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Mit den Bürgern sprechen ist wichtig: (v.l.) Melchior Berger und Gerold Grimm unterhalten sich an der Schmiedstraße mit den Passantinnen Karola Helmer und Petra Bittmann.

Zwei Mitglieder der Sicherheitswacht auf ihrer Runde

14 Kilometer Fußmarsch durch Weilheim: Ein Abend mit der Sicherheitswacht

Seit einem halben Jahr gibt es in Weilheim die Sicherheitswacht. Wir begleiten Gerold Grimm und Melchior Berger bei ihrer Tour am Samstagabend. Die beiden Aktiven müssen nicht nur kommunikativ sein – sondern auch gut zu Fuß.

Weilheim – Samstag, 31. August, 17.45 Uhr: Gerold Grimm und Melchior Berger sind zur Besprechung des Einsatzes in die Weilheimer Polizeiinspektion gekommen. Für den Abend ist nichts Besonderes zu erwarten. Es steht keine Großveranstaltung an. Allerdings sprechen zwei andere Faktoren dafür, dass die beiden Mitglieder der Weilheimer Sicherheitswacht (SiWa) sich auf den Weg durch die Kreisstadt machen: Es ist Samstagabend und es herrscht sehr schönes Wetter. Viele Bürger, auch jüngere, werden in der Stadt und in den Freizeitanlagen unterwegs sein.

18 Uhr: Grimm und Berger machen sich auf den Weg. Von der Inspektion geht es durch die fast menschenleere Obere Stadt zum Marienplatz. Am Ende der Admiral-Hipper-Straße kommen drei Radfahrer von Kirchplatz und wollen in die Fußgängerzone. Sie steigen ab und schieben ihre Räder. „Meist muss man gar nichts sagen“, meint Grimm. Die Präsenz der Sicherheitswacht zeige auch schon ihre Wirkung. Wobei man natürlich nicht wisse, wie sich die Radfahrer sonst verhalten hätten.

Auch mit Bürgern zu sprechen, gehört zu den Aufgaben

18.20 Uhr: Die beiden SiWa-Mitglieder unterhalten sich in der Schmidstraße mit zwei Damen über die Sicherheitswacht. „Mit den Bürgern zu sprechen gehört auch zu unseren Aufgaben“, erklärt Grimm. So gebe die Sicherheitswacht etwa Besuchern, die sich in Weilheim nicht auskennen, Auskünfte. Außerdem informiert das Duo über ihre Aufgabe. Allzuoft sei dies aber nicht erforderlich, denn nach einem halben Jahr sei die Sicherheitswacht in der Stadt den meisten Bürgern schon bekannt, wie Berger feststellt.

18.40 Uhr: Auf dem Weg zur Ammer fällt den beiden Männern auf, dass auf dem Bolzplatz drei Personen mit vier Hunden sind. Diesen fällt offensichtlich auch die Sicherheitswacht auf, die sich von Süden nähert. Das Trio versucht, den Bolzplatz durch den nördlichen Ausgang zu verlassen. Allerdings nicht schnell genug. Sie werden noch auf die Benutzungsordnung hingewiesen, die das Mitnehmen von Hunden auf den Bolzplatz aus hygienischen Gründen untersagt.

Viel Neues dürfte den Hundefreunden diese Belehrung allerdings nicht gebracht haben. Wenn das Trio die Vorschriften nicht gewusst hätte, hätten sie ja nicht versucht, zu verschwinden. Eine Wirkung sieht Grimm dennoch: „Jetzt sind sie bekannt.“ Dies würde das Hundehalter wahrscheinlich von einer Wiederholung abhalten.

So reagierte eine Gruppe Jugendlicher auf die Sicherheitswacht

19 Uhr: Eine Gruppe von Jugendlichen hat sich gerade im Ammer-Pavillon niedergelassen. Sie haben ein paar Flaschen Bier und Tüten mit Chips dabei. Auf eine leere Cognac-Flasche angesprochen, sagen die Jugendlichen, dass der Abfall schon da lag. Es klingt glaubhaft. Auf den Hinweis, dass sie keinen Abfall zurücklassen sollen, reagiert die Gruppe freundlich: Sie würden die leeren Tüten und Flaschen immer mitnehmen. Offensichtlich überfordert das Mitnehmen von Abfällen aber einige Ammer-Besucher. Der Platz ist übersät mit Kronkorken und Zigarettenkippen.

19.20 Uhr: Halbzeit-Pause. Die beiden SiWa-Aktiven lassen sich mit Eistüten auf einer Bank in der Schmidstraße nieder, bevor sie ihren Weg zum Bahnhof und zum Dietlhofer See fortsetzen. Am Güterschuppen, der einst beliebter Treffpunkt von Jugendlichen war, ist niemand. Vor dem Bahnhof stehen ein paar leere Bierflaschen auf dem Gehweg. „Wahrscheinlich von den Fußballfans“, vermutet Berger, der vorher noch bei einem Radfahrer das Ergebnis abgefragt hatte - „Fünf zu eins“, so die Antwort.

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Anerkennungshonorar von acht Euro pro Stunde

19.45 Uhr: Aufbruch zum Dietlhofer See. So weit sollten die beiden aber an diesem Abend nicht kommen. Die Polizei suchte einen Radfahrer im Bereich des Ammerdamm zwischen Weilheim und Unterhausen. In diese Suche wurden die beiden eingebunden. Die Aktion dauerte bis zum Dienstschluss.

21 Uhr: Dienstschluss. Je nach Tour sind sie bei einem solchen Einsatz laut Grimm „zehn bis 14 Kilometer zu Fuß durch Weilheim“ unterwegs. „Die Gefahr, dass man dabei reich wird, besteht nicht“, so Grimm zum Anerkennungshonorar von acht Euro pro Stunde.

Von Alfred Schubert

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