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Benefizaktionen für die neue Orgel in Mariae Himmelfahrt organisieren Anne-Marie Rawe und Rudolf Sotta.

Orgelbauer hat noch keine Zeit: Neue Orgel in der Stadtpfarrkirche Weilheim erst 2022

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Rund 1,1 Millionen Euro wird die neue Orgel in der Weilheimer Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt kosten. Gebaut wird sie von einer höchst renommierten Firma aus Freiburg. Die ist allerdings so ausgelastet, dass sie erst 2021 damit beginnen kann.

Weilheim – Mit dem Geheule und Geklapper, dass die jetzige Orgel der Stadtpfarrkirche ihren Spielern und Zuhörern regelmäßig zumutet, werden Weilheims Kirchgänger noch eine Zeit lang leben müssen. Denn die neue Orgel wird wohl erst 2022 fertig sein. „Bis dahin müssen wir uns behelfen und das alte Instrument so gut es geht instand halten“, sagt Ulrich Bracker, der sich seitens der Kirchenverwaltung Mariae Himmelfahrt des Projekts angenommen hat.

Sechs verschiedene Orgelbauer hatten Angebote für das neue Instrument in Weilheim gemacht, drei von ihnen wurden ausgewählt und um eine Überarbeitung und Anpassung an die Vorstellungen der Kirchenverwaltung gebeten. Inzwischen hat das Gremium entschieden: Die Firma „Freiburger Orgelbau Hartwig und Tilmann Späth“ soll die neue Orgel der Stadtpfarrkirche erstellen. Das in March-Hugstetten bei Freiburg ansässige Unternehmen ist allerdings – wie alle in Frage kommenden Orgelbauer –so ausgelastet, dass mit dem Bau erst 2021 begonnen werden kann.

Von „Freiburger Orgelbau“ stammen beispielsweise die Orgeln in der Universitätskirche Wien, in St. Johann Baptist in München-Haidhausen, in Hamburg (St. Michaelis) und in den Konzertsälen des Konservatoriums in der chinesischen Millionenmetropole Hangzhou. Derzeit hat die Firma nach eigenen Angaben unter anderem Orgeln für Kirchen in Freiburg, Frankfurt und Incheon/Südkorea sowie für die Musikhochschule Luzern in Arbeit.

Ein Augenblick, nur für den Glauben:  Meditation in der Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt

Die neue Orgel für Weilheim soll nicht mehr in einem Block, sondern in drei Teilwerken auf der Empore stehen. Und wenn es finanziell machbar ist, wird sie auch im Chorraum ein Solowerk erhalten – was laut Bracker „musikalische Leckerbissen ermöglichen würde“. Seit neun Jahren konzertieren im Rahmen des „Internationalen Weilheimer Orgelsommers“ renommierte Organisten aus aller Welt in der Weilheimer Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt. Doch aktuell kann das marode Instrument „für anspruchsvolle Orgelkonzerte nicht mehr verwendet werden“, erklärt Stadtpfarrer Engelbert Birkle. Deshalb weicht die Konzertreihe heuer in andere Kirchen aus.

Mit dem Bau der neuen Weilheimer Orgel will das Freiburger Unternehmen 2021 beginnen. Der Angebotspreis beläuft sich laut Bracker auf rund 980 000 Euro, dazu kommen die Kosten für bauliche Maßnahmen an Empore, für Elektrik, Heizung, die Farbfassung des Gehäuses und den Abbau der alten Orgel. Der Projekthaushalt beläuft sich deshalb auf 1,1 Millionen Euro.

Zahlreiche Institutionen und Weilheimer Bürger haben bereits einen Beitrag zur Finanzierung geleistet. Laut Kirchenverwaltung lassen der Orgelfonds der Diözese Augsburg, die Bayerische Landesstiftung, die Stadt Weilheim, die Böhm-Stiftung und die Kulturstiftung des Bezirks Oberbayern insgesamt Zuschüsse von etwa 350 000 Euro erwarten. Sparda-Bank, Sparkasse Oberland und VR-Bank Werdenfels tragen „einen fünfstelligen Betrag“ bei, wie es heißt. An privaten Spenden sind bisher rund 210 000 Euro eingegangen, und aus Veranstaltungserlösen und Pfeifenpatenschaften wurden schon über 33 000 Euro erlöst.

Über 300 000 Euro fehlen noch zur Finanzierung der Orgel in der Weilheimer Stadtpfarrkirche

„Trotz weiterer gesicherter Einnahmen“, so Bracker, bleibe aber „ein Deckungsloch von über 300 000 Euro, das es in den nächsten Jahren zu stopfen gilt“. Dieser Betrag müsse „ausschließlich über weitere Spenden von Einzelpersonen, Gruppen, Firmen oder anderen Sponsoren erbracht werden“. So hoffen die Verantwortlichen zum Beispiel auf Spendenaufrufe „zu Geburtstagen, Jubiläen oder als Weihnachtsaktion“. Auch weitere Fahrten zu Orgeln, Werkstattbesuche und Benefizkonzerte sollen in den kommenden beiden Jahren angeboten werden.

Die nächste Aktion findet am Sonntag, 22. September, statt: Im Rahmen eines Frühstücks für jedermann im Pfarrheim „Miteinander“ werden Antikes, Kunstwerke und der „Himmelfahrter Orgelwein“ zugunsten des Orgelneubaus verkauft (siehe Kasten).

Spenden für den Orgelneubau in der Weilheimer Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt sind möglich auf das Orgelkonto bei der Sparkasse Oberland: IBAN DE27 7035 1030 0000 3539 04.

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