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In zentraler Lage am Rathausplatz (roter Punkt) möchte ein Investor ein rückwärtiges Gebäude aufstocken und Wohngruppen für Senioren einrichten.

Obwohl Bedarf vorhanden ist

Weilheimer Bauausschuss: Gegenüber Senioren-Wohngruppen noch skeptisch

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Eine gute Sache, wenn in Weilheim Wohnraum für Senioren geschaffen wird. Der Bedarf ist da. Trotzdem konnte sich der Bauausschuss mit einem ambulanten Projekt am Rathausplatz noch nicht anfreunden – die Bauvoranfrage wurde zurückgestellt.

Weilheim– Am Weilheimer Rathausplatz soll eine neue soziale Einrichtung entstehen: Ein Investor will auf einem Grundstück eine ambulante Wohngruppe für Senioren einrichten. Derzeit wird das Gebäude im Erdgeschoss für ein Matratzengeschäft genutzt, im Ober- und Dachgeschoss befinden sich Wohnungen. Laut Stadtverwaltung will der Antragsteller den Bestand mit dem zweigeschossigen Kopfbau, Teil des denkmalgeschützten Ensembles „Obere Stadt“, samt Nutzungen beibehalten – allerdings den einstöckigen rückwärtigen Bau um zwei Etagen samt Dachgeschoss erweitern.

Auf den drei Stockwerken sollen insgesamt drei Wohngruppen mit zwölf Appartements Platz finden. Allerdings muss für die Erweiterung der Bebauungsplan geändert werden.

Zu wenig Infos über Projekt in Weilheim

Die Bauanfrage sorgte im Bauausschuss für skeptische Blicke. Hauptkritikpunkt: Es gebe zu wenig Infos über das Konzept, gerade von der geplanten Betreuung der Bewohner her. Zudem sieht der Ausschuss die Stellplatzfrage mit Sorge. Es würde wohl auf eine Ablösezahlung an die Stadt hinauslaufen, wie vom Bauamt zu erfahren war. Möglich sei aber auch eine Sonderregelung wegen der älteren Bewohner.

Romana Asam (Freie Wähler) wollte grundsätzlich wissen, ob das Vorhaben „eine Konkurrenz für unser städtisches Bürgerheim ist“. Dass sich der Investor aus der per Satzung geforderten Anzahl an Parkplätzen herauskauft, könne keine Lösung sein – vor allem, wenn die Wohngruppen wieder aufgelöst werden und aus der sozialen Einrichtung eine reine Wohnanlage wird, mahnte Asam. Was auch Stefan Zirngibl (CSU) zu Bedenken gab: „Dann haben wir lauter Appartements.“

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Brigitte Holeczek (BfW) sah die Einrichtung derartiger Wohnformen zwar angesichts des steigenden Bedarfs positiv. Allerdings vermisste sie Details zur Versorgung der Bewohner. Die Art der Betreuung sei unklar, bemängelte sie. Holeczek („Wie eine Studenten-WG darf man sich das nicht vorstellen“) verlangte eine „klare Auskunft“ bezüglich der Dimensionen – ob es sich lediglich um eine ambulante Wohngruppe oder gar letztendlich ein umfangreicheres Angebot handele – gerade im Hinblick darauf, was passiert, wenn Bewohner pflegebedürftig werden. „Man muss aufpassen, dass über die Hintertür nicht ein Pflegeheim bekommt.“

Michael Lorbacher (SPD) äußerte ein „gewisses Unbehagen“. Auch, was den potenziellen Investor betrifft, über dessen bisher realisierten Projekte nur wenig bekannt sei. Lorbacher zufolge handelt es sich bei dem Bauwerber um eine erst 2018 gegründete Kommanditgesellschaft mit Sitz in Grünwald. Angaben zum Antragsteller machte die Verwaltung nicht und verwies auf Nachfrage auf den Datenschutz.

Antragsteller für ambulantes Projekt in Weilheim soll selbst vorsprechen

Am Ende verständigte sich das Gremium einstimmig darauf, das Ansinnen zurückzustellen. Der mögliche Betreiber soll die Gelegenheit bekommen, sein Konzept im Gremium selbst vorzustellen. Ob die offenen Fragen allerdings bereits bis zur nächsten Sitzung geklärt werden können, wagte Bürgermeister Markus Loth (BfW) zu bezweifeln. „Wir haben überhaupt keine Eile“, beruhigte er jedoch. Aber gerade bei den Stellplätzen „muss man schon kritisch hinschauen“.

In einem Punkt gibt es bereits „positive Signale“ vom Landratsamt, wie Stefan Kirchmayer vom Bauamt erklärte: Die Kreisbehörde könne sich den baulichen Umfang im Rahmen einer Änderung des Bebauungsplans grundsätzlich vorstellen.

Andreas Baar

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