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Viel ist geschehen, einiges ist noch zu tun: Der Zentrale Omnisbusbahnhof (ZOB) im nördlichen Bereich des Bahnhofs umfasst neben dem Bereich für Busse und Fahrgäste auch Ständer für rund 500 Fahrräder und ein Toilettenhaus.

Weilheim

Busbahnhof soll Ende Juni fertig sein und auch ein WC-Problem beheben

  • Paul Hopp
    vonPaul Hopp
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Noch bestimmen am Weilheimer Busbahnhof die Baufahrzeuge das Geschehen. Mit dem erhofften Betriebsbeginn Anfang April wurde es nichts. Doch jetzt ist ein Ende in Sicht – was zugleich der Start für weitere Arbeiten im Bahnhofsumfeld ist.

Weilheim - Für den Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) ist Andreas Kunath zum Pendler geworden. Den Sachgebietsleiter „Tiefbau“ zieht es täglich vom Weilheimer Rathaus an die Großbaustelle im nördlichen Bereich des Bahnhofs. „Ich muss ja wissen, was passiert“, sagt Kunath. So ein Projekt „wird nicht am Schreibtisch fertig“. Der erste Abschnitt der Umbauarbeiten im Umfeld des Bahnhofs hat die Stadtverwaltung ohnehin schon länger beschäftigt als geplant. Anfang des Jahres war von einer Inbetriebnahme Anfang April ausgegangen worden. Nach aktuellem Stand, so Kunath, soll Ende Juni alles fertig sein. „Wir sind guten Mutes.“

Verzögerungen gab es nicht nur wegen Schlechtwetters. Ein Problem stellte vor allem dar, dass der Boden an diversen Stellen nicht tragfähig genug war. „Das war etwas, was der Planer im Untergrund nicht sehen konnte“, erklärt Kunath. Derzeit wird am Stromanschluss für das Toilettenhaus und die Beleuchtung gearbeitet. „Noch haben wir keinen Strom“, so Kunath am Dienstag. Parallel laufen weiter die Pflasterarbeiten. Im Folgenden sollen die Fahrradständer (die schon auf dem Gelände gelagert sind) samt Überdachung aufgebaut werden – um die 500 Plätze stehen dann zur Verfügung.

Busbahnhof: Kosten liegen für 1. Bauabschnitt im Rahmen

Für denjenigen, der am Bahnhofplatz steht, sticht derzeit der weiße Teppich auf dem Zubringer zum künftigen Busbahnhof ins Auge. Der soll verhindern, dass die wasserdurchlässige Asphalttragschicht durch die Baufahrzeuge verschmutzt wird. Auf dieser Schicht werden demnächst Pflastersteine verlegt. Die Qualität der Verlegung „ist super“, lobt Kunath. „Es wird sehr akkurat gearbeitet.“ Die Kosten für den ersten Bauabschnitt „liegen im Rahmen der Zuschlagsumme“, sagt Kunath.

Insgesamt sind für das Projekt am Bahnhof, das in drei Abschnitte gegliedert ist, rund 8,5 Millionen Euro vorgesehen. Die Summe wird sich laut Stadtbaumeisterin Andrea Roppelt erhöhen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die am südlich gelegenen Bahnhofs- und Gleisbereich vorgesehenen Parkplätze nun anders gestaltet werden müssen, um einen (am Geisenhofer-Gelände beginnenden) durchgehenden Fuß- und Radweg Richtung Schützenstraße zu ermöglichen.

Busbahnhof: Arbeiten am Stromanschluss

Doch bis das Areal südlich des Bahnhofs in Richtung des alten Güterbahnhofs in Angriff genommen wird, dauert es noch. Roppelt spricht von „ein paar Jahren“. Auf dem benachbarten Gelände plant ein Münchner Investor Wohn- und Gewerbebebauung. Man will verhindern, dass Bauarbeiten dort den neuen Bereich in Mitleidenschaft ziehen. Ist der Busbahnhof fertig, gilt das Augenmerk in einem zweiten Bauabschnitt zunächst dem unmittelbar südlich des Bahnhofsgebäudes gelegenen Teil. Dort werden die in die Jahre gekommenen Radlständer durch moderne Doppelstockanlagen ersetzt. In der Folge rücken Bahnhofallee und Bahnhofsplatz ins Blickfeld. Mit dem zweiten Abschnitt soll es laut Roppelt „ab Herbst“ losgehen. Zuvor müssen auch die Stadtwerke ihre Kanalarbeiten am Bahnhofplatz sowie in der Allee abschließen. Sie sollen demnächst beginnen.

Ist der Busbahnhof fertig, dann verfügt die Kreisstadt über einen „richtigen Umsteigeplatz“, so Roppelt. Der Wechsel von der Bahn auf Überland-Busse oder den Stadtbus ist dann in adäquater Weise möglich. Die Erhöhung der Qualität wird vom Staat unter anderem durch die Städtebauförderung unterstützt. Der Zuschuss umfasst 60 Prozent der Kosten. In die Förderung fällt auch das neue Toilettenhaus, das ein jahrelanges Ärgernis aus der Welt schaffen soll.

Busbahnhof: Toilettenhaus soll Problem beheben

Immer wieder gab es Probleme mit den WC-Anlagen im Bahnhof. Die Bahn hat die Toiletten mittlerweile dicht gemacht, die Stadt hat als Notbehelf mobile Häuschen aufstellen lassen. Die werden laut Roppelt von den Benutzern oft nicht so verlassen, wie es sein sollte. Das alles „ist kein Dauerzustand“, sagt die Leiterin des Stadtbauamts. Das neue Toilettenhaus am Busbahnhof ist hochmodern und selbstreinigend. Eine Eröffnung des ZOB in entsprechendem Rahmen würde sich die Stadt zwar wünschen, doch in welcher Form sie über die Bühne gehen kann, ist wegen der Corona-Lage nicht abzusehen.

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