Weilheimer Amtsgericht

Betrügerin aus Geldnot

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Um einen Kredit zu bekommen, fälschte eine 33-jährige Frau aus Weilheim Kontoauszüge und Lohnabrechnungen. Nun stand sie vor Gericht. 

Weilheim – Zu einer Geldstrafe in Höhe von 6500 Euro wurde kürzlich eine 33-Jährige aus Weilheim vom Amtsgericht Weilheim verurteilt, die wegen Betrugs und Urkundenfälschung angeklagt war. Die Weilheimerin war im Mai vergangenen Jahres arbeitslos. Um ihren finanziellen Engpass zu überbrücken, beantragte sie über das Internet zwei Kredite bei einer Bank – einen über 9700 Euro und einen über 5100 Euro. Um ihre Kreditwürdigkeit zu beweisen, legte sie verfälsche Lohnabrechnungen und Kontoauszüge vor. Der erste Kreditvertrag kam zustande und die Bank wies an, dass 9700 Euro an die Angeklagte ausgezahlt werden sollen.

Bevor das Geld aber auf dem Konto der Angeklagten aufschlug, bemerkte die Bank die Unregelmäßigkeiten und stoppte den Auftrag, sodass weder bezüglich des ersten noch bezüglich des zweiten Kredits ein finanzieller Schaden entstanden ist.

Angeklagte räumte alle Vorwürfe ein

Der Anwalt der Weilheimerin gab zu Beginn der Gerichtsverhandlung eine Erklärung für seine Mandantin ab: Die Angeklagte räume alle Vorwürfe ein. „Sie hat aus Geldnot heraus die Kredite beantragt.“ Der Verteidiger schilderte, wie die Weilheimerin in diese Situation geraten ist. Die Frau habe damals mit einem Mann zusammen gelebt, der sie finanziell ausgenutzt habe und gewalttätig gewesen sei.

Als die Beziehung im August 2017 beendet gewesen sei, stand die Frau mit einem Haufen Schulden, ohne Arbeit und mit einem Mietvertrag da, aus dem sie so schnell nicht herausgekommen sei. „Die Schulden sind immer mehr angewachsen“, sagte der Verteidiger. Zusätzlich zu den Geldsorgen sei die Frau psychisch stark belastet gewesen. Da habe sie keinen anderen Ausweg gesehen als die Kredite zu beantragen. Inzwischen hat die Frau wieder eine Arbeit gefunden und lebt mit einem neuen Lebensgefährten zusammen.

Kein Schaden entstanden

Obwohl das Geld nie auf dem Konto der Angeklagten aufgetaucht ist, sei der Tatbestand des Betrugs erfüllt, sagte Richterin Christiane Serini bei der Urteilsbegründung: „Mit der Überweisung ist der Betrug vollendet.“ Dass der Bank durch die Tat der Frau kein Schaden entstanden ist und die Tatsache, dass sie sich in einer finanziell schwierigen Situation befunden hat, wirkte sich aber positiv auf die Höhe der Strafe aus: „Das muss alles berücksichtigt werden“, sagte die Richterin. Bei Betrugsfällen dieser Größenordnung falle die Strafe in der Regel weit härter aus – meist genüge eine Geldstrafe nicht. Zudem sah Serini den Tatbestand der Urkundenfälschung als erfüllt an.

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Rubriklistenbild: © dpa / Frank Rumpenhorst (Symbolbild)

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