+
So soll es Ende 2021 aussehen: die Geschäftsführer Johannes Medele (l.) und Peter Schäfer vor einer Modelldarstellung des künftigen Autohauses. 

Jetzt wurden die Pläne vorgestellt

Autohaus MedeleSchäfer baut groß im Weilheimer Osten

  • Boris Forstner
    vonBoris Forstner
    schließen

Gemunkelt wurde schon lange, jetzt steht fest: Das Autohaus MedeleSchäfer wird am östlichen Ortsrand von Weilheim für einen zweistelligen Millionenbetrag ein neues Autohaus der Zukunft bauen.  Am Mittwoch wurden die Pläne für den modernen Neubau auf dem 20 000-Quadratmeter-Grundstück vorgestellt – und es wurde deutlich, wie knapp der Verbleib des Unternehmens in Weilheim war.

Weilheim – Die beiden Geschäftsführer Johannes Medele und Peter Schäfer hatten, zusammen mit anderen Mitarbeitern, viel über das wegweisende Projekt am Hauptsitz des Unternehmens gesprochen, doch plötzlich verstummten sie – bei der Frage nach den Kosten sahen sie sich erst fragend an, bevor sie sich nickend auf einen zweistelligen Millionenbetrag einigten.

Das zeigt, wie groß die Dimension des Projekts ist, das beispiellos in der einzelnen und auch gemeinsamen Firmengeschichte ist. Denn die beiden vorher eigenständigen Autohäuser hatten erst im Januar 2018 fusioniert und sind seitdem mit rund 400 Mitarbeitern (davon 78 Azubis) an den Standorten Weilheim, Landsberg, Königsbrunn, Schwabmünchen, Bad Wörishofen und Füssen sowie seit 1. April mit der BusWorld Augsburg nach eigenen Angaben der größte Mercedes-Benz-Vertreter in Oberbayern und Schwaben.

Ebenfalls interessant: Coronavirus: Roche in Penzberg entwickelt Antikörper-Test - im Mai soll er vorliegen

Dass die Situation in Weilheim nicht ideal ist, war den Verantwortlichen schon länger klar. Denn das markante Verkaufscenter an der Röntgenstraße und der Servicebereich am früheren Stammsitz an der Alpenstraße liegen 300 Metern entfernt, dazu kommt noch seit zwei Jahren ein Fahrzeuglager im Trifthof sowie seit 2017 das ClassicCenter in Peißenberg. Weil Daimler von seinen Vetriebspartnern künftig den Betrieb eines sogenannten Rex-Centers (Retail-Excellence) verlangt, das neben einem gemeinsamen Bereich von Vertrieb und Service auch Werkstätten mit Durchfahrtsstraßen fordert anstatt der bestehenden Sackgassen, mussten die Chefs tätig werden. Denn eine Erweiterung oder ein Umbau waren am bestehenden Standort nicht möglich, es musste ein Neubau her – und zwar möglichst schnell.

Fast wäre das Autohaus MedeleSchäfer nach Wielenbach ausgesiedelt

Auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück wurden Medele und Schäfer vergangenen Herbst bei Bürgermeister Markus Loth vorstellig. Bei ihm läuteten schnell die Alarmglocken: „Es war wichtig, dieses Traditionsunternehmen in Weilheim zu halten“, sagte er. Denn die Autohaus-Chefs machten deutlich: Wenn es in Weilheim nicht klappt, müssen sie zwangsläufig weg aus der Kreisstadt. „Dass die Tendenz Richtung Wielenbach ging, ist kein Geheimnis“, sagte Loth.

So soll der Neubau aussehen: Das große Gebäude im Vordergrund ist der Verkaufsraum, dahinter sind die Werkstätten und das Teilelager. Zur Orientierung: Rechts am Bildrand ist der Baustoffhandel Renner, unten links das Medienhaus mit Weilheimer Tagblatt und Kreisbote. 

Er warf als „einzig mögliches Grundstück, das in Frage kam“, die rund 20 000 Quadratmeter große Fläche zwischen Stadtrand und Baustoffhandel Renner in die Waagschale – eine gewagte Aktion. Denn die Fläche ist zwar seit den 80er Jahren als Gewerbegrund im Bebauungsplan ausgewiesen, doch die Besitzer wollten partout nicht verkaufen. „Andere Autohäuser, Super- und Baumärkte, es hatte zig Anfragen gegeben“, erzählte Loth. Unter seiner Vermittlung, die von Medele und Schäfer ausdrücklich gelobt wurde, sei es schließlich gelungen, die Besitzer doch noch vom Verkauf zu überzeugen. Danach ging es schnell, die nötigen Änderungen des Flächennutzungs- und des Bebauungsplanes laufen bereits (siehe Kasten). „Wir sind meines Wissen der bisher einzige Neubau in Deutschland, alle anderen strukturieren nur um“, sagte Schäfer. „Insgesamt soll es künftig bundesweit 100 solcher Flagship-Betriebe geben.“

Von ihrem neuen „Erlebnisautohaus“, wie sie es selbst nennen, soll auch ein Zeichen zum Thema Umweltschutz ausgehen. So soll der Bau CO2-neutral sein mit Solar- und Gründächern, zur Stadt hin eine parkähnliche Anlage bieten und Hauptstandort des Unternehmens für Elektromobilität werden.

Dass die Planungsphase mitten in die Corona-Krise fällt, die auch die Automobilbranche schwer beutelt, ist für Schäfer kein Grund zum Zögern: „Wir planen auf 30 Jahre, da hat man immer drei bis vier Krisen – wir haben unsere eben gleich am Anfang.“ Geplanter Baubeginn soll nächstes Frühjahr sein, Eröffnung im November 2021 – noch rechtzeitig im Jubiläumsjahr. „Denn 1921 hat mein Uropa das Autohaus in Weilheim gegründet, ich bin mittlerweile die vierte Generation“, sagte Medele. „Ich freue mich schon sehr auf das Projekt.“

Lesen Sie auch: Baumarkt-Neustart in Weilheim auf Nummer sicher

Ebenfalls interessant:  Weltreise mit dem Fahrrad: Wegen Corona-Krise sitzt Michael Öfele in Neuseeland fest

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Wilde Szenen auf der A95: Supersportwagen rast über Autobahn - Audi-Fahrer kann Unfall nur knapp verhindern
Wilde Szenen auf der A95: Supersportwagen rast über Autobahn - Audi-Fahrer kann Unfall nur knapp verhindern
Coronavirus im Landkreis Weilheim-Schongau: Realschule und Sportverein in Peißenberg betroffen
Coronavirus im Landkreis Weilheim-Schongau: Realschule und Sportverein in Peißenberg betroffen
Hotel geht vor: André Anderl verlässt Stadtrat
Hotel geht vor: André Anderl verlässt Stadtrat
Das verdient die Landrätin nebenher
Das verdient die Landrätin nebenher

Kommentare