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In den deutschen Großstädten – hier eine Aufnahme aus Berlin – demonstrieren die Schüler schon seit Wochen. Jetzt kommt der Protest im Landkreis an.

Jugend will ein Zeichen setzen

Für Mutter Erde: Schülerdemos in Weilheim und Penzberg

Im August letzten Jahres schwänzte Greta Thunberg die Schule, um für eine bessere Klimapolitik zu protestieren. Nun organisieren Schüler im Landkreis Demos.

Landkreis – „Ich will ein Zeichen setzen, damit mal irgendetwas passiert“, meint der Schüler Frank (16). „Ich hoffe, dass möglichst viele hingehen und dass wir auch von den Eltern unterstützt werden!“ Zu den engagierten Klimaschützern zählt auch die 18-jährige Melina Hermann. Sie hat die Weilheimer Kundgebung initiiert und mitorganisiert. Diese ist für Freitag, 15. März, geplant. An diesem Tag werden auf der ganzen Welt Demonstrationen stattfinden. „Auf der australischen ,Fridays for future’-Homepage habe ich von den weltweiten Demos erfahren und wollte das auch in Weilheim machen“, berichtet Hermann.

Mit Freunden hat sie Ende Januar begonnen, die Demo zu planen, die um 11 Uhr am Kirchplatz in Weilheim startet. Neben Schülern und Auszubildenden wird Andreas Krahl, Landtagsabgeordneter der Grünen, eine Rede halten. Danach soll der Demonstrationszug den Weilheimer Stadtkern umrunden, damit auch alle mitbekommen, dass die Schüler die Nase voll haben. Das Ende ist um 13 Uhr wieder am Kirchplatz.

In Penzberg rechnen die Organisatoren mit 150 Teilnehmern

In Penzberg treffen sich die jungen Demonstranten am Freitag um 10.30 Uhr vor der Stadthalle, um von dort über die Bahnhofstraße zum Stadtplatz zu ziehen, wo ein oder zwei Reden gehalten werden sollen. Selina Rudolph, die zu den rund 20 Organisatoren gehört, rechnet mit 150 Teilnehmern. Es wäre schön, wenn mehr kommen, sagt sie. „Wir freuen uns über jeden Unterstützer.“ Penzberger Gymnasiasten hatten bereits in der Vergangenheit an den „Fridays for Future“-Demonstrationen in München teilgenommen.

Die Weilheimer Organisatoren – wie in Penzberg allesamt Schüler – verteilen Plakate, um möglichst alle Schulen – vielleicht sogar auch die Grundschulen – zu erreichen. „Eine genaue Erwartung, wie viele Leute kommen, haben wir noch nicht“, meint Melina Hermann. Es hätten sich viele noch nicht entschieden, ob sie bereit sind, für die Demonstration die Schule zu schwänzten. Großen Anklang findet die Demo auch in Peißenberg und Schongau. Viele Schüler von dort sind der öffentlichen Whatsapp-Gruppe zur Planung beigetreten. „In den Ferien haben wir uns persönlich getroffen und Arbeitsgruppen gebildet“, sagt Hermann. Mit der Kundgebung möchten sie Aufmerksamkeit erregen und über Probleme – sowohl in der lokalen als auch in der Bundespolitik – informieren. Außerdem wollen sie Interesse an politischen Themen zeigen und signalisieren, dass sie etwas verändern möchten. Auch möchten sie denen eine Stimme geben, die selbst noch nicht wählen dürfen, sagt Melina Hermann.

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Auch Erwachsene können teilnehmen

Das trifft auf viele der Demonstranten zu, denn die Kundgebung ist vor allem für Schüler und Auszubildende. Erwachsene können aber ebenfalls teilnehmen. Auf die Frage, warum sie gerade während der Schulzeit demonstrieren, antwortet Hermann: „Der Sinn dahinter ist zum einen, dass man keine Aufmerksamkeit bekommt, wenn man es außerhalb der Schulzeit macht. So aber wird darüber berichtet und jeder bekommt es mit.“ Der andere Grund sei die Aussage von Greta aus Schweden: „Warum für eine Zukunft lernen, die es so wahrscheinlich nie geben wird?“ Auf größeren Widerstand seien sie nicht gestoßen, sagt Hermann: „Die meisten unterstützen uns.“

Auch die Schulen lehnen die Demonstration nicht ab. Am Penzberger Gymnasium müssen die Schüler einen Befreiungsantrag der Eltern vorlegen. So ist es auch am Gymnasium Weilheim. Allerdings, so heißt es dort, muss man sich dann auch weiterhin aktiv bei Veranstaltungen wie der Auftaktveranstaltung „Umweltschule in Europa“ oder in Umwelt-AGs an der Schule einbringen. „Die Schüler sollen zeigen, dass sie zu ihrer Einstellung stehen“, so Adelheid Meyer, stellvertretende Schulleiterin des Weilheimer Gymnasiums. Sollten Schüler aber öfter wegen Demonstrationen fehlen, werden sie mit disziplinarischen Maßnahmen rechnen müssen.

Von Judith Ranke und Nicole Heigl 

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