+
Bei der „Dresden-Dakar-Banjul“-Rallye machen sich Helmut Muche (l.) und Franz Erhard mit ihrem Opel „Zafira“ ab morgen auf eine dreiwöchige Reise nach Westafrika.

Das ist nicht ganz ungefährlich 

Bei Rallye-Teilnahme mit 16 Jahre altem „Zafira“ nach Westafrika

  • schließen

Auf eine abenteuerliche Reise begeben sich Helmut Muche aus Weilheim und Franz Erhard aus Wessobrunn. Sie nehmen ab morgen an der „Dresden-Dakar-Banjul“-Rallye teil und fahren innerhalb von drei Wochen nach Gambia (Westafrika). Ganz ungefährlich ist die Reise der beiden nicht.

Weilheim – Mit dem Auto in drei Wochen durch sieben Länder reisen, um dann ohne Auto wieder zurückzukommen, klingt erst einmal ein wenig absurd. Doch Franz Erhard (58) und Helmut Muche (77) machen mit ihrer Teilnahme an der „Dresden-Dakar-Banjul“-Rallye genau das. Denn das Auto wird am Ende der Reise in Gambia versteigert, und alle Teilnehmer kehren ohne Auto in ihre Heimat zurück.

Ganz ungefährlich sei die Fahrt nach Westafrika nicht, sagt Erhard. „Durch den Senegal werden wir im Konvoi mit circa zehn Soldaten fahren“, erklärt er. Das sei vom Veranstalter auch vorgeschrieben, damit keinem etwas passiere und alle gut in Banjul ankommen, heißt es weiter. Die Strecke sei größtenteils frei wählbar. Nur die Grenzübergänge müssen alle zusammen überqueren, „damit es keine Probleme gibt“, erklärt der 58-Jährige.

Nicht nur Spenden wurden gesammelt – auch medizinische Hilfsgüter werden mitgenommen

Ein sogenanntes Roadbook unterstützt die Teilnehmer auf ihrer Fahrt. „Da stehen Treffpunkte drin. Die sind zwar kein Muss, werden aber gerne angefahren, damit sich abends alle zusammensetzen können“, berichtet Erhard. Der Gruppengedanke bei dieser Rallye sei „wirklich groß“.

Hauptsächlich geht es bei der „Dresden-Dakar-Banjul“-Rallye darum, Spenden zu sammeln, die mit nach Gambia gebracht werden. Bisher haben Erhard und Muche rund 3550 Euro gesammelt. Vor allem sein Trinkgeld, das Kfz-Meister Erhard in seiner Werkstatt bekommt, hat er dafür verwendet. „Wir haben aber auch medizinische Hilfsgüter wie Einwegspritzen und Verband dabei“, erklärt Erhard weiter.

Für die Kinder, die sie unterwegs treffen, wurden Spielsachen und Kleidung gesammelt, worüber sich die Einheimischen vor Ort immer sehr freuen: „Ich habe vor zwei Jahren einem Mädchen ein T-Shirt geschenkt. Das hat sich riesig darüber gefreut“, schwärmt Erhard. 

Sie haben sich bei einer Rallye kennengelernt 

Er ist bereits zum zweiten Mal bei dieser Rallye dabei. Für Helmut Muche ist es das erste Mal. Rallye-Erfahrung hat aber auch er: „Vor vier Jahren habe ich an der Allgäu-Orient-Rallye teilgenommen“, sagt Muche. „Da haben wir uns auch kennengelernt“, fügt Erhard hinzu.

„Anderen zu helfen ist wichtig, und wir dürfen die anderen nicht einfach ausbeuten“, sind sich Muche und Erhard, der sich auch bei der GWÖ-Gruppe Weilheim für das Gemeinwohl einsetzt, einig.

Die Kosten wie Startgebühr, Visa, Fährüberfahrten, Verpflegung und die Beschaffung des Autos übernahmen die beiden Teilnehmer selbst. „Rund 2500 Euro mit Sprit, Flug und Hotel kostet das“, erklärt der 58-Jährige. Das Hotel brauchen Erhard und Muche aber nur, weil sie noch eine Woche länger in Gambia bleiben, um Banjul etwas genauer anzuschauen.

Während der Reise wird im Auto geschlafen 

Während ihrer Tour durch Deutschland, Frankreich, Spanien, Marokko, Mauretanien, Senegal und Gambia schlafen der Weilheimer und der Wessobrunner in ihrem Opel „Zafira“. „Wir haben hinten die Sitze ausgebaut, damit wir uns mit den Schlafsäcken da hinlegen können“, erklärt Erhard stolz. Mit den Einschränkungen, die sie unterwegs haben, kommt auch Muche „gut zurecht“, wie er sagt.

Vorgaben zur Fahrzeugwahl gibt es nicht. „Hauptsache, man kommt damit in Gambia an“, sagt Erhard und lacht. Das sollte für den Kfz-Meister jedoch kein Problem darstellen. Falls doch schwerwiegendere Reparaturen bei dem 16 Jahre alten „Zafira“ anstehen sollten, gäbe es auch die sogenannten Hilfsautos, unter denen auch der „Werkzeugwagen“ ist.

Der offizielle Start für die 49 Teams wäre am morgigen Samstag, 9. November, in Dresden. „Es wäre aber unlogisch, wenn wir da erst hinfahren würden“, sagt Erhard. Deshalb starten die beiden in Wessobrunn, werden in Königsbrunn (Landkreis Augsburg) zu neun anderen Teams stoßen und gemeinsam die abenteuerliche Reise fortsetzen, bis sie schließlich am 2. Dezember in Banjul ankommen und ihr Auto versteigern.

Lesen Sie auch: Auch zwei Eberfingerinnen nahmen an einer 4000-Kilometer-Rallye teil

Das könnte Sie auch interessieren: Die Wiesen um das Pfarrheim an der Römerstraße müssen für Wohnungen weichen

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Pähler Jungfußballer sind kleine Werbestars und drehten dafür sogar mit einem berühmten Bayern-Profi
Da wird selbst ein Thomas Müller zum Nebendarsteller: Einige Jugendfußballer des TSV Pähl sind zurzeit in aller Munde – als die heimlichen „Stars“ im neuen Werbeclip des …
Pähler Jungfußballer sind kleine Werbestars und drehten dafür sogar mit einem berühmten Bayern-Profi
Erster Schritt zu Nachverdichtung am Öferl
Für die geplanten Neubauten auf dem Areal der ehemaligen Firma „Deckel“ am Öferl wird bald ein Bebauungsplan aufgestellt. Bei aller Sorge um die Folgen der zahlreichen …
Erster Schritt zu Nachverdichtung am Öferl
Kreistag beschließt Nachtragshaushalt - Debatte über teure Vorhaben
Der Beschluss über den Nachtragshaushalt des Landkreises sorgte im Kreistag kurz vor den Kommunalwahlen für eine Debatte über die zahlreichen Vorhaben, die in Zukunft …
Kreistag beschließt Nachtragshaushalt - Debatte über teure Vorhaben
Bald geht es los - wieder ein fünfwöchiges Eismärchen in Penzberg
Penzberg bekommt auch in diesem Winter wieder sein Eismärchen. Zum sechsten Mal in Folge wird auf dem Stadtplatz eine Eisfläche zum Schlittschuhlaufen entstehen. Das …
Bald geht es los - wieder ein fünfwöchiges Eismärchen in Penzberg

Kommentare