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Auf dieser Grünfläche an der Kanalstraße baut die Stadt kommendes Jahr eine neue, zweistöckige Kindertagesstätte. Einer der Apfelbäume muss dafür gefällt werden, einer kann laut Stadtbauamt im Garten erhalten bleiben. 

Weilheim baut zwei neue Kitas bis Herbst 2019

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Eine an der Hardtkapellenstraße, eine an der Kanalstraße: In Rekordtempo sollen in Weilheim 2019 zwei nagelneue Kindertagesstätten entstehen, jeweils für vier Gruppen. Und eine weitere Kita wird schon mal für die Schublade geplant – falls der Bedarf weiter steigt.

Weilheim – Wie schnell es mit neuen Kitas oft gehen muss, weil Betreuungsplätze fehlen, das zeigt das „Kinderhaus am Sonnenfeld“ neben der Hardtschule: Zwei Kindergarten- und zwei Krippengruppen sind dort seit März 2017 untergebracht – in provisorischen Containern. Um den Bedarf künftig längerfristig abschätzen zu können, lässt die Stadt (wie im Juli von der CSU beantragt) eine „Generalplanung“ erstellen, die bis ins Jahr 2030 blicken soll. Mehrere zehntausend Euro sind dafür im Haushalt 2019 eingeplant. Erster Schritt ist eine Befragung von Eltern; günstigerweise kann sich das Rathaus dafür an eine Fragebogenaktion des Landkreises „mit dranhängen“, so Hauptamtsleiterin Karin Groß.

Für den aktuellen Bedarf werden im kommenden Jahr gleich an zwei Stellen neue Kitas gebaut: eine im Osten, eine im Westen der Stadt. Wobei sich für Letztere der Standort verändert hat: Nicht, wie zunächst gedacht, an der Wessobrunner Straße, auf der Wiese zwischen großer Hochlandhalle und Ammer, soll eine Kita entstehen, sondern an der Kanalstraße, direkt neben dem neuen „Edeka“-Markt. Das dortige Grundstück, bisher eine Grünfläche, liege wesentlich günstiger und ruhiger, sagte Bürgermeister Markus Loth (BfW) in der Dezember-Sitzung des Bauausschusses.

Die neue Kita an der Kanalstraße:

In dieser Sitzung ging es bereits um den konkreten Bauantrag: Geplant ist ein dauerhaftes, zweistöckiges Gebäude in Holzmodulbauweise für zwei Kindergartengruppen (je 25 Plätze) und zwei Krippengruppen (je 12 bis 15 Plätze). Der Eingang soll an der Nordseite – also an der hinteren Zufahrt zum Festplatz – liegen, daneben ist laut Stadtbaumeisterin Andrea Roppelt Platz für einen „schönen, großen Garten“. Als Betreiber hat die Stadt einen freien Träger im Blick, der bereits eine Kita in Weilheim betreibt; welcher es ist, verriet Loth nicht.

Damit diese Einrichtung bereits im Herbst 2019 eröffnet werden kann, soll der Modulbau samt Haustechnik von einem Generalunternehmer (GU) realisiert werden. Er sei bekanntlich „kein Freund von GU-Ausschreibungen“, sagte CSU-Stadtrat Stefan Zirngibl, der auch Kreishandwerksmeister ist: „Aber hier ist es der einzig sinnvolle Weg; wir würden in diesem Fall von einzelnen Handwerksbetrieben wahrscheinlich gar kein Angebot bekommen.“

Mit dem Landratsamt ist der Bau laut Loth bereits abgestimmt, auch Weilheims Bauausschuss hat einmütig zugestimmt. „Ob die Lage optimal ist, weiß ich nicht“, sagte Angelika Flock (CSU), die Stadtratsreferentin für Kindertagesstätten: „Aber wir schaffen dadurch eine echte Entlastung, und der Plan ist sehr, sehr gut.“ Die Kostenschätzung für den Neubau beläuft sich auf rund 3,4 Millionen Euro, wobei es satte Zuschüsse gibt. Rund 650 000 Euro müsse die Stadt selbst tragen, so Loth: „Es ist zwar ein Riesen-Gewerk, aber für uns relativ günstig.“

Die neue Kita an der Hardtkapellenstraße:

Ebenfalls im Herbst 2019, so die Hoffnung der Stadt, soll die neue Kita auf dem bisherigen „Sonnenacker“ an der Hardtschule bezugsfertig sein. Knapp 3,6 Millionen Euro sind dafür im Etat 2019 reserviert. 15 Architekturbüros (aus rund 100 Bewerbungen) seien für einen Wettbewerb ausgesucht worden, so Stadtbaumeisterin Roppelt auf Anfrage unserer Zeitung; Ende Januar solle der Sieger gekürt und dann rasch gebaut werden.

Zunächst sind in dieser neuen Einrichtung an der Hardtkapellenstraße je zwei Kindergarten- und Krippengruppen vorgesehen. Womit in diesem Fall aber noch keine zusätzlichen Plätze gewonnen sind, denn der Neubau soll zunächst als Ausweichquartier für das städtische Kinderhaus „Pfiffikus“ dienen, das zwischen Andreas-Schmidtner- und Römerstraße liegt und wohl 2020 saniert wird (ob das Landratsamt auch die geplante Erweiterung zulässt, ist derzeit noch offen). Danach soll der Neubau an der Hardtkapellenstraße das Domizil des benachbarten „Kinderhauses am Sonnenfeld“ werden, die Container sollen dann verschwinden. Doch auf diesem Teil des Areals wäre später, so der Bedarf an Betreuungsplätzen noch steigt, ein weiterer fester Bau für weitere vier Gruppen möglich.

Perspektiven an der Steinlestraße:

Nur 400 Meter vom „Sonnenacker“ entfernt könnte langfristig eine weitere neue Kita gebaut werden: an der Ecke Steinlestraße/Römerstraße, auf einem Grundstück der „Bundesanstalt für Immobilienaufgaben“, auf dem ein Wohnhaus steht. Ob die Stadt das Areal erwerben kann, ist noch ungewiss. Doch für einen möglichen Kita-Neubau sind im Etat 2019 bereits Planungsausgaben von 100 000 Euro vorgesehen. Über das Projekt sei damit längst nicht entschieden, so Hauptamtsleiterin Groß. Doch wolle man „eine Planung in der Schublade haben, um bei Bedarf schnell zuschlagen zu können“.

Magnus Reitinger

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