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Rund 40 Einsatzkräfte stellten bei der praktischen Vorführung einen Unfall nach. 

Aktion auf dem Weilheimer Volksfestplatz

Mit Handy, Alkohol und Drogen ins Verderben - Aktion „Diskofieber“ klärt auf

Was bei einem Verkehrsunfall passieren kann und wie schwierig die Rettung der Opfer ist, erfuhren Jugendliche in Weilheim bei der Aktion „Disko-Fieber“.

Weilheim – Der Lärm der Geräte verstummte, die Lichter der Scheinwerfer gingen aus. Zwischen den Fahrzeugen, deren flackerndes Blaulicht den nassen Asphalt in gespentisches Licht tauchte, trat ein Mann aus der Gruppe und sagte mit leiser Stimme, dass er den Verstorbenen mit einem Gebet verabschieden möchte.

Diese Szene hätte sich vor kurzem in einer Nacht am Ettaler Berg abspielen können. Sie war aber eine gestellte Situation, mit der im Rahmen der Aktion „Disco-Fieber“ Jugendlichen auf dem Weilheimer Volksfestplatz gezeigt wurde, was bei einem Verkehrsunfall passieren kann – und wie schwierig die Rettung der Opfer ist. Der Vorführung war eine Vortragsveranstaltung in der Stadthalle vorausgegangen, in der acht Experten die 18 jugendlichen Besucher über Verkehrsunfälle allgemein und die sogenannten Disco-Unfälle im besonderen informierten. Schockierende Filme begleiteten die Referate der Verkehrserzieher Thomas Fuchs und Steffi Engel, des Sanitäters Christian Lärm, des Notarztes Dr. Jürgen Brüderle und des Notfallseelsorgers Bernhard Schöner sowie von Christian Fuchs von der Feuerwehr und Werner Hoyer von der Verkehrswacht.

Das sind die Zahlen aus der Unfallstatistik 

Petra Keller vom Verein „Brücke Oberland“ nannte Zahlen aus der Unfallstatistik. 608 Menschen sind demnach 2017 in Bayern bei Verkehrsunfällen getötet worden, in Deutschland waren es 3180. Das bedeute, dass alle drei Stunden – also die Zeit, die die Aktion „Disco-Fieber“ dauert – ein Mensch im Straßenverkehr stirbt. Die Gruppe der 18- bis 24-Jährigen würde dabei mehr als doppelt so oft Unfälle verursachen wie der Durchschnitt der Autofahrer. Häufigste Ursache sei zu schnelles Fahren, das für 40 Prozent der Verkehrstoten verantwortlich sei. Während der Alkoholmissbrauch zurückgehe, nehme der Konsum anderer Drogen zu. Besonders stark sei laut Statistik die Zahl der Unfälle durch Ablenkung. Die Nutzung von Smartphones am Steuer werde zu einer immer größeren Gefahr. Laut Keller hat die Untersuchung einer Versicherung ergeben, dass die Gefahr, bei der Benutzung eines Smartphones am Steuer einen Unfall zu verursachen, um den Faktor 164 Mal höher ist als ohne.

Die Verantwortung sehen die Fachleute nicht nur bei den Autofahrern, sondern auch bei den Mitfahrern. Helden seien die, die rechtzeitig eingriffen, wenn ein Autofahrer nicht mehr verkehrstüchtig ist, dies aber selbst nicht erkenne. Im Zweifelsfall sei es besser, auch mitten in der Nacht die Eltern anzurufen oder ein Taxi zur Heimfahrt aus der Disco zu nehmen, so Hoyer. Letzteres werde sogar vom Landkreis mit Gutscheinen unterstützt.

Die Organisatoren hatten für die Vorführung rund 40 Einsatzkräfte aufgeboten. Gekommen waren zu der gestellten Rettungsaktion aber nur gut zwei Dutzend Jugendliche.

Alfred Schubert

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