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Im Dezember 2014 besuchten (v.l.) Markus Loth und Angelika Flock den damaligen Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt in Berlin, um gemeinsam für eine Umfahrung Weilheim zu werben. Mit dabei waren Michael Kordon (damals Chef des Staatl. Bauamts Weilheim) und Stadtbaumeister Wolfgang Frank.

Umfahrung Weilheim

Weilheim: B2-Tunnel ist plötzlich Stichwahl-Thema

  • Magnus Reitinger
    vonMagnus Reitinger
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Im Stichwahlkampf um Weilheims Bürgermeisterposten flammt das Thema „Umfahrung“ neu auf: Herausforderin Angelika Flock (CSU) überrascht mit der Aussage, sich für die Untersuchung eines B2-Tunnels einsetzen zu wollen. Amtsinhaber Markus Loth (BfW) hält sich dabei eher zurück und sieht den neuen Stadtrat gefordert.

Update, 27. März: Am 29. März stehen die Stichwahlen im Landkreis Weilheim-Schongau an: In unserem Live-Ticker erfahren Sie Ergebnisse, News und Reaktionen vom Wahltag. 

Weilheim – „Ohne eine Umfahrung schneiden wir Weilheim von der Zukunft ab“, hat Angelika Flock vor der Wahl am 15. März stets betont – und sich klar für eine Umgehungsstraße im Westen Weilheims ausgesprochen. In einem Einlegeblatt zu ihrem Stichwahlprospekt, den dieser Tage viele Weilheimer in ihren Briefkästen fanden, schlägt die CSU-Kandidatin nun andere Töne an: „Ich werde mich auch dafür einsetzen, dass die Variante eines B2-Tunnels von den entsprechenden Behörden untersucht wird, was bisher noch nicht geschehen ist. Nur dann haben wir eine echte Vergleichsmöglichkeit aller Varianten.“

Hintergrund: Das Staatliche Bauamt ließ bislang nur einen rund 2,6 Kilometer langen Zentrumstunnel (unter Krottenkopf-/Römerstraße) in bergmännischer Bauweise näher untersuchen – nicht aber einen Tunnel unter der B2, der kürzer wäre und eventuell in Deckelbauweise realisiert werden könnte. Diese Idee, so hieß es seitens der Behörde stets, könne man „nicht ernsthaft weiter verfolgen“.

Lesen Sie hier alles über das Ergebnis der Bürgermeisterwahl in Weilheim

„Ich möchte, dass man es zumindest untersucht“, betont nun Angelika Flock – so wie es vor der Wahl etwa schon die ÖDP gefordert hatte. Sie habe stets gesagt, sich am Bürgerwillen orientieren zu wollen, begründet Flock auf „Tagblatt“-Anfrage ihren Vorstoß. Und das Wahlergebnis habe sie „stark zum Nachdenken gebracht“. So sehe sie das CSU-Ergebnis als „klare Absage an den Westen“, und ein großer Teil der Wähler habe deutlich gemacht, „einen Tunnel oder nichts“ zu wollen. Deshalb sei sie bereit, „noch einmal ganz neu darüber nachzudenken“. Dafür wolle sie „starke Partner suchen“ („die Grünen sind genauso vernetzt wie wir“). Zunächst gelte es aber, die Bürgerbefragung neu – und anders – aufzulegen.

Auf die Notwendigkeit der Befragung verweist auch der Amtsinhaber. Er würde sich der Variante B2-Tunnel „nicht verschließen“, so Markus Loth gestern gegenüber unserer Zeitung. Zwar habe er „eine eigene Meinung“ (die BfW favorisieren eine ortsferne Ostumfahrung, betonen aber, im Dialog mit Bürgern und Experten die „beste Lösung für ganz Weilheim“ zu suchen) – doch er sei „für andere Meinungen offen“.

Nach der Stichwahl will Loth ein Gespräch mit den Fraktionsvorsitzenden und dem Staatlichen Bauamt anberaumen, „da können wir alles thematisieren“. Doch vor allem sei dann der neue Stadtrat gefragt, der ja „einige neue Mitglieder“ habe. Dessen Diskussionsprozess wolle Loth „offen und transparent“ gestalten.

Kaum Wahlempfehlungen von der Konkurrenz

Nur von einem der sechs Bürgermeisterkandidaten, die am 15. März „ausgeschieden“ sind, gibt es eine Wahlempfehlung für die Stichwahl: Laut Saika Gebauer-Merx unterstützt die FDP Weilheim nun Angelika Flock. „Selbstverständlich bleiben wir bei unserer Meinung, dass eine Verkehrslösung der überfüllten B2 nur durch einen Tunnel zu lösen ist“, so Gebauer-Merx: „Die CSU möchte die Untertunnelung der B2 prüfen lassen – dies halten wir für einen richtigen Schritt.“ 
Alle anderen lehnen eine Wahlempfehlung ab. Eine solche gebe es „weder von mir persönlich noch vom SPD-Ortsverein“, sagt Horst Martin (SPD). Ebenso Manuel Neulinger (Grüne), der jedoch hinzufügt: „Keine Wahlempfehlung, aber die Wähler sollten sich die Position der beiden Kandidaten zur Umfahrung noch einmal genau ansehen!“ Gibt es eine Wahlempfehlung der Freien Wähler? „Nein“, antwortet kurz und bündig Romana Asam. „Ich gebe keine Wahlempfehlung ab“, sagte auf Tagblatt-Anfrage auch Ullrich Klinkicht („Weilheim Miteinander“): „Die Leute kennen die Programme der Kandidaten und sollen selber entscheiden, ob sie zur Wahl gehen, wen sie wählen oder ob sie sich enthalten.“ Keine Antwort bekam die Redaktion gestern von Reno Schmidt (AfD).

mr

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