+
Zum wiederholten Male mussten die Feuerwehrler jemanden aus dem Aufzug retten.

Rechnung geht an Bahn

Aufzüge am Weilheimer Bahnhof sind Dauer-Ärgernis für Feuerwehr

  • Franziska Florian
    vonFranziska Florian
    schließen

Immer wieder sorgen die Aufzüge am Weilheimer Bahnhof für Ärger – weil Personen darin steckenbleiben. Auch am Dienstagmittag musste – wie so oft – die Feuerwehr anrücken und einen Mann aus dem Aufzug zwischen Gleis 2 und 3 retten.

Weilheim – „Man muss tatsächlich sagen, dass es für uns ein großes Ärgernis ist“, sagt Stefan Herbst, zweiter Kommandant der Weilheimer Wehr, über den Einsatz am Dienstagmittag am Bahnhof der Kreisstadt. Ein Mann blieb mit dem Aufzug stecken. „Er musste nach der Befreiung rettungsdienstlich betreut werden“, berichtet Herbst der Heimatzeitung.

Zwei Aufzüge am Weilheimer Bahnhof gleichzeitig defekt

Für die freiwilligen Helfer nichts Neues. „Heuer ist es bereits der zweite Einsatz“, so Herbst. Im vergangenen Jahr waren es drei Aufzugs-Einsätze dieser Art, im Jahr zuvor gar vier. Denn die Ehrenamtlichen müssen immer dann anrücken, wenn der zuständige Aufzugstechniker die Person nicht innerhalb einer halben Stunde aus der Anlage geholt hat – inklusive Anfahrt von Wolfratshausen. „Das ist einfach nicht zu schaffen“, weiß der stellvertretende Kommandant zu berichten.

Beim 30-minütigen Einsatz am Dienstag machten Herbst und die anderen beiden Einsatzkräfte eine wenig amüsante Entdeckung: Nicht nur der Aufzug zwischen Gleis 2 und 3, in dem die Person feststeckte, war defekt, sondern auch der Aufzug an Gleis 1 war außer Betrieb. „Als wir da waren, kam gerade der Monteur für den ersten Aufzug“, erzählt Herbst.

Einsatzkräfte müssen wegen Bahn extra Arbeitsplatz verlassen

Es sei vor allem ärgerlich, dass die Aktiven der Feuerwehr für solche Einsätze den Arbeitsplatz verlassen müssen. „Wenn am Nachmittag dann ein Brand ist, könnte es ja vielleicht sein, dass ein Arbeitgeber sagt ,Nein, du bleibst jetzt hier‘. Und das wegen der Bahn“, so Herbst.

Die Deutsche Bahn bedauert, „dass wieder eine Person am Weilheimer Bahnhof durch die Feuerwehr befreit werden musste“, wie es auf Nachfrage der Heimatzeitung heißt. „Aber auch neue technische Anlagen wie die Aufzüge in Weilheim können leider immer mal wieder ausfallen“, schreibt der Bahnsprecher in der Stellungnahme weiter. Für solche Fälle gebe es aber „ja die Sprechstelle, über die sich die eingeschlossenen Fahrgäste melden“ könnten.

Bahn hat „Feuerwehr um Hilfe gebeten“

Zwar habe die Deutsche Bahn mit einem Dienstleister vor Ort eine zeitnahe Befreiung vereinbart, aber der sei am Dienstag woanders im Einsatz gewesen, teilt die Pressestelle in München mit. Deshalb habe man „die Feuerwehr um Hilfe gebeten“, heißt es seitens der Bahn abschließend.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Kerschers Abschied in stürmischen Zeiten
Bernhard Kerscher hat viel in seiner Lehrerlaufbahn erlebt: Erdbeben, Vulkanausbruch, sogar einen Tsunami. Und jetzt, ausgerechnet in seinem letzten Schuljahr, auch noch …
Kerschers Abschied in stürmischen Zeiten
Wolf in oberbayerischem Wald gesichtet: Jäger mit mahnenden Worten - Wer jetzt aufpassen muss
Ein Wolf treibt sich in einem Landkreis in Oberbayern herum. Das bestätigte das bayerische Landesamt für Umwelt. Die Identifizierung ist eindeutig.
Wolf in oberbayerischem Wald gesichtet: Jäger mit mahnenden Worten - Wer jetzt aufpassen muss
„Rigi-Rutsch‘n“ wirkt jetzt weitläufiger 
Trotz Corona ist die Freibadsaison in der „Rigi-Rutsch´n“ in vollem Gange. Vor dem Starttermin am 8. Juni haben die Gemeindewerke die Pandemie-Pause für umfangreiche …
„Rigi-Rutsch‘n“ wirkt jetzt weitläufiger 
Warten auf Sanierung: Weilheimer Hallenbad bleibt weiter zu
Das landkreiseigene Hallenbad in Weilheim bleibt weiter geschlossen – obwohl es nach der Corona-Zwangspause wieder erlaubt wäre. Das Landratsamt nennt logistische …
Warten auf Sanierung: Weilheimer Hallenbad bleibt weiter zu

Kommentare