Um dieses Gelände geht es: Wo jetzt noch das seit Jahren brachliegende Supermarktgebäude steht, sind bis zu vierstöckige Wohnblocks samt Kita geplant.
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Um dieses Gelände geht es: Wo jetzt noch das seit Jahren brachliegende Supermarktgebäude an der Kanalstraße steht, sind bis zu vierstöckige Wohnblocks samt Kita geplant.

Planung an der Kanalstraße

Neubauten auf einstigem Edeka-Areal in Weilheim: Zugeständnisse an Investor

  • Magnus Reitinger
    VonMagnus Reitinger
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Die seit langem geplante Bebauung des früheren Edeka-Areals an der Kanalstraße ist „ein schwieriges Vorhaben“, das weiß man im Weilheimer Rathaus. Deshalb ist der Bauausschuss zu Zugeständnissen bereit – und hat dem Bauträger nun einige wichtige Änderungen genehmigt.

Weilheim – Es werde nicht mehr Baurecht für den Investor geschaffen, das wurde mehrfach betont, als der Bauausschuss des Stadtrates am Dienstag über ein ganzes Bündel von Bebauungsplan-Änderungen beriet, um die der Grundeigentümer kürzlich gebeten hat. Dabei ist der Bebauungsplan „Kanalstraße/Singerstraße“ (Teilgebiet Süd) gerade mal seit acht Tagen rechtskräftig. Doch für den Investor hätten sich „gewisse Schwierigkeiten aufgetan, die Bebauung im Sinne des Bebauungsplans zu realisieren“, erklärte das Stadtbauamt den Änderungsbedarf.

Es fallen wohl mehrere Bäume

Neben „vielen Kleinigkeiten“ gehe es dabei auch um einige fundamentale, städtebaulich relevante Änderungen, wie es hieß. Zum Beispiel bezüglich der bereits vorhandenen, aber laut Bürgermeister Markus Loth „verkorksten“ Tiefgarage: Der Bauherr habe sich nun entschieden, diese Tiefgarage „komplett neu zu machen“, sagte Stadtbaumeisterin Andrea Roppelt-Sommer. Um heutige Anforderungen, etwa für Fahrgassenbreiten, zu erfüllen und nicht zugleich Stellplätze zu verlieren, müsse sie aber auf mehreren Seiten um „einige Meter“ größer werden. Dafür müsste im Einfahrtsbereich ein Baum gefällt werden. Und auf der Westseite würden wohl die angrenzenden Bäume auf dem Nachbargrundstück fallen – weil die Tiefgarage dann bis an die Grundstücksgrenze reicht.

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Letzteres war umstritten im Ausschuss. Klaus Gast (CSU) hob hervor, dass es sich „nicht um alten Baumbestand“ handle. Und Brigitte Holeczek (BfW) betonte, der Nachbar könne die ihn betreffende Tiefgaragen-Erweiterung „klipp und klar ablehnen, wenn er will“; das sei „nicht das Problem des Bauausschusses“. Dagegen stellte sich für Manuel Neulinger (Grüne) die Frage, „ob wir als Stadt solche Situationen nicht vermeiden sollten“.

Motto „Friss, Vogel, oder stirb“ ?

Neulinger forderte, der Investor solle „verträglichere Möglichkeiten“ suchen – und die Stadt nicht nach dem Motto „friss, Vogel, oder stirb“ zustimmen. Loth (BfW) warnte indes davor, „noch mal alles in Frage zu stellen“: „Was spricht an dieser Stelle, die bereits komplett versiegelt ist, gegen das Vorhaben?“, so der Rathaus-Chef. Ähnlich CSU-Vertreter Gast, für den das Neubauprojekt (geplant sind ein lang gezogener, drei- bis vierstöckiger Wohnblock entlang der Kanalstraße plus zwei Querbauten Richtung Westen) „eine ganz erhebliche Verbesserung“ ist: „Ich sehe da keine Belastungen, die nicht tragbar wären.“

Es gehe um „dringend benötigte Wohnungen“

Neben der Tiefgaragen-Ausweitung hat der Bauwerber auch für die Gebäude selbst einige Überschreitungen beantragt: Zur besseren Fassadengliederung sollen zum Beispiel für Treppenhäuser „vorspringende Bauteile“ erlaubt werden und Balkone die Baugrenzen um bis zu 1,50 Meter überschreiten dürfen. Und um ausreichend Unterbau für eine intensive Dachbegrünung zu bekommen, solle die zulässige Wandhöhe „um mindestens 30, idealerweise 50 Zentimeter“ erhöht werden. All die gewünschten Änderungen hat der Bauausschuss gestern beschlossen – gegen die Stimmen der Grünen-Vertreter Manuel Neulinger und Alfred Honisch.

Was die Stadt letztlich von all dem Geben habe, wollte Honisch wissen. Es entstünden „dringend benötigte Wohnungen“, antwortete Roppelt-Sommer. Und Horst Martin (SPD) ergänzte: „Wie bekommen eine Kita, 70 Prozent geförderten Wohnraum und intensive Gründächer, das ist mehr, als wir eigentlich festgelegt haben.“ Deshalb könne er die Änderungen mittragen, auch wenn „das mit den Bäumen kritisch“ sei.

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