So soll die neue Berufsschule aussehen.

Geplante Berufsschule

Weilheim und Dingolfing gleich teuer?

Weilheim - Die Berufsschulen in Weilheim und Dingolfing sind in etwa gleich teuer. Zu diesem Schluss kommt die Bauverwaltung des Landratsamtes. Entsprechende Zahlen legte sie gestern bei der Kreisausschuss-Sitzung vor. Kreisrat Hans Geisenberger sprach von den „üblichen Nebelkerzen“.

Obwohl eigentlich nur der Antrag von Geisenberger (Sachsenried, Unabhängige/ÖDP) auf der Tagesordnung stand, wonach der gesamte Kreistag sich die Berufsschule in Dingolfing ansehen solle, nutzte die Verwaltung die Gelegenheit, eine ausführliche Gegenüberstellung der beiden Projekte vorzulegen: Laut Florian Steinbach, dem zuständigen Mitarbeiter am Landratsamt, würde die Berufsschule Dingolfing, würde sie denn im Raum Weilheim und im Jahre 2018 gebaut, in etwa genauso viel kosten wie für die Berufsschule am Narbonner Ring veranschlagt ist – nämlich 65 Millionen Euro. Tatsächlich hat das Pendant in Niederbayern, das 2013 einweiht wurde, 28 Millionen Euro gekostet. Das hatte in den vergangenen Tagen mitunter zu heftiger Kritik an Kreisräten und Verwaltung geführt.

Tatsächlich aber, so Kämmerer Norbert Merk, sei Dingolfing von den Kosten her mit Weilheim absolut vergleichbar. Rechne man die Bruttogrundflächen (10 500: 17 770 Quadratmeter) gegeneinander auf, so sei die „wesentlich kleinere Schule“ in Niederbayern ein wenig günstiger; nimmt man den überbauten Raum (45 000:88 015 Kubikmeter), sogar ein wenig teurer, so die Berechnungen, die Geisenberger als die „üblichen Nebelkerzen des Kämmerers“ bezeichnete, was Proteste bei anderen Mitgliedern des Kreisausschusses hervorrief (siehe Kasten).

Die Verwaltung hat nach den zahlreichen Protesten eine weitere Rechnung angestellt: Wenn man berücksichtige, dass in Niederbayern günstiger als in Oberbayern gebaut werde, das Projekt fünf Jahre älter und somit günstiger gebaut worden sei als das in Weilheim, und die Größe der Schule in Dingolfing auf die von Weilheim hochrechne sowie die Maschinenausstattung weglasse, ergäben sich Kosten von 50,1 Millionen für Weilheim und 50,6 Millionen Euro für Dingolfing, so Merk, der die Verwaltung nach dem Besuch in Dingolfing zu 100 Prozent in ihrer Ansicht bestätigt sah.

Geisenberger blieb bei seiner Meinung und nannte die Gründe, warum die Dingolfinger Schule günstiger sei: Hauptkostentreiber für die Schule in Weilheim sei ihre Spangenform, zudem verfüge Dingolfing über keinen Keller, die Lüftung erfolge dezentral und das Heizungssystem habe man an eine Contracting-Firma vergeben.

Übrigens: Sein Antrag zur Fahrt wurde abgelehnt.

Johannes Thoma

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