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Mit einer Drehleiter kontrollierte de Weilheimer Feuerwehr den Außenbereich des Gebäudes. 

Einsatz wegen „Schmorgeruchs“ 

„Wilder Hausrüttler“ lässt Weilheim beben - Feuerwehr rückt nach Blitzschlag aus

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Im Bereich zwischen Ammer und Au traf ein Blitz mit einer Stärke von 190 Kiloampere (kA) am Mittwochabend die Erde. Kurz darauf rückte die Feuerwehr mit 13 Einsatzkräften aus.

Update vom 29. August 2019, 17.45 Uhr: Das Donnergrollen in der Dunkelheit war am Mittwochabend über längere Zeit zu hören. Immer wieder zuckten Blitze über den Himmel. Plötzlich, gegen 21.30 Uhr, traf schließlich ein Blitzschlag die Erde – der mit einem so lauten Knall verbunden war, dass er zahlreiche Weilheimer aufschrecken ließ. „Gefühlt hat die halbe Stadt gebebt“, sagt Stefan Herbst, stellvertretender Kommandant der Weilheimer Feuerwehr. „Das ist vielen Weilheimern durch Mark und Bein gegangen.“ 

Eingeschlagen hatte der Blitz „im Boden im Bereich zwischen Ammer und Au“. Etwa 20 Minuten später wurde die Feuerwehr dann wegen „Schmorgeruchs“ zu einem Gebäude in der Nähe gerufen. Es handelte sich um die Straßenmeisterei an der Wessobrunner Straße. Mit 13 Einsatzkräften rückte die Feuerwehr aus und führte umfassende Kontrollen im Innenbereich sowie eine Außenkontrolle mit der Drehleiter durch. „Glücklichweise konnten wir keine Schäden feststellen“, so Herbst, „die Telefonanlage hat allerdings nicht mehr funktioniert.“ 

Nach Blitzschlag in Weilheim: Sämtliche Telefone und Computer in Straßenmeisterei ausgefallen

Klaus Greiner, Dienstleiter der Straßenmeisterei, teilt am Donnerstagvormittag mit, dass sämtliche Computer und Telefone ausgefallen seien. „Es sind auch ein paar Sicherungen rausgeflogen“, sagt er. Bis sich der zuständige Kabelnetzbetreiber um die Reparatur kümmere, müsse die gesamte Kommunikation über Mobiltelefone ablaufen. Zu weiteren Ausfällen war es im Stadtgebiet allerdings nicht gekommen, hieß es auf Anfrage von den Stadtwerken Weilheim. Unsere Nutzer auf Facebook berichteten, dass ihnen daheim die WLAN-Router durchgeschmort seien. Auch die Alarmanlagen von Autos sollen durch die Druckwelle ausgelöst worden sein. 

Erst Anfang Juli wurde die Weilheimer Feuerwehr wegen eines Blitzschlags alarmiert. Getroffen worden war ein Baum am GögerlParkplatz. Eingreifen mussten die angerückten Einsatzkräfte letztendlich aber nicht, da der Baum nicht brannte. Vize-Kommandant Herbst erinnert sich allerdings auch noch gut an einen weitaus größeren Einsatz im Mai 2017: Mitten in einem Wohngebiet brannte ein Reihenhaus an der Tannenstraße, nachdem es vom Blitz getroffen worden war. „Blitzschläge sind nicht selten“, sagt der stellvertretende Kommandant. „Wir werden ja nur im schlimmsten Fall alarmiert.“ 

Weilheim: Diese Vorkehrungen sollten bei aufkommenden Gewittern getroffen werden

Herbst empfiehlt, schon bei aufkommenden Gewittern Vorkehrungen zu treffen und alle Elektrogeräte auszustecken. „Wenn das Gewitter da ist, ist es eigentlich schon zu spät“, sagt er. Blitzableiter gäbe es meist nur auf Sonderbauten wie auf Kirchen oder Hochhäusern. „Auf normalen Wohnhäusern sind in der Regel keine Blitzableiter angebracht“, so Herbst. 

Genauer klassifiziert hat der Meteorologe Jörg Kachelmann den Blitzeinschlag im Bereich der Ammer auf seiner Internetseite. Laut der dort aufgeführten Analyse handelte es sich um einen „Erdblitz“ mit einer Stärke von 190 Kiloampere. Kachelmann bezeichnet einen solchen Blitz als „wilden Hausrüttler“.

Erstmeldung: Blitzeinschlag im Bereich zwischen Ammer und Au

Weilheim - Ein Blitz, der am Mittwochabend gegen 21.30 Uhr im Bereich zwischen Ammer und Au einschlug, ließ Weilheim erbeben: Mit einer Stärke von 190 Kiloampere (kA) traf er den Boden. 

Etwa 20 Minuten später rückte die Weilheimer Feuerwehr wegen „Schmorgeruchs“ zu einem Gebäude an der Wessobrunner Straße, nicht weit von der Einschlagstelle, aus. „Wir haben umfassende Kontrollen im Inneren sowie eine Außenkontrolle mit der Drehleiter durchgeführt“, sagt Stefan Herbst, stellvertretender Kommandant der Weilheimer Feuerwehr. 

Feuerwehr stellte keine größeren Schäden am Gebäude fest

Abgesehen vom Ausfall der Telefonanlage stellten die 13 ausgerückten Feuerwehrleute jedoch keine Schäden fest und beendeten den Einsatz gegen 22.20 Uhr. 

Weitere Informationen folgen. 

nema

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