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Wenn sich die Schranke an der Geistbühelstraße schließt, brauchen Autofahrer, Radler und Fußgänger Geduld.

Geistbühelstrasse in Weilheim

Länger Warten an der Bahnschranke

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Am Bahnübergang an der Geistbühelstraße sind die Schranken bis zu vier Minuten zu. Die Bahn bedauert die längeren Schließzeiten, bezeichnet sie aber als Voraussetzung für bequemeres Umsteigen am Weilheimer Bahnhof.

Weilheim – Alltag an der Geistbühelstraße in Weilheim. Die Schranke geht zu, und alle stehen still – Autos, Radfahrer und Fußgänger. Von einem „vierminütigen Dauer-Rotsignal am Bahnübergang Geistbühelstraße, solange die beiden Züge Richtung Peißenberg und (!) Garmisch noch am Weilheimer Bahnhof stehen“, schrieb Grünen-Stadtrat Alfred Honisch in einer Anfrage an die Stadt. SPD-Stadtrat Ingo Remesch berichtete in seiner davon, dass die neu Schrankenregelung Thema bei einem Stadtteilgespräch gewesen sei. Bei der langen Haltezeit, so habe ein Bürger berichtet, bilden sich des Öfteren längere Staus. „Ebenso seien immer wieder Passanten zu beobachten, die trotz Schrankenschluss die Gleise passieren. Dies stellt somit einen erheblichen Gefahrenfaktor dar“, so Remesch.

Einer, der akribisch Buch über die neuen Schließzeiten der Schranke führte, ist Ullrich Klinkicht. An einem Werktag kam er zwischen 17 Uhr und 18 Uhr auf eine Schließzeit von 21 Minuten. Er notierte folgende acht Zugbewegungen: Peißenberg-Weilheim: 17.07 Uhr, Schranke 1 Minute geschlossen; Weilheim-Garmisch: 17.12 Uhr (4 Minuten); Weilheim-Schongau: 17.18 Uhr (3.30 Minuten); Weilheim-Garmisch: 17.36 Uhr (4 Minuten); Schongau-Weilheim: 17.42 Uhr (1 Minute); Weilheim-Peißenberg: 17.43 Uhr (3.30 Minuten); Garmisch-Weilheim: 17.48 Uhr (1 Minute); Weilheim-Garmisch: 17.49 Uhr (4 Minuten).

„Besonders übel war es im Januar, als die Leute bei zehn bis 15 Grad minus völlig überflüssig drei Minuten länger als früher bei geschlossenen Schranken warten mussten“, so Klinkicht. In den manchmal 15 bis 20 wartenden Autos hätten wegen der Kälte vielleicht ein oder zwei Fahrer die Zündung ausgeschaltet. „Man wurde von den Abgasen regelrecht eingenebelt“, so Klinkicht weiter.

Die Stadt reichte die Anfragen der beiden Stadträte an die Bahn weiter, und die antworte nun. Laut Carola Lülsdorf, Leiterin Regionalnetze Karwendel und Südbayern, ist an der Schaltung des Bahnübergangs im November 2016 eine Änderung eingetreten. Der Schließvorgang werde früher angestoßen, „damit der Zugweg schon mit der Stellung des Signals in Weilheim auf Fahrt vollständig gesichert ist“. Der Bahnübergang „Geistbühelstraße“ habe die Besonderheit, dass die beiden Gleise darauf zu zwei getrennt zu sehenden Strecken gehören: Das westlich liegende Gleis zu der Strecke Weilheim-Schongau, das östlich liegende Gleis zur Strecke nach Murnau.

Für die Nutzer des öffentlichen Personennahverkehrs habe die neue Regelung für die Schließzeiten aber große Vorteile. Aus jeder Richtung kommend, könne einmal in der Stunde in jede andere Richtung umgestiegen werden. „Die Züge treffen sich in Weilheim und fahren danach zeitnah alle wieder ab“, so die Bahnsprecherin. „Diese gute Möglichkeit für Bahnreisende hat an der Geistbühelstraße die Wirkung, dass der Bahnübergang häufiger für zwei Züge geschlossen bleibt und dann auch Schließzeiten von vier Minuten vorkommen“, heißt es in ihrer Stellungnahme weiter.

Schließzeiten an Bahnübergängen in technischen Vorgaben festzulegen, sei die Suche nach einem Kompromiss zwischen der Flüssigkeit beider Verkehrsträger an der Kreuzung Straße/Schiene und der Sicherheit aller Beteiligten, fasst Carola Lülsdorf in ihrem Schreiben die Sicht der Bahn zusammen. Die Bahn bedauere die verlängerten Schließzeiten, bitte aber um Verständnis, da nur so die „guten Umsteigebeziehungen im öffentlichen PersonenNahverkehr“ gewahrt werden könnten.

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