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Weilheims erste Sicherheitswacht besteht aus (v.l.) Johann Siemens, Rainer Hoberg, Birgit Englberger, Birgit Albert, Gerold Grimm und Silvia Höring (nicht im Bild Melchior Berger). Es gratulierten (v.r.) Andreas Wunder (Ordnungsamt Weilheim) Bürgermeister Markus Loth, Tobias Neuner (Verantwortlicher für die Sicherheitswacht), Polizeichef Harald Bauer und Robert Kopp, Präsident des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd.

„Zusätzliche Augen und Ohren für die Polizei“

Ab sofort patrouilliert die Weilheimer Sicherheitswacht

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Mit sieben Mitgliedern ist die neu gegründete Weilheimer Sicherheitswacht am Montagabend gestartet. Der Polizeipräsident Robert Kopp kam dazu persönlich vorbei. 

Weilheim – Die Jacken sind ähnlich, auch das bayerische Wappen prangt an der Seite. Doch es gibt einen entscheidenden Unterschied: Bei den ehrenamtlichen Mitgliedern der Sicherheitswacht steht „Sicherheitswacht“ drauf, bei der Polizei dagegen „Polizei“ – dieser Unterschied ist Polizeipräsident Kopp, Weilheims Polizeichef Harald Bauer und seinem Sicherheitswacht-Verantwortlichem Tobias Neuner ganz wichtig: „Es sind keine Hilfspolizisten, sondern zusätzliche Augen und Ohren für die Polizei“, so Neuner mit Blick auf viele negative Kommentare, die es vor allem in den sozialen Medien nach dem Einführungs-Beschluss der Stadt vergangenen Sommer gegeben hatte.

„Bei dem Thema gibt es immer wieder Fehlinformationen“, sagte Kopp gelassen – er kennt die Vorwürfe gut, dass sich Wichtigtuer als Schwarze Sheriffs aufspielen wollen. „Aber die Sicherheitswacht ist überall ein Erfolgsmodell, und sie wird bald zum Weilheimer Stadtbild gehören.“ Die Einführung der Sicherheitswacht habe nichts damit zu tun, dass Weilheim unsicher sei, betonte Kopp. „Wir haben hier eine gut funktionierende Polizei. Aber manche Bürger haben ein Gefühl der Unsicherheit an manchen öffentlichen Plätzen, und dem können wir mit diesem stabilisierenden Element damit begegnen.“

Weilheimer Sicherheitswacht: “Gelebte Zivilcourage“

Neuner hatte am engsten mit den sieben Kandidaten zu tun und ist stolz, dass die drei Frauen und vier Männer die nötigen 40 Stunden Ausbildung im straffen Zeitraum von acht Wochen absolviert haben. Auch der berufliche Hintergrund – vier sind Beamte, zum Teil pensioniert, die anderen drei in sozialen Berufen tätig – begeistert ihn. „Das sind Top-Voraussetzungen, dass sie ein gutes Bild abgeben“, so Neuner. Geschult wurden die Sicherheitswachtler unter anderem darin, mit einem Digitalfunkgerät umzugehen, aber auch, was sie dürfen und was nicht. Denn einen auf frischer Tat angetroffenen Straftäter darf der Sicherheitswachtler wie jeder andere Bürger auch festhalten, bis die Polizei eintrifft. Auch das Recht auf Notwehr und Nothilfe hat jeder Bürger. Darüber hinaus können die Mitglieder der Sicherheitswacht aber auch Personen anhalten, sie befragen und Personalien feststellen, Platzverweis erteilen und personenbezogene Daten an Polizei oder Stadtverwaltung übermitteln. „Letztlich geht es um gelebte Zivilcourage“, sagte Kopp, der betonte, dass zu 99 Prozent der Gespräche friedlich ablaufen, wenn etwa nächtliche Feiernde angesprochen werden. „Das restliche Prozent machen Betrunkene mit mehr als 2,5 Promille aus, aber diese Probleme haben wir auch“, so Kopp. Da die Sicherheitswachtler ständig im Kontakt mit der Polizei sind, kann im Notfall problemlos Hilfe herbeigerufen werden, ergänzte Bauer.

Das sind die Einsatzorte der Sicherheitswacht

Einsatzorte der Sicherheitswacht werden laut Neuner neben dem Marienplatz unter anderem die BMX-Bahn, der Dietlhofer See und die Ammer sein – beliebte Treffpunkte, wo gerne über die Stränge geschlagen wird. Die Erfahrung zeige: Wenn man bei einer Feier auftaucht und dort einen Ansprechpartner habe, seien sowohl Lärm- als auch Müllprobleme deutlich seltener, hieß es.

Für ihren Einsatz bekommen die Sicherheitswachtler acht Euro pro Stunde. Es wird in enger Absprache mit der Polizei ein Dienstplan erstellt, auch Feiern wie etwa die französische Woche werden berücksichtigt – „wobei die Sicherheitswacht natürlich kein Ersatz für einen privaten Sicherheitsdienst ist“, wie Bauer betonte. Nach dem Pressetermin am Montagabend wurde es übrigens gleich ernst – das erste Duo machte sich auf den Weg.

bo

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