Schadensersatz

Und das will sich die Stadt keineswegs gefallen lassen. „Da müssen wir hart sein“, sagte Bürgermeister Markus Loth (BfW), „und auf jeden Fall eine Schadensersatzforderung stellen“. Sprich: Der gekappte Baum, so der einstimmige Beschluss, wird durch eine Neupflanzung ersetzt. Und die Kosten von geschätzt 600 bis 700 Euro hat der Verursacher zu tragen.

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Letzterer ist dem Rathaus inzwischen auch bekannt. „Recherchen der Bauverwaltung“ ergaben laut Stork, dass ein Nachbar „diese Sachbeschädigung in Eigenregie vorgenommen“ habe. Das habe dieser nach Kontaktaufnahme auch zugegeben. „Es sei keineswegs Absicht gewesen, den Baum zu verstümmeln“, so zitierte Stork die Erklärung des Täters: „Es sollte vielmehr verhindert werden, dass der Baum zu sehr wächst“ – zum einen aus Sorge, „dass der Baum in einigen Jahren die Hausfassade beschädigen könnte“, zum anderen, da er „zu weit in den Straßenraum gewachsen wäre“ und so möglicherweise den Schulbus beeinträchtig hätte.

„Wollten nicht extra die Stadtwerke bemühen“

„Da die Nachbarn der Auffassung waren, dass der Schnitt ohne großen Aufwand in wenigen Minuten durchgeführt werden kann, wollten sie dafür nicht extra die Stadtwerke bemühen“, erklärte Stork die Beweggründe der Anlieger, selbst tätig zu werden. Für „diese falsche Einschätzung“ hätten die Verursacher inzwischen bei der Stadt um Entschuldigung gebeten – und vorgeschlagen, „den Baum zu erhalten und auf ihre Kosten pflegen zu lassen“.

Die Baumpfleger der Stadtwerke plädierten laut Stork aber für eine Entnahme und Ersatzpflanzung auf Kosten der Verursacher. Und so entschied denn auch der Bauausschuss des Stadtrates. 3. Bürgermeister Alfred Honisch (Grüne) stellte in den Raum, ob die Stadt zusätzlich Strafanzeige erstatten solle –als „Signal“. Doch da der Verursacher „reuig“ sei, genüge in diesem Fall, dies anzudrohen, meinte Bauverwaltungsleiter Stork. Klar müsse allerdings sein: „Die Stadt wird sich so etwas auch in Zukunft nicht gefallen lassen.“

Ein zweiter Fall im Stadtgebiet

Mittlerweile habe man in Weilheim einen zweiten solchen Fall bemerkt, hieß es in der Sitzung. Wo, das wurde allerdings nicht gesagt. Stork erklärte auf „Tagblatt“-Anfrage nur, dass in jenem Fall genauso vorgegangen werde.

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